Full text: Gedichte des Mittelalters auf König Friedrich I., den Staufer und aus seiner so wie der nächstfolgenden Zeit

©Hessisches Staatsarchiv Marburg, Best. 340 Grimm Nr. Dr 196 
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ihrem lebendigen Zusammenhang, in dem sie mit Friedrich und Reinald 
stehn, gerissen, einem englischen dichter beigemessen, dessen name allen 
rühm davon getragen hat, während der des wahren verschollen blieb. Seit 
Balaeus und Flacius, der hier alles nur aus jenem hat, gehen lateinische 
gedichte um eines Walterus Mapes oder auch Golias, der in der zweiten 
hälfte des zwölften und im beginn des dreizehnten jahrhunderts, gerade un- 
sers dichters Zeitgenosse, gelebt haben soll. Das Verhältnis hat in der that 
etwas räthselhaftes. Zuvörderst Golias ist gar kein eigenname, appellati- 
visch bezeichnet es eben solch einen umschweifenden sänger, wie ich ihn 
unter dem ausdruck archipoeta geschildert habe. Wer weifs, ob irgend da 
bei an den riesen Golias oder Goliath des A. T. gedacht wrnrde, der bei volks 
spielen und processionen des mittelalters oft eine rolle zu spielen hatte; aber 
gleichbedeutig findet sich auch geschrieben Goliardus, und das romanische 
gouliard, goulard soll gourmand, glouton, debauche bedeuten, würde also 
für solche vaganten taugen. Die grandes chroniques du Hainaut stellen Jon 
gleurs ou gouliars 3 zusammen ( 1 ). Erst vor einigen jahren ist gerade in Eng 
land hand gelegt worden an eine vollständige ausgabe aller lateinischen ge 
dichte, welche diesem Golias, oder Walter Mapes zugeschrieben werden: the 
latin poems commonly attributed to Walter Mapes collected and edited by 
Thomas Wright, London printed for the Camden society 1841. xlix und 
371 s. 8°. Zu den bekannten nachrichten ( 2 ) gewährt des vielgeschäftigen 
herausgebers neue Untersuchung sehr dankenswerthe beiträge. Walter soll ca 
nonicus von Salisbury, 1196 vorsinger der kirche zu Lincoln, 1198 archidia- 
conus von Oxford gewesen sein und noch 1210 gelebt haben. Das älteste Zeug 
nis scheint Giraldus cambrensis in seinem ungedruckten speculum ecclesiae 
zu liefern, wonach (man lese die im anhang D ausgehobnen w’orte des Ori 
ginals) Walter Map oder Mapus mit Giraldus selbst befreundet, könig 
Heinrich des zweiten günstling und kaplan, ja eine zierde des hofes war. 
Heinrich der zweite herschte von 1154 bis 1189, Girald, geboren 1146, mufs 
erst zu beginn des dreizehnten jahrhunderts gestorben sein, weil er seine Hi 
bernia expugnata noch dem könig Johann (reg. von 1199 bis 1216) zueignete. 
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(*) Angeführt in Barrois ausgabe des Ogier. Paris 1842 \orrede s. LI. 
( 2 ) Cave script. eccl. 2, 281. Oudin 2, 1645. Fabricii bibl. lat. med. aevi 3, 117 
(ed. Mansi). 
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