Full text: Über Diphtonge nach weggefallnen Consonanten

sches Staatsarchiv Marburg, Best. 340 Grimm Nr. Dr 198 
0 
GrrtßA 'ßJrtA M 
o>ö Xeiu). Spervfe. 4«wv£&ä 
. ü.u)p/rvfaA 
jöiSV jjajudwtnci^^ 
! t 
MnaM jö -Koi , qiu.e£' 
Ctfc«v Vct<K 4erV)p(«’^ 
i'K/. mvci^ci 
y\(kcjvc Xh t &ie(ß(kr\, ffrfy 
u.ru) Xfrfikirf * 
So« 
Q)Omu4 
opi 
'V 
aXfci. r\jb r \ 
f 
l/OA 
CMi/lyu* 
riowoQ 
i>£SL 
fr 
e 
YcX\J(f|Q( , 6tj\X- VqCu r \\/- 
vu5. 
.5 
7' 
- 20 - 
sagen, liefse der anlaut SP sich mit unserm S vereinbaren, und entspräche 
diesen lat. Wörtern nicht schon unser spehon spähen, späh altn. spärr pro- 
vidus. weiter wäre die frage, ob nicht sauil die sonne, des himmels äuge zu 
saihvan gehöre, wie sich ags. sigel sägel jenem sävon und saegon nähert? 
einen Übergang auf skr. akschi oculus, lksch videre könnte wirklich das scy- 
thische (Tttov oculus, wie auf equus zend. aspa, skr. ashva weisen. 
Aus dem goth. pl. favai oXiyoi, dem comp, faviza Ixdrrcüv folgt der nom. 
sg. faus, welchem altn. fär, ags. feä pl. feäva, engl, few, alts. fah, ahd. foh 
pl. fohe zur seite stehn; beide letztere hegen die gutturalis, die durch das 
schwed. föga parum, das lat. paucus, ital. poco, franz. peu (wie feu lieu f. 
focus locus) unzweifelhaft wird, der lat. diphthong gleicht dem ahd. augia 
ouwa triuwi f. owe triwi, aber aus parum und parvus erhellt, dafs paucus f. 
pacus (wie raucus für racus, ahd. ruh, neben ravus f. racvus) stehe; paulus 
TravXog 7ravgog (: parvus = vevgov: nervus) sind wieder diphthongisch, die vol 
lere goth. form schiene fahus, was ich zu fahef)S yja^cc, faginon %atgeiv, wie 
paucus zu pax und paco, ttcwqog zu tcivoo stellen möchte, insofern Vorstellun 
gen des wenigen zufriednen vergnügten aneinander rühren, slav. pokoi, litth. 
pakajus ruhe friede Sanftmut, ist nicht auch ißcuog von v\ßv\ jugendfrohsinn 
und unser gering eigentlich leicht, leichtmütig? vielleicht auch parco ver 
wandt, denn schonen heifst sich enthalten und parcus ist sparsam wenig. 
Gr. vavg gen. vyjog, skr. naus gen. nävas, lat. navis stammen von vew 9 
lat. no navi, erweitert in nato natavi wie tt^oTov von 7tAew, das schif ist ein 
schwimmendes haus, diphthong hat auch das oberdeutsche naue nauwe 
(Stald. 2,232. Schm. 2,667) vgl. nawvart Ottocar 566 Ä ; in vy^o/jicu tritt gut 
turalis ein, wie im ahd. nacho linter, ags. naca, altn. nökkvi, die sich zu vavg 
verhalten wie knoche cnucl knöchel zu knie. V und U wechseln in navis, 
nauta = navita, naufragus = navifragus. Tacitus nennt den flufs Nahe, der 
bei Bingen in den Rhein fällt, Nava, und Ptolomaeus einen ort an der Rhein 
mündung NavaAia, was nichts als das lat. Navalia scheint; der nach dem flufs 
genannte gau heifst im mittelalter Naagouwi Nabegau. Sonderbar verdeutscht 
Ulfilas 1 Tim. 1,19 ivavdyyirav (vulg. naufragaverunt) naqadai vaurfmn, woraus 
zu folgen scheint, dafs naqa|)s, was sonst yvfxvoga. usdrückt, eigentlich schif- 
brüchig bedeute und mit einem goth. naqa navis Zusammenhänge ( 1 ); ahd. 
V j 
5 - ^vioikai \ hoJ) 
|n achai)«!; hoJ>ty 
^=l ‘n.öiMxH * 
(*) gesetzt auch, der Gothe 
am uoutRd 
ct>. cimr'a (X. 
tUU)L 
7wdluTr\ 5h 
nahm vuvuyeiv für scheitern, verunglücken, so ist doch 
rvh. <0uCc\m 
<L f 'hJLX
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.