Full text: Deutsche Grenzalterthümer

essisches Staatsarchiv Marburg, Best. 340 Grimm Nr. Dr 197 
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engpässen des Jura stand zur zeit der Heiden ein haus oder tempel, isar- 
noduri (ostium ferreum) genannt, wahrscheinlich opferstätte und landscheide 
zwischen gallischen und deutschen Völkern. Durchlöchertesteine die für heilig 
galten (mythol. s. 1118) scheinen auch bei grenzen berücksichtigt worden zu 
sein; die grenze eines im j. 1059 bestimmten wildbanns führt ad apicem ge 
meinen gunbet (?guntpetti) und ad durechelenstein MB. 29 a , 143, und gera 
deso wird in einer ags. urkunde bei Kemble n°. 260 (a. 347) from pjrelan 
stäne ausgegangen. 
Unsern grenzurkunden gereichen hügel und grofse steine zu hauptan- 
haltspunkten. Der hügel heifst ahd. houc, altn. haugr, und oft verbindet sich 
damit die Vorstellung eines tumulus oder grabmals, goth. hlaiv, ahd. hleo. 
Nakt aus dem boden hervorstehende Steinblöcke werden wachen genannt und 
meist in weifser oder schwarzer färbe angegeben. Auch II. 23, 329 sind die 
Xae &vo Asvküo, zwar als todtenmale oder rennziele vorgestellt, leicht aber als 
grenzzeichen aufzufassen, zumal sie ausdrücklich an eichenpfäle angelehnt 
werden, ganz wie sich in grenzen steine mit bäumen verknüpfen. Virgil 
(Aen. 12, 895-98) läfst den Turnus einen Ungeheuern stein aufgreifen: 
saxum antiquum ingens campo quod forte jacebat . 
limes agro positus, litem ut discerneret arvis, 
vix illud lecti bis sex cervice subirent 
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qualia nunc hominum producit corpora tellus. KvMete, tiuT- f. Zu . a 
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^ I ^ Iß der litth. spräche ist kapas todtenhügel, kapczius grenzhügel, apkapiti 
f ' /V % begrenzen. Aus dem slav. kupa, hupice häufe ist das ahd. kuffihoug und kuf- 
Cntkj- ßso, grenzhügel. Unsere alten gerichtsstätten und malberge waren von steinen 
)ÖXKOv/^cÜi^ umkränzt, auch den ansehnlichen markscheiden wird solche umsteinung nicht 
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gemangelt haben; es ist die VTscpava griechischer grenzurkunden (inscr. 2,1103). 
Ragende bäume, zu grenzzeichen auserlesen (olla veter arbos templum 
tescumque finito. O. Müll. Etr. 2, 133), im Sachsenspiegel malbome, mahl 
bäume genannt, werden noch mit besondern malen oder merkmalen ausge 
stattet. Solch ein Zeichen führt in unsrer alten spräche den namen läh, voll 
ständig mit aspiration hläh, und scheint den einschnitt, die incisio auszudrük- 
ken, welche in bäume, aber auch wol in steine und felsen gemacht wurde, 
davon ist uns noch heute die benennung lochbäume, lochsteine geblieben 
und man hat dazu den vorhin entwickelten begrif der snat oder sneida zu 
dl nehmen, obgleich ich niemals lach oder loch, wie jenes snat für die grenze 
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