Full text: Über Diphtonge nach weggefallnen Consonanten

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Hessisches Staatsarchiv Marburg, Best. 340 Grimm Nr. Dr 198 
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ringan (Graff 2,528) nhd. rank, ränke fraus; auf ein goth. vriggan führt 
vruggo naylg, weil zur schlinge ein holz oder strick gedreht ist. ohne gut- 
turalis erscheint das engl, wry tortus. 
Mhd. nhd. link mufs mit Aatog laevus nah verwandt sein, dem goth. 
drigkan, ahd. trinhan, altn. drecka weifs ich jetzt die Wurzel nicht nach zu 
weisen, doch darf sie auf demselben wege gesucht werden. 
Triu und qius mahnen an kniu, genu yow, skr. g r änu, wozu sich ags. 
cnucl articulus condylus nodus, nhd. knöchel, folglich das der ahd. spräche 
fremde mhd. nhd. knoche, os ossis stellen, kniu, ahd. chnio, mhd. nhd. 
knie, gen. knivis (*), chniowes, kniewes wiesen also auf ein volleres knigu, 
und das gr. yvv£ auf yvi/ttu), weil irv£ Aa<£ auf itvkuj Saxw Accküo, wovon noch 
7TVKCL Trvjtvog 7rvurvig üccwu) AaKTi£w übrig sind, knoche mag eigentlich weni 
ger bein als gelenk bedeutet haben. Den allzuweit führenden Zusammen 
hang zwischen kniu kuni kan genus gigno gnosco nosco novi gnavus gnarus 
ahd. chnähu, ags. cnäve, engl, know knew lasse ich hier billig unerörtert ( 2 ). 
Spröde scheinen die goth. wurzeln divan mori und snivan se conver- 
tere, die, wie schon gesagt wurde, ihr IV im praes. festhalten, nicht in IU 
erweichen, dagegen im praet. dau, snau pl. divum snivum bilden, also völlig 
wie ahd. pliuwan plou, chiuwan chou der fünften reihe folgen, kein IGGY 
entfalten, dem praet. dau entstammt das schwachförmige dojan, afdojan 
(nicht daujan, afdaujan) praet. dauida, wie ahd. touwan tota, nhd. töuwen 
tote gesagt wird, die altn. form deyja (färöisch dojggja) mori verhält sich 
wie Freyja und ey eyjar zu ahd. touwan, frouwa und ouwa, zeugt aber ein 
praet. vierter reihe dö doum, was ich jenem goth. dojan, tojis und stojan 
neben taujan, stauida vergleiche, das subst. daujms mors, ahd. tot, ags. 
deäd, altn. daudr ist wie nauf)s necessitas, ahd. not, ags. neäd, altn. naudr 
zu betrachten, allen diesen bildungen weifs ich aber keine ausgefallne gut- 
turalis nach zu weisen, auch in den urverwandten sprachen nicht; nahe Ver 
wandtschaft mit SaveTv, SavctTog, kann nicht bezweifelt werden, doch 
(*) ein goth. könig bei lornandes cap. 18. 22 hiefs Cniva oder Cnivida. 
( 2 ) das ableitende U in kniu triu berechtigt aber anzunehmen, dafs diese substantiva, 
so wie das masc. J)ius und das adj. qius, ursprünglich der dritten declination angehörten, 
d. b. völlig wie faihu, magus, 1 bardus flectiert wurden, allmälich in die erste declination 
übertraten, den beweis liefert das lat. genu, welches ganz wie cornu gebt.
	        

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