Full text: Über Iornandes und die Geten

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essisches Staatsarchiv Marburg, Best. 340 Grimm Nr. Dr 199 
sageten den Alanen identisch, diese aber, wie wir oben sahen, nicht reine 
Gothen, aber stark mit ihnen gemischt. Auch die namen To/jivgig und ihres 
sohnes XTra^yam^g versagen sich deutscher auslegung ( 1 ). 
Einen andern Schimmer auf dasselbe Volk der Geten wirft die einrich- 
tung der griechischen comoedie, der jüngern wie sie Menander ungefähr 
350 j. vor Chr. ausbildete: in seinen stücken führt der OLKsryg oder &ovXog 
fast die ständigen namen Terag oder Adog 9 welche 170. 150 j. später als Geta 
und Davus auch in des Plautus und Terenz lateinische umdichtung über- 
giengen. Wäre tausend jahre nachher unter uns Deutschen eine bühne auf 
geschlagen worden, wir hätten sie auch von knechten des namens Sclav, 
Walah oder Winid können besteigen lassen, solche aufnahme barbarischer 
diener und hausgenossen setzt gefangenschaft, verkauf oder freiwillige dienst 
ergebung voraus, und diese Ursachen mochten neben einander walten; das 
aber verbürgt sie, dafs Tercu und Accol den Griechen schon nicht in weiter ß 
ferne, sondern in solcher nachbarschaft wohnten, die gegenseitigen verkehr „ o 
förderte und beiden theilen nützlich machte, wie hernach dieser dienst deut 
scher knechte oder krieger bei Griechen und Römern durch lange folgende 
zeiten geht, nur dafs später gröfsere bündnisse die stelle der alten mehr ein 
zelnen ergebungen vertraten, zwischen gelegne Makedonier und andere Thra 
ker mögen im krieg gewonnene getische und dakische knechte weiter nach Grie 
chenland verhandelt haben, dies dienstverhältnis mufs aber schon weit über 
Menanders zeit zurückgesetzt werden; Herodot meldet von Zalmoxis, dafs 
er unter Griechen des Pythagoras diener gewesen sei, w r eisheit von ihm er 
lernt habe, wodurch wir wieder in des Cyrus zeit zurückgeführt werden, 
sollte auch ein allem anschein nach mythisches wesen, wie Zalmoxis gar keine 
solche historische bestimmung ertragen ( 2 ). Aus Menanders vollständigen 
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(*) Toßvgtg (bei Lucian Twfxvgtg) ist gebildet wie (dcqx'jgig, des altthrakiscben sängers 
name, Ptolemaeus aber 3,5 nennt in Sarmatien einen ort TccfjLvgdxvj. XnagyctKicryg identisch 
dem X^ctoyansl^g b. Herod. 4,78, wo die gr. fassung gewis an ttsiSw ttsIs-w Trlrwog 
dachte. 
( 2 ) auch Jamblichus de vita Pythagorae (Küster p. 146): Za\xo\£tg yuq (~>guju Hu- 
&ceyooov $ov?.og ysvdfjisvog neu tmv Xoyujv tov H'J&ceyooov Stccxovcrag, d(psS‘s)g sXsvS’soog, xcci 
TmoaysvcfJLSvog ttqdg rovg Tirccg, rovg ts vofxovg ccvToig s$y,xs . .. xai vr^dg typ ccvSgslccv rovg 
TToXlTCtg TTCCgSXCcXSTS, TYjV 4 /V %V l V dS’duCCTOV SlVCtl Trslcrccg xai TCCVTCC 7TCClSsVTUg rovg Fs- 
7«c xcc) yqcc^sccg ctvTolg rovg udfxovg, fAyirrog t£v Ssmu etti naa a'jjotg. Diese gesetzgebung 
hebt gleich lornandes auch Diodor 1,94 hervor, schreibt sie aber dem göttlichen einge- 
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