Full text: Gedichte des Mittelalters auf König Friedrich I., den Staufer und aus seiner so wie der nächstfolgenden Zeit

essisches Staatsarchiv Marburg, Best. 340 Grimm Nr. Dr 196 
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noch dazu gemeingut und aus dem volk selbst geschöpft und geliehen war. 
Nicht einmal sind alle Sprüche, die auf seinen namen gehn, in die uns er 
habne samlung eingelassen, da zu den früher bekannten ergänzungen ( l ) im 
mer noch andere, jetzt aus der Zürcher handschrift ( 2 ) und bei Seifried Hel- 
bling sich gesellen. Denn ich pflichte dem herausgeber des letztem gar nicht 
bei, wenn er sie s. 246 einem jüngern Freidank beilegen will und des älteren 
für unwürdig erklärt; die ausflucht hält nicht stich, nicht nur ist 8, 489. 490 
augenscheinlich in der bisherigen samlung, sondern auch der gerügte reim 
8, 491.492 wird vollkommen rein, sobald man das unpassende spott in spät 
(lähmung) bessert.^ Es ist auch nicht einzusehn, warum Helblings wieder 
holte angabe, dafs Freidank den Vornamen Bernhart führe, unwahr und un 
willkommen sein soll. Gegen die meinung, welche, als sie zuerst aufgestellt 
wurde, nicht gering anzog und keines Scheins ermangelte, dafs Freidank und 
Walther von der Vogelweide ein und derselbe dichter seien, treten nunmehr 
zwei, wo nicht entschiedene, doch schwer abzuweisende gründe. Der erste, 
dafs Walther ein blofs lyrischer sänger war oder nach Gotfrieds ausdruck 
unter die nachtigallen gehört (weshalb auch Rudolf in jenen beiden aufzäh- 
lungen seiner geschweigt), Freidank umgekehrt, wie seine grabschrift richtig 
meldet, c nur sprach, nie sang," nur Sprüche und maere, keine lieder verfafste; 
wie wäre ein jüngerer spafs gerade auf diesen zug gerathen? Dann aber, dafs 
Walther zu Wirzburg begraben liegt ( 3 ), Freidank zu Treviso; ich bin nicht 
zweifelsüchtig genug, um das echte, was bei den grabschriften, oder auch 
nur der sage von ihnen vorausgesetzt werden mufs, zu verschütten. Freidank 
war viel gewandert, die annales colmarienses des dreizehnten jahrhunderts 
sagen ausdrücklich c Frydankus vagus fecit rithmos theutonicos gratiosos 5 ( 4 ), 
er mufs durch den Elsafs oder die umgegend gekommen oder gar daselbst 
sefshaft gewesen sein, wie auch aus Rudolfs stellen, der gern nahe dichter 
nennt, zu schliefsen wäre, seine gedichte konnten in der damals noch viel 
deutscheren Lombardei ( 5 ), die ihm zur grabstätte wurde, gunst und Leifall 
Freidank s. 182 und die im Renner befindlichen stellen. Uv»d % r 
Haupt 4, 398. ^ 
(’) 
( 2 ) 
( 3 ) Böhmers fontes rerum germanicarum 
( 4 ) 
(*) 
Haupt 4, 573. 282. Qvg 
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itschr. 1, 30. ' 
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Ulrich von Lichtenstein erstreckte seine abenteuerliche fahrt im jahre 1227 noch bis 
Meisters (Mestre) und Tervis, wo er mit den leuten fertig werden konnte. 
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