J. Grimm über zwei entdeckte Gedichte
Hessisches Staatsarchiv Marburg, Best. 340 Grimm Nr. Dr 195
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nun der Name für das Entscheidungsschlachtfeld zwischen Germanen und
Römern erst nachher dem Orte beigelegt worden, oder ihm schon früher
eigen gewesen, so dafs Absicht ihn zum Kampfe ausersehn hätte. Wir wer
den gleich sehn, welchen Einflufs die idisi auf den Gang der Schlacht aus
übten. Tacitus rechtfertigt uns das hohe Alter der Form idis, und alles
folgende, wie mich dünkt, empfängt damit gründliche Unterlage. Im Jahr
16 unsrer Zeitrechnung werden die idisi zuerst erwähnt, wie sollte in allen
folgenden Jahrhunderten bis zur Bekehrung nicht der Glaube an sie gewal
tet haben?
Ich schreite weiter vor in der Worterklärung. Die erste Langzeile
hat bemerkenswerthe und schwierige Adverbia. eiris, alterthümlich für eris,
eres, reicht nahe an das goth. airis prius Luc. 10,13, welches keinen Gen.
vielmehr echte Adverbialsteigerung zeigt. Niemand wird das in der Hand
schrift völlig ausgemachte R ändernd etwa einis, enis, ags. aenes semel oder
aliquando vermuten wollen. Desto mehr zu rathen gibt das zweite Glied
des Verses. Ich habe nicht vorgreifen mögen und die im Text deutliche
Worttrennung hera duoder ebenso abdrucken lassen. Allein die Alliteration
kann nicht zweimal auf dem Verbo säzun ruhen, sondern das vocalische
eiris : idisi gebieten auch im zweiten Glied einen Vocalanlaut zu suchen.
Dazu gibt es, die Echtheit der überlieferten Lesart vorausgesetzt, nur eine
zwiefache Wahl. Man hat entweder her aduoder oder herad uoder zu schei
den. aduoder ist ein zum zweitenmal noch nicht vernommnes Wort, darum
kein falsches. Gemahnt es nicht an die goth. aljabrö aliunde, babrö inde,
innabro ea m u)&ev (*)? und gäbe es nicht ähnlichen localen Sinn? ich weifs es
nicht vollends zu deuten, doch in einem Denkmal voll alterthümlicher For
men, darf auch ein dunkles Adv. noch unangetastet stehn bleiben. Zerlegt
man herad uoder, so läfst sich mit herad ausreichen, es wäre das ahd.
~ 2, 9aV heröt, alts. herod, und drückte wie hera huc aus. Aber uoder? Stände
amwirTN. / 5 a 5
0 j es = öder, andar, aliorsum? das alts. adro, ags. ädre protinus, mane, dilu-
culo gehört kaum dazu. Läge darin eine Fortbildung der nur untrennbar
vorkommenden Partikel uo-, 6 (Gramm. 2, 784. 785), so dafs sich uo und
uodar verhielten, wie lat. re-, red- und retro, vgl. wid, widar und lat.
euXiert ßti
Sfalöei' 1/ H7-
C 1 ) vgl. das alid. subst. innadiri, innuadri, innadoli, innodili (Intestina) Graff I, 157.298,
wobei es mir zumal auf das uo, 6 ankommt.