Full text: Über Diphtonge nach weggefallnen Consonanten

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mit den Slaven gemein ist, altsl. svinija, russ. svinja, böhm. swine. mit der 
ablautenden form scheint aber aus svein svin entsprungen ahd. suein cvßüj- 
ry,g y ags. svän, alts. suen, das goth. svains zu lauten hätte, und schon frühe 
die allgemeine edlere bedeutung famulus puer juvenis annahm, das skr. 
sükara schwein wird erklärt sü-kara zeugend, rsTcvomiog (Pott 1,215) weil es 
ein fruchtbares thier sei: sue enim nihil genuit natura foecundius. Cic. de 
N. D. 2,64; doch da die begriffe gebären und säugen, same und saft succus 
einander unfern liegen, könnte die abkunft von sügan sugere damit bestehn , 
sumen bedeutet über, zumal über suillum und entspringt aus sugmen sugi- 
men, vgl. goth. suqns <TTo\m%og und suqon ägrveiv würzen, wie jenes altn. 
syr, dessen R an das in sükara mahnt, aufser scrofa auch obsonii genus be 
zeichnet. auch finnisch bedeutet sika, estnisch sigga sus. 
Altn. geht geyja praet. go latrare wie deyja do, hochdeutsch wird 
dafür gouwen gesagt, wovon das nhd. gautzen abgeleitet ist. gaud latratus 
wurde schon oben s. 9 angeführt. 
Gleich taujan tavida flectiert goth. straujan stravida, ahd. strewan 
strewita, mhd. ströwen stroute, nhd. streuen, ags. stravian, engl, strew, altn. 
strä, davon rührt ahd. stro strao, mhd. stro, nhd. Stroh, ags. streä, engl, 
straw, altn. strä; dann aber ahd. stroum, nicht allein torrens, sondern auch 
rudens seil (Graff 6,754), mhd. stroum torrens, nhd. ström, ags. streäm, 
altn. straumr cursus aquarum, die goth. form w r ürde stragms (wie bagms 
poum) lauten, die begriffe torrens und rudens vermitteln sich in dem des 
spreitens und auswerfens, wie sich der ström durch die gegend spreitet, wird 
das schifseil ausgeworfen, Iornandes meldet cap. 49, dafs die wehklagenden 
Hunnen über Attilas grabhügel strava begangen hätten (postquam talibus la- 
mentis est defletus, stravam super tumulum ejus, quam appellant ipsi, in- 
genti commessatione concelebrant) und Lindenbrog s. 159 führt dabei eine 
schöbe zu Statius Theb. 12,64 an: exuviis hostium exstruebatur regibus mortuis 
pyra, quem ritum sepulturae hodie quoque barbari servare dicuntur, quem 
strabas dicunt lingua sua; es ist das aufgeschüttete cnjjua gemeint, dessen ich 
RA. s. 677 gedenke, wovon bei andrer gelegenheit ausführlicher gehandelt 
werden soll; der name ist aus straujan stravida zu deuten, und meint das 
auf dem hügel errichtete, aufgestellte gerüste, eine streu, wenn man will ein 
bette (lectisternium). Zu straujan rechne ich nicht allein das lat. struere 
struxi, und strues (acervus, rogus jenes strava) sondern auch sternere stravi
	        

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