Full text: Gedichte des Mittelalters auf König Friedrich I., den Staufer und aus seiner so wie der nächstfolgenden Zeit

sches Staatsarchiv Marburg, Best. 340 Grimm Nr. Dr 196 
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Literatur des Mittelalters. 
[1846. 
. handelt J. Grimm in der oben genannten Abhandlung, und zwar 
Ich ml führt er zunächst die Vermuthung aus, dass das von Rudolf von sollte, dafs 
das lie< Ems m Alexander erwähnte, noch nicht aufgefundene Gedicht von . i 
dem edelen Stoufzere nicht den von Absalöne oder, da ’ 
art und dieser Name ohne Zweifel verderbt ist, einen Dichter ähnliches 
Namens, sondern Freidank zum Verfasser habe. Hierauf werden , i 
die im Briefe des Priesters Johannes, der in verschiedenen Recen- ’ «essen 
eigenthgionen bald an Kaiser Emanuel bald an Friedrich gerichtet ist, aufm Verfasser 
herbeifFriedrich sich beziehenden Stellen besprochen, die im Anhang 
S. 103—107 noch besonders abgedruckt sind. Dann wendet sich 1 
soll. I der Vf. zu den mittellateinischen Gedichten auf Friedrich, von denen ;r, der ihn 
der sau er das Pantheon Gottfrieds von Viterbo und Günthers Ligurinus 09 t 
nur kurz berührt, um den ganzen übrigen Theil der Schrift einem e 
phen d bisher unbekannten, reich begabten lateinischen Dichter zu widmen, en wieder, 
das ihr der Walther hiess, unter verschiedenen scherzhaften Beinamen als 
Archipoeta, Abhas, Subprior, Primas, Presbyter vorkommt, und dem n g emem “ 
schaftli< me ] irere5 vielleicht alle Gedichte gehören, die uns unter dem Na-raus folgt, 
dafs w men Gualtherus Mapes und Golias überliefert sind und bereits he- , 
’ kannt waren. Von diesem Archipoeta Walther werden aus einer c as g anze 
53 stro göttinger Hdschr. acht Gedichte mitgetheilt, in denen sich der inzulässig, 
gleich Wächter selbst a l s fahrenden Sänger schildert, der in grosser Ar- . 
& muth doch stets sorgenfrei und, sobald er Etwas besitzt, verschwen- e seiner 
ersten e^ensch durch das Land zieht, mit dem Erzkanzler Reinald von Beide das 
vierte yKöln (f 1167) in enger Verbindung war und in dessen Aufträge ..1 
„dichtete que gessit in Latio cesar Fredericus. Zu den in der göt- 8 ’ 
und in jünger Hdschr. erhaltenen Gedichten kommen zwei neue aus einer nt aber im 
zehnten früher in Stablo, jetzt in Brüssel befindlichen Hdschr. , die auch 1 
noch das siebente göttinger enthält: von diesen beiden ist das eine n n? w 
che fass an Friedrich I. gerichtet, in dem andern aber, einem Selbstbekennt- n gedichts 
istmeh] M * ss des Dichters, dem Liebe, Spiel und Wein stete Gefahren .1 1 • 
^ringen, finden wir von der zwölften Strophe an das bekannte 1 
dmge ( Meum est propositum in taberna mori, als dessen Vf. Gualtherus in er aber 
verse zv^ a P es galt, ein Zeitgenosse unsers Archipoeten Walther, dessen a 
Werke ihm, wie Grimm hierauf ausführt, wohl wegen der Gleich- ' o o 
der gen beit des Namens, sei es durch einen Irrthum, sei es durch absicht- 56 sind in 
solcher ^ C ^ 1C Verfälschung später von Engländern zugeschrieben wurden. en z , -r i 
Jedenfalls scheint der Archipoeta Walther, der, wie man nach en zvvei c 
an dem e j n jg. eil stellen seiner Gedichte vermuthen darf, ein Deutscher war, rschlagen: 
sie schei n * c ^ identisch zu sein mit Walther Map, den Giraldus Cambrensis . -» •• 1 
als den Kaplan und Günstling Heinrichs II. von England erwähnt. 1 n U3ei “ 
haupt f Auch eine münchner und eine venediger Hdschr. enthält Gedichte *ewalt des 
reims si desselben Archipoeta, von denen Grimm reiche Auszüge mittheilt. 
Unter ihnen zeichnet sich besonders ein längeres Gedicht von 
^Phyllis und Flora durch Zartheit und durch Gewandtheit der Dar- 'en, etwas 
nicht ei s t e N un £ aus. — Im zweiten Hefte des fünften Bandes von Haupts . • i 
Zeitschrift für deutsches Alterthum haben Haupt, W. Wackernagel 1 n ö e 
emgeprj un( j Franz Pfeilfer boreits Nachträge zu Grimms Abhandlung ge- nnen, aus 
liefert, und zwar eine längere Stelle über Friedrich I. aus Encnkels 
(*) Die drei bekannten W: weiber, würfel, wein.
	        

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