Full text: Über Diphtonge nach weggefallnen Consonanten

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mauja wandeln müste und die diphthongisch lange silbe dem A entsagt, auf 
der stelle also wieder mavi entspränge? Gleich den goth. magus und mavi 
begegnen einander die altnordischen mögr und maer, wovon jenes den gen. 
per Ö magar, dieses meyjar bekommt, mögr ist = magur; aufser maer gibt Biörns 
Wörterbuch zwar auch den nom. mey an, den aber wenigstens die ältern 
a<^ feineren Sprachdenkmäler nie gewähren, mey steht blofs im acc. Saem. 73b 
216 ab 240 a , maer bleibt dem nom. oder yocatiy Vorbehalten Saem. 37 a 82 a 
84 a 213 b 240 a ; folglich tritt maer dem goth. nom. mayi, mey dem goth. acc. 
mauja zur Seite, ich mache aufmerksam auf die formel maer meyja Saem. 113 a , 
maer var ec meyja 230% puella puellarum, in verstärktem ausdruck, und 
auf die Zusammenstellung maer oc mögr 240 a puella et puer, mey oc mög 
35 a puellam et puerum, wobei das lied immer dem weiblichen geschlecht 
den rang läfst. diminutiva, in dieser spräche überhaupt unbeliebt, kommen 
auch von mögr und maer nicht vor. in die heutigen scandinavischen spra 
chen hat sich nicht das männliche mögr, blofs das weibliche maer fortge 
pflanzt und lautet Schweden wie Dänen mö, färöisch mojgj pl. mojggjar. 
Die angelsächsische spräche stellt ihrem mago puer in den ältesten quellen 
noch einigemal das weibliche mäg (Caedm. 109, 23. 165, 11. cod. exon. 391, 
22) gewöhnlich aber schon das diminutivum meovle zur seite, gerade wie 
das lat. puera frühe veraltete und puella neben puer trat: die kosende Ver 
kleinerung sagte zu für das weibliche geschlecht. in meovle befremdet EO 
statt EA (denn erst meavle würde rein zu mavilo stimmen), doch soll diese 
auch sonst obwaltende abweichung uns hier nicht stören, im engl, sind beide 
Wörter erloschen, so wie sie weder ahd. mhd. nhd. noch mnl. nnl. fortzu 
leben scheinen, doch setzt die ahd. Zusammensetzung magazoho paedagogus 
(Graff5, 619), mhd. magezoge, meizoge das alte magu puer voraus; ob 
sich vielleicht noch spuren der weiblichen form entdecken lassen, wollen 
wir hernach sehen, der alts. Heliand bietet magu puer, kein entsprechen 
des wort für puella dar: mewia und mowila wären dieser mundart zu 
zutrauen. 
Den angegebnen deutschen Wörtern läfst sich aus der irischen spräche 
das bekannte mac filius und maighdean virgo vergleichen, die Verwandtschaft 
ist uralt und desto bedeutsamer, das lautverschobne mac stimmt zu magus, 
ags. mago, und maighdean nähert sich stark dem ags. mägden, wovon so 
gleich mehr. 
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