Full text: Über Diphtonge nach weggefallnen Consonanten

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sprachen sich nach einem worte umzusehn, dem die consonanten P R C ge 
bühren; den yocal will ich unausgefüllt lassen. Es ist mir indessen noch 
nicht gelungen das entschieden richtige zu finden, man könnte auf praeco 
rathen, insofern Freyr nicht den höchsten gott, blofs dessen Verkündiger und 
herold bedeutete, heifst doch der nqgvg A’ii cpiXog, und Hermes, obschon selbst 
erhabner gott, Aicg ayyeXog nai avtyüov; praeconium gemahnt ans mhd. yrcenen 
verherlichen oder gar ankünden: swie der meie vögellin froeneMS. 1,31*; 
du hast fri gefroenet vögellin MS. 2,50". Dann fiel mir das lat. pro- 
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cus ein, da Freyr gott der liebe und des freiens ist, den Slaven Prije, böhm. 
Prige göttin der liebe, und wie Freyja und Frigg in den mythen sich vertre 
ten, dürfen auch frauja und frijon amare sich vermitteln, fravis laetus mit 
freis liber verwandt liegen; procus aber gehört zu precari und frauja be 
rührt sich mit unserm fragen, goth. fraihnan frah frehun, ags. frignan fragn 
frugnon; den Slaven ist prositi procare, Freyr wird in einem eddischen lied 
als liebewerbender dargestellt. Endlich hat Wackernagel zu frauja und fro fy&pv Qr, 
ansprechend das gr. 7rgavg, jon. 7rgyjvg, sonst auch iT^ctog milde, sanft vergli- I * * u ]^ 
chen, 7tqyivyis ist favens, lat. pronus, frauja ein milder gütiger gott, fautor; ein 
kehllaut würde sich leicht diesen formen heigesellen, in procare steckt auch 
blandiri. auf die form Frigg soll hernach zurückgekommen werden. 
Dem goth. bauan mufs ein hauan caedere secare geglichen haben, das ocuiä\> cJko (vic 4cuu. y ^ [ 
sich nicht vorfindet (kotttsiv wird maitan übersetzt) aber aus dem subst. havi, y*- j äod * t(xu^oo 
für %cgrog gramen caesum oder sectum geschlossen werden darf, sein praet. 
würde gleichfalls reduplicieren haihau haiho, wie baibau baibo ( 1 ). ahd. 
entspricht houwan praet. hiu und houwi foenum, mhd. houwen hie und 
houwe, nhd. hauen hieb neben heu foenum ( 2 ). Neben ags. heavan heav 
sehn wir in dem subst. heg hig foenum G auftauchen, welches ags. IG = 
ahd. OUW noch in andern beispielen begegnen wird, die engl, spräche 
hat den ablaut hew, wie öfter, zum praes. erhoben und mufs ein schwaches 
praet. hewed hinzu bilden, altn. tritt die gutturalis noch stärker vor: höggva 
caedere praet. hio gleicht jenem byggva bio, pl. praet. hiöggum, hiuggum. 
SoWickkö* in 
(*) 1 Tim. 2,11 ein seltsames 'in hauifja 3 in silentio; sollte pauifja zu lesen sein, dies 
zu ])agjan und tacere gehörig? ygl. dän. taus tavs taciturnus. 2,12. itv ^aJnOJL'nar 
( 2 ) foenum, it. fieno, franz. foin, span, heno gemahnt an finn. heinä, lapp, suoine suo- 
idne, slav. sjeno, böhm. seno, poln. siano, litth. senas. 
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