Full text: Über Iornandes und die Geten

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©Hessisches Staatsarchiv Marburg, Best. 340 Grimm Nr. Dr 199 
während hernach gegen Dacien Tyrangetae (Tvgayyerai), d. h. am Tyras 
(Dniester) hausende Geten aufgeführt sind, deren das zehnte capitel (Wil 
berg p. 212) bei der beschreibung Moesiens nochmals gedenkt. Dacien, da 
mals, seit Trajans sieg, römische provinz, wird ihm durch Tibiscus, Tyras 
und Ister begrenzt. Diesen geographen haben aber seine scharfen gradmes- 
sungen die yerschlingung der yölker nicht immer klar erkennen lassen und 
über die beschaffenheit des getischen und gothischen volks scheint er weder 
aus griechischrömischer noch germanischer künde völlig unterrichtet, die 
Gythones sind deutlich des Tacitus Gothones, hier mit recht noch tiefer im 
osten anerkannt, und in der nähe von Finnen, zu welcher die uralte berüh- 
rung gothischer und finnischer spräche vollkommen stimmt. Getae nennt 
er gar nicht mehr, jene Tyrangetae an zweifacher stelle, seine Peucini und 
Basternae sind doch nichts als Gothen, vor deren besonderen namen ihm 
der allgemeine verborgen blieh|f seine Gutae und Dauciones, wer erkennt j (, 
in ihnen nicht augenblicklich wieder die uralten Tercu neu Adoi Getae und / 
Daci, wenn auch an ganz veränderter stelle? hatte Trajans Vernichtung des 
decebalischen reichs diesen zug nach dem Norden herbeigeführt? er war 
wol schon früher erfolgt. UgX. 
Aus dem zweiten und dritten jh. fliefst uns die geschichte dieser Völ 
ker dürftig, und so ist möglich geworden, dafs man sich in den unteren Do 
naugegenden die Geten als gänzlich vernichtet, die Gothen als neu eingerückt 
dachte, jede ausführliche meldung hätte den Widersinn dieser ansicht auf 
decken müssen, weder hatte die römische provinz Dacien alle Geten in sich 
geschlossen, noch in ihrem innern das unterwürfige getische volk ausgetilgt, 
noch können des Tacitus Gothones, des Ptolemaeus Gythones in diesen 
jahrhunderten ruhig zugeschaut haben. 
Man pflegt Spartians schon oben (s. 20) ausgehobne nachricht über 
Caracallas sieg für die erste spur von dem sicheren auftreten der Gothen in 
diesen gegenden auszugeben; bei seinem heerzug nach dem osten, also zu 
beginn des dritten jh., stiefs er auf sie an der unteren Donau (sei es in Moe- 
sien oder Dacien), es könnten dem namen und der sache nach ebenso wol 
alte Geten als neue Gothen gewesen sein. Doch wie noth darum! müssen 
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4, 
Q. 
(W. iß. 
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6. 
name als Deutsche gibt, mochten immerhin Amaxobii und Scythae in ihrer nähe hausen, 
wagenhäuser legen Herodot 4, 46 und Hör. carm. III. 24,10 Scythen, Plin. 8, 40 Cimbern hei.
	        

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