Full text: Gedichte des Mittelalters auf König Friedrich I., den Staufer und aus seiner so wie der nächstfolgenden Zeit

— 41 — 
mahnen der ejectus und ductus extra gregem cleri (51*), die ejecti vilitas 
morbi, der exui clericus (53*) wirklich an jenen bericht des Caesarius von 
dem krank ins kloster aufgenommnen, aber nach der genesung flüchtig ge- 
wordnen vagus clericus (s. 15); sollte zu Bonn der archipoeta unter dem 
namen Nicolaus statt Walther aufgetreten sein? könnte Caesarius die namen 
vermischt haben? Alle handschriften, die ich vergleichen konnte, geben Ni 
colaus. Aber dies ereignis müste zehn, zwanzig jahre früher fallen, weil 
man anzunehmen hat, dafs der archipoeta auch nach solchem versuch des 
klosterlebens in seiner alten weise zu dichten eine zeitlang fortfuhr. 
Die handschrift erst in die mitte des dreizehnten jahrhunderts zu ver 
legen wurde Docen ohne zweifei durch das auf den blättern 104.105 ent- 
haltne und von ihm im neuen lit. anzeiger 1807 p.247 herausgegebne lied 
c pange vox Adonis 3 veranlafst. Dies soll vom Marner sein, dessen name am 
rande, was Docen verschweigt oder übersieht, von jüngerer hand beige 
schrieben steht, und die weise scheint (nicht ganz genau) zu einem deutschen 
liede Marners zu stimmen. Allein dies lied findet sich seltsam, mitten in das 
von blatt 99* bis 106* laufende mysterium, auf dem vielleicht für ein bild 
leer gelassenen raum (fol. 104* zeile 20-22 und fol. 105* zeile 1-2), augen 
scheinlich später eingeschaltet und kann dem höheren alter des eigentlichen 
codex keinen eintrag thun ( 1 ). Habe Marner das stück abgefafst oder umge 
arbeitet, die andern gedichte des buchs reichen fast ein halbes jahrhundert 
über ihn und seine zeit hinaus. 
Geringere Schwierigkeit scheinen mir die Verhältnisse des unter Deut 
schen und in Deutschland hausenden armen Waltherus zu dem äufserlich in 
gunst und ansehn stehenden englischen Waltherus Map zu geben. Es mufs 
bei der aufgestellten Vermutung bleiben entweder, dafs dieser letztere sich 
der lieder des namensverwandten bemächtigt, oder dafs ein dritter sie auf 
seinen landsmann angewandt und dazu den text in einigen stellen geändert 
habe. Das wenig sichere, was wir von der poesie des Oxforder geistlichen 
wissen, darf die deutlichen beziehungen des archipoeta zu Reinald, Friedrich 
und Deutschland nicht gefährden. 
(*) Ein angefügtes mir von Sctimeller mitgetheiltes facsimile von 105 a macht die sache 
anschaulich.
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.