Full text: Über Diphtonge nach weggefallnen Consonanten

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©Hessisches Staatsarchiv Marburg, Best. 340 Grimm Nr. Dr 198 
fsen. es ist das anomale praet. von gaggan, das seines gleichen in keiner 
mundart, aufser in dem ags. eode und noch altengl. yode yede hat. Bopp 
s. 123 hält in iddja nur das I für bestandtheil der Wurzel, ich möchte ihr 
das DD nicht so schnell entziehen, wie ich es in tvaddje und tyeggja zur 
w r urzel schlage ( 1 ). Dafs iddja schwacher flexion angehöre, zeigt der wach 
sende pl. iddjedun, doch beiden formen mangelt hier nach dem J das charac- 
teristische D, so dafs iddja iddjedun für iddida iddidedun zu stehn schiene, 
falls nicht anzunehmen ist, sie seien aus idida ididedun, insofern das letzte 
D sich zum ersten zog und das zwischenstehende I jotiert ihnen nachgesetzt 
wurde, erwachsen, inf. und praesens erscheinen aber nirgends, weder in 
der gestalt iddjan noch idjan; letzteres könnte, wie hrisjan auf hreisan auf 
ein ebensowenig begegnendes starkes eidan leiten. Wie dem auch sei, das 
darf nicht bezweifelt werden, dafs iddja zuletzt derselben wurzel zufallen 
müsse, die im skr. i (Bopp s. 107), griech. iivai, lat. ire, slav. iti, litth. eiti 
enthalten ist; in frage stehn kann nur, welche von diesen sprachen uns die 
wahrere gestalt der wurzel erblicken lasse, das slav. praes. von iti, poln. 
isdz gewährt gleichfalls idu, idem, poln. id§ eo (vgl. budem ero, poln. bgdg, 
in welchem D wurzelhaft erschien wie das G in bagvan), folglich wäre der 
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oder meard entspricht, doch die ahd. form lautet nicht merta sondern miata, mieta, mhd 
miete, alts. meda, ags. med, engl. meed. mieta liefse sich deuten aus miseta oder mireta, 
ungefähr wie das praet. von rätan riet oder riat aus rirät, goth. rairöd, ags. reord her- 
vorgieng. ags. gelten beide formen meord und med zusammen, jenes als ältere, dieses als 
jüngere, gerade wie von rsedan, lsetan, laecan die älteren praet. reord, leort (f. leolt), 
leolc allmälich den jüngeren formen red, let, lec wichen, seltsam zeigt sich nun auch 
neben dem slav. mzda ein altslav. m”ito vectigal, poln. myto, böhm. meyto, litth. muitas, 
lett. muita, und die begriffe zoll und lohn begegnen einander, darum darf aufser goth. 
mizdö auch mota telonium altn. müta in betracht kommen, die abweichung des D und T 
in mizdö mota, mzda meyto mufs sich aus dem binden der media mit dem weicheren Z ^ 
erklären, das gr. X in fjuo&og vertrug 0. Noch sei angemerkt, dafs das altsuevische Mas- ZU 
dras in Isidors clironicon (ed. Hamb. 1611 p. 169. 179) ein hierher gehöriges goth. Maz- 
dra verräth, wozu ich den altn. namen Mördr stelle. Idatii clironicon (Paris 1619 p. 37 
38) gibt Maidras, das ist verlesen für Masdras. mazdra aber fordert ein ahd. martaro, und 
bei Graff2,858. 4,632 liest man 'qhuec mardaro, caro viva 5 , mardaro = masdaro wird zum fipiöCtÖYtL (XlAvDJvfrA ftAKv 
slav. mjaso, litth. miesa, skr. mänsa, goth. mimz oder minz gehören, und jener suevische Tn 
königsname mag sich dazu verhalten wie Kgsuüi/ (das vielleicht nicht für xgeluv steht) zu ^ 
xgictg, y.gzwg. o4la/2-d eiw 
(*) in iddalja descensus Luc. 19,37 ist kein vergleichbares DD, weil dies wort aus 
der Zusammensetzung id-dalja erwächst. 
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