Full text: Über Iornandes und die Geten

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Hessisches Staatsarchiv Marburg, Best. 340 Grimm Nr. Dr 199 
ad orientem transiit tumultuariis proeliis deyicerat. Anton. Carac. c. 10. 
Kelvins Pertinax recitanti Faustino praetori et dicenti c Sarmaticus Maximus 
et Parthicus Maximus dixisse dicitur c adde et Geticus Maximus 9 , quasi Göt 
tiens. idem in Anton. Geta c.6. Procop, des lornandes Zeitgenosse 1,312 
von den gothischen Völkern redend, welchen er mit recht auch Vandalen 
und Gepiden zuzählt, führt als verbreitete meinung an: irakai ixevroi Xavgo- 
fjLarai Kai MsXayyfiaivoi dvcfjui^ovro. sicri Se oi aal Tsrina s&vy\ tcvjt enaXovv, und 
noch bestimmter 2,117 Tstikov ydg s&uog (pari rovg Tor^ovg eTvai. Und Isidor 
636) orig. 9,2 von den Dakern handelnd, die, wie hernach gezeigt wer 
den soll, immer den Geten zur seite stehn, drückt sich so aus: Daci autem 
Gothorum soboles fuerunt, et dictos putant Dacos quasi Dagos, quia de 
Gothorum stirpe creati sunt, er setzt also Gothi gleichbedeutig mit Getae. 
War demnach allen erfahrnen Schriftstellern vom dritten bis zum siebenten 
jh. diese ansicht geläufig und unanstöfsig, so muste sie ohne zweifei unter 
den damaligen Gothen selbst im schwang sein und ihren heimischen erin- 
nerungen Zusagen. 
Warum aber verwendet die ältere zeit den namen Getae, die jüngere 
Gothi? alles wird sich einfach lösen durch die Wahrnehmung, dafs jener bei 
Griechen und früheren Römern, dieser unter den Deutschen selbst herge 
bracht war, und es mufs gerade wichtig scheinen, dafs die grammatik die ab- 
weichung beider formen nebeneinander rechtfertigt, dem gr. und lat. T in 
Terai Getae (*) entspricht nothwendig das goth. J) in GuJ>ai (bei adjectivi- 
scher, oder Guf)6s bei substantivischer flexion), welche form man nach Cas- 
siodors und lornandes Gothi, Procops FoVS-oj und dem Gothicus in Justini- 
ans titel anzusetzen befugt ist; das gothische calendarium liefert Gutjaiuda 
statt GuJ)J)iuda = altn. Gof)J)iod (Saem. 4. 228. 267) und gleicht jenem pro- 
copischen TotSoi, das aber die einfache form, nicht die Zusammensetzung 
bietet. Tacitus schreibt Gothones, Plinius Guttones, Spartianus Gotti, Am- 
mianus Marc. Gothi, denn sie hatten ihre formen schon aus deutschem munde, 
das T in Geta verhält sich also zu dem in GuJ)ai Gothi wie im lat. ratio, 
goth. raJ)jo, gr. fjisrd goth. mij), lat. frater goth. br6J>ar, gr. sregog goth. an- 
f)ar, gr. heg goth. ajm u. a. m. Das E aber in Getae ist verdünntes A oder 
( ! ) E in Geta ist bei den lateinischen dichtem stets kurz, erst im mittelalter gestattet 
sich Yitalis blesensis für seinen nach gedichteten Geta die falsche länge.
	        

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