Full text: Liederkraenze für Jugend und Volk

84 III. Lebensglück u. Beförderungsmittel desselben. 
nicht vergebens, o wie würd' es mich sonst reu'n! — 
Früh verschönre mich die Tugend, früh verfeinre mich 
Verstand: was ich lerne in der Jugend, ist im Alter 
mir bekannt. 
2. Ich will auch bei Spiel und Freuden sittsam 
und verständig seyn; dankbar, höflich und bescheiden 
Jeden, der mich sieht, erfreun. Sollten mich auch 
Andre kranken, so will ich mich nicht vergehn, immer 
an die Worte denken: Sanftmuth macht die Seele schön. 
3. Ich will meiner Acltern Freude und ihr Trost 
im Alter seyn. Kein Gepränge mit dem Kleide, nur 
ein gutes Herz sey mein. Fromm vor Gottes Augen 
wandeln und in jedem Augenblick edel denken, edel 
handeln: dieß sey meines Lebens Glück. 
133. Die Rosenstöcke. 
(8.) 1. Es war mir unbekannt, daß Rosenstöcke 
stechen, jüngst wollt' ich Rosen brechen, und stach mich 
in die Hand. 
2. O merk es dir, mein Herz! daß nahe beim 
Vergnügen des Leidens Dornen liegen, sehr nah gränzt 
Lust an Schmerz. 
3. Die Lehre nimm in Acht: in des Vergnügens 
Stunden kannst du dich leicht verwunden; o merk es 
dir, mein Herz! 
136. Anerkennung des Guten an Anderen. 
(46.) 1. Es war vor wenig Jahren ein Knabe 
jung und zart, hieß Friedrich, war besonders von guter 
Sinnesart. 
2. War freundlich und bescheiden, nicht zänkisch 
und nicht wild, war sanft, wie kleine Schäfchen und 
' wie ein Täubchen mild. 
3. Zum Schul- und Gotteshause sah man ihn 
fleißig gehn und Jedem, der ihn grüßte, gar freundlich 
Rede stehn. 
4. Drum gab auch Gott Gedeihen; der Knabe 
wuchs heran und seine Aeltern hatten recht ihre Freude 
dran.
	        

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