Full text: Deutsche Grenzalterthümer

essisches Staatsarchiv Marburg, Best. 340 Grimm Nr. Dr 197 
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Jacob Grimm: 
soll vor alters die grenze zwischen drei königreichen, Schweden, Dänmark 
und Norwegen gebildet haben. Die sage meldet, dafs die drei könige feier 
lich da zusammen kamen den grenzbegang hielten und an einem und dem 
selben tisch, doch jeder in seinem reich safsen. Nach einer schon ins w'est- 
gotische rechtsbuch s. 67. 68. aufgenommenen, freilich unhistorischen nach- 
richt ordneten unter könig Emund (etwa in der mitte des zehnten jahrhun- 
derts) zwölf männer, vier aus jeglichem der drei reiche die streitig gewesene 
'öYeita?Ye^£{etn ^ grenze, und als nach vollbrachtem geschäft Emund zu pferde stieg, hielt ihm 
s/Y\tiÖ^julStmaK l ^ der könig von Dänmark den zäum, der könig von Norwegen den Steigbügel. 
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Ähnliche sagen gehen von andern orten in Deutschland. Auf der Desburg 
einem Vorgebirge der Rhön steht ein alter hoher grenzstein, in welchen eine 
schüsselähnliche Vertiefung und daneben drei löffel gehauen sind. Hier grenz 
ten die ämter Lichtenberg, Kaltennordheim und Sand aneinander und man 
erzählt, dafs vor alters beim grenzbegang die amtleute der drei Ortschaften 
aus dieser schüssel suppe mit einander afsen ( 1 ). ugP. 2eivjjU^ 
Folgende stellen der weisthümer gehören hierher: 
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«icw, el PLfo,- .8—begang Z u Kirburg a. 1583: 
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und ist von den alten geredt, wan man einen dreistailigen stul setzet mitten 
in die wolfskaule, solle drei herrlichkeiten bereichen, nemlich Sain, Beil- 
, stein und Marienstatt. 
lYokcyu trrw» flATemcÄ ^ 833 weisthum der grafschaft Wied a. 1553, ein Brunnen Dodersbrunn ge- 
i OfuXC^ COMtl'ClfyXf/, nannt: 
'ßxjbfrXtyj yj'fjfrvMn da soll man stellen einen dreistempligen stul, daran sollen sitzen die Col- 
'boci-^'rc nischen, Wiedischen und Isenburgischen jeder in seines gn. herren obrig- 
J IQ i q keit und sollen aus einer schuttelen essen. 
.%i vcT- 2, 51 weisthum von Fechingen 15. jh. 
C/J7W/dfAGj (m+js(iA~ döl<t^ auf dem Scharberg: da stossent der vier herren gericht des dorfs zu- 
cW f/rufe ) sainmen. S f As«>\ CWftAte . 
Qu^tw^ti&Luia« 2 > 75 r“rr mk -° sea \ ,■ 
htu) llOA/fe/WA 0PirYnnx "'l an dem scheitborn, wisen wir den hern von balkenstein u. unsers hern 
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^ voigt von Broich in mins gn. h. vogdie von Trier und eines probsts vodien 
von s ‘ Paulin: dafs die vier hern raor§ent sitzen uf dem born und ein 
föNHvuföü'Qadkc* ^ticweMt y ckliche dem andern zu essen ma g g eben uf den vier vodien - 
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( j ) Bechstein sagen des Rhöngebirgs s. 49. 
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