Full text: Liederkraenze für Jugend und Volk

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Fleiß und Arbeitsamkeit. 
stand und Tugend! Fleiß bringt Lob und Freude ein; 
laßt den Tragen träumen. Wir, wir wollen fleißig 
seyn, keine Zeit versäumen! 
2. Menschen, die verständig sind, lassen sich nicht 
treiben; freudig lernt ein gutes Kind, wird auch fleißig 
bleiben. Trage Thiere treibt man nur, zwinget sie mit 
Zäumen; du von geistiger Natur, darfst dich niemals 
säumen. 
3. Faulheit lohnt mit Unverstand, Armuth, Spott 
und Schande, das ist Jedermann bekannt auch in un 
serm Stande. Darum laßt uns fleißig seyn, Zeit und 
Kräfte nützen! Gott mit uns! denn er allein kann 
uns unterstützen. 
114. Lohn des Fleißes. 
Mel.: Singen wir aus Herzensgr. n. 
Ocher: Gott sey Dank in aller oc, 
(77.) 1. Süßer, angenehmer Fleiß — o wie 
herrlich ist der Preis, den er jedem Menschen beut, der 
ihm seine Kräfte weiht! 
2. Wann die Langeweile gähnt, und sich krank 
nach Possen sehnt: hüpft in froher Thätigkeit, ihm die 
nie zu lange Zeit. 
3. Ja, auf seidnen Schwingen fliehn seine Stun 
den vor ihm hin; den verlornen Augenblick, nichts 
sonst, wünscht e: sich zurück. 
4. Er ist stark, gesund und frisch; Arbeit würzet 
ihm den Tisch; und kein kranker Ekel schleicht sich zu 
seiner Mahlzeit leicht. 
5. Wenn er winkt, drückt ihm die Ruh seine Au 
gen willig zu; nie hat ihn ein Traum geweckt, der im 
Schlummer ihn erschreckt. 
6. Er begegnet allemal früh dem ersten Sonnen 
strahl, wann er, munterm Fleiß geneigt, von den Ber 
gen niedersteigt. 
7. Zn der Jahre spaterm Lauf suchen Ehr' und 
Würd' ihn auf; Glück und Segen warten sein, ihn 
im Alter zu erfreun. 
8. Allenthalben trifft er dann Früchte seiner Ar 
beit an; keinen Augenblick der Zeit, den er nun um 
sonst bereut.
	        

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