Full text: Über Diphtonge nach weggefallnen Consonanten

- 5 
* 
Die wurzel zu magus und mavi suche ich unbedenklich in magan va- 
lere, vigere, kinder sind der eitern kraft, gleicher wurzel entstammt das un 
mittelbar anrührende goth. magaj>s virgo und das ablautige megs gener, affi- 
nis, nach einer treflichen eigenheit unserer spräche verwandte begriffe in 
laut und ablaut zu verstufen; magus puer und megs affinis verhalten sich 
ungefähr wie svaihra socer und svegar sororis maritus, welches letztere bei 
Ulf. mangelnde wort ich aus dem ahd. suägar folgern darf: der ferner lie 
gende grad empfängt den ablaut. das goth. megs hat sich nun im altn. mägr, 
ags. maeg (von jenem mäg virgo zu unterscheiden), ahd. mäc; magaf>s im 
ags. mägd, mnl. maghet, ahd. magad, mhd. maget, nhd. magd erhalten, und 
neben mhd. maget gilt die gleichhäufige kürzung meit, wie mavi durch syn- 
cope des G entsprungen und ein vermittelndes magit, das seinerseits aus dem 
ahd. magidi virguncula erklärbar wird, voraussetzend, ausgeschieden ist 
aber der gutturallaut ferner nicht nur im nhd. mädchen für mägdchen, son 
dern auch im ags. mäden (vielleicht maeden) für mägden, einem diminutiv 
von mäged und dem ahd. magidi, mhd. megetin, gleichzusetzen; engl, mai- 
den. Alle diese weiblichen formen drücken eigentlich virgo, virguncula 
aus, und haben allmälich den nahgelegnen begrif von puella erfüllt, also die 
zuerst angeführten feiner scheidenden Wörter verdrängen helfen; sollte nicht 
noch ein rest des goth. mavi im nnl. meisje == meysje vorhanden sein, und 
in dem adj. möi venustus, das von fräulicher Schönheit her entnommen 
wäre? Endlich hat die ags. spräche allein von derselben wurzel den ausdruck 
mecg pl. mecgas aufzuweisen, welcher vir bedeutet, und dessen CG durch 
ableitendes syncopiertes I hervorgerufen ganz wie secg nuncius, altn. seggr 
oder wie hrycg dorsum, altn. hryggr sich verhält, folglich wurzelhaftes G $[\üLU>ft 
begehrt; man vergleiche ags. secgan nunciare, altn. seggja. __ 
Es gilt jedoch hier einen auf uns entfremdete Übergänge der begriffe 
gestützten einfall. einige unserer mundarten weisen ein weibliches subst., 
dessen form vollkommen der für das goth. mavi zu suchenden entspricht, 
aber ganz abweichenden sinn ankündigt, seltsam, dafs ein so uraltes wort 
ausgegangen, und durch spiel des Zufalls ein zwar gleichläufiges mit andrer 
bedeutung eingetreten sein solle; die scheinbar abliegenden begriffe liefsen 
sie sich nicht versöhnen? mhd. heifst mouwe (und gerade so würde das 
goth. mavi ins mhd. zu übertragen sein) manica, in noch häufigerem ge 
brauch steht das mnl. mauwe, heutige niederdeutsche dialecte kennen G)je 
W. mnOUAAX^ b c/ywU 1464-, 
r ,3724oA'jm.Zföv. , 
.%(LntQXbi Tr| 
w/i-roAWm <A 'Antje cTfrn OmbPniifitf. nu&oufii . iMMm J, 
Ä. ynanhXa , non tuJ&L ■ W . Am/K(kAjiytO/ * ’ ' 
ma.Mvin amc. o/ilcutuH 
AituX), '4m - r. ® 
4\k (W 
\u f/ri 
.— 1% 
)for4)\4 fniOMUrf 
J 
CÄ. 
a 
vielem 
eine KcmI«
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.