Full text: Liederkraenze für Jugend und Volk

90 III. Lebensglück u. Beförderungsmittel desselben. 
Z. Lieber! führ' unS freundlich an, daß wir nicht 
erschrecken, wenn auch unsre künft'ge Bahn ferne 
Schatten decken. Reich uns deine traute Hand durch 
dieß Erdenleben; bis wir in das beß're Land froh hin 
über schweben! 
143. Die drei Rosen. 
Chor. 
(134) Vom Schooße der Natur ließ Gott uns eine 
Rose steigen; sie duftet selig, rein und süß, dem Ar 
men, wie dem Reichen. 
Solo. 
(Erste Stimme.) Sie knospet—in der Kindheit 
Tagen, bricht auf— dem Jüngling, blüht— dem 
Mann; sie stillt des matten Greises Klagen, und führt 
zuletzt uns himmelan. 
(Zweite Stimme.) Sie krönt allein der Fürsten 
Freuden; sie wischt des Sclaven Thränen ab; sie lin 
dert jedes Erdenleiden, und blüht noch über unserm 
Grab. 
(Von zwei Stimmen gesungen.) 
Wer dieser Rose Tugend preis't, dem saget, daß 
sie Freundschaft heißt. 
(Chor vom Anfange.) 
Solo. 
(Erste Stimme.) Sie schmückt des edlen Jüng 
lings Wangen und wohnt in keuscher Mädchen Brust, 
erweckt das süßeste Verlangen und lohnt mit engelrei 
ner Lust. 
(Zweite Stimme.) Sie duftet lieblich dem Ver 
kannten, und den Gedrückten stärket sie, blüht selbst 
in ungerechten Banden, und wo sie blüht, verlaßt 
sie nie. 
(Von zwei Stimmen gesungen.) 
Wer dieser Rose Lugend preis't, dem saget, daß 
sie Unschuld heißt! 
(Chor vom Anfange.)
	        

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