Full text: Über Diphtonge nach weggefallnen Consonanten

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inf. gekürzt aus iditi. die ags. brechung eode steht == ide ^scheint eher idjan 
als iddjan zu bestätigen. 
Goth. iddja liefse sich buchstäblich übertragen in ahd. itta, nach den 
vorhin bei zwitter, dotter, tutto geltenden analogien. gröfseren anspruch 
hat aber die von wal walles zu vaddjus; es gibt ein vollständiges ahd. verbum 
illan (*) oder llan, praet. ilta oder llta, welches zwar meistens festinare, an- 
helare, satagere, ruere, aber auch noch blofses niti, tendere ausdrückt (Graff 
1,226), also ganz den sinn von ire erreicht, es ist das mhd. llen llte, nhd. 
eilen eilte, die production des vocals mufs wie in mile meile, ital. miglia 
aus lat. mille, milliare angesehn werden, und nicht aufser acht zu lassen ist 
dabei, dafr die hochd. LLform gerade der goth. und ags. mundart gebricht, 
/dOjp|> 4f4 we i c h e jenes praet. iddja und eode gewähren; das alts.ilian, nnl.ilen scheint 
selten und hochdeutscher einflufs, der altn. spräche entgeht beides, iddja und 
illan, llian (schwed. ila, dän. ile properare könnten aus dem hochdeutschen 
geholt sein). Aufser vaddjus und wal braucht für den bekannten Übertritt 
des D in L nur an Say'g levir, Scikqvov tagr äangviua lacryma, dingua lingua, 
’O&vrtrevg und Ulysses, fidius und filius hier erinnert zu werden, ein anderes 
beispiel soll noch näher liegen, iddja mahnt aber auch an lA^Aii'Sa (veni). 
Aus diesem seltsamen iddja scheint mir plötzlich licht zu keimen für 
die bedeutung einer bisher als undurchdringliches räthsel vorgelegnen form. 
Den romanischen sprachen eigen ist es ihr verbum für den begrif des 
gehens aus zwei Wörtern zu mischen und darüber das lat. ire fast aufser acht 
zu lassen; nur im spanischen hat sich dieses zulängst, wenigstens daneben, 
behauptet, die eine jener zusammengreifenden formen ist dem praesens für 
den ganzen sg. und die dritte person des pl. verliehen, die andere herscht in 
der ersten und zweiten pl. und dem ganzen praeteritum. ital. vo vai va, an- 
r« diamo andate vanno; franz. vais vas va, allons allez vont. auch der imp. 
yijuert - VN Wechselt auf gleiche weise sein va andate, va allez, das ital. praet. bekommt 
andai, das franz. allai( 2 ). 
(*) vgl. aX'kog mit allus, ahd. willo mit goth. vilja; doch eine glossa cassell. schreibt 
iili (festina) und erklärt damit das romanische vivaziu d. h. vivats, vias schnell. 
( 2 ) auch in der graubündnerischen romansprache: vomm vas ya, mein meits von; praet. 
mava, imp. va (i) mat (ite). Conradis gramm. s. 67. die formen mein meits mava erkläre 
ich nicht aus lat. meamus meatis meabam, sondern lieber aus einem Übergang des it. and 
in den blofsen Miaut. 
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