Full text: Brief von Adolf Friedrich Hesse an Louis Spohr

Singakademie und einem großen Orchester
(zusammen 250 Personen) in der Aula Leopoldina
eine Aufführung. Cherubinis Ouverture zu Medea
eröffnete den Abend, darauf folgte die Fantasie
für Klavier, Orchester und Chor von Beethoven,
die eine Madame Schwemer am Klavier sehr gut
ausführte; den Schluß machte der Faust, komponirt
vom Fürsten Radzivill, der Niemand sehr gefiel.
Das Gedicht von Göthe eignet sich gar nicht zur
Komposition, so viel ich meine; dann aber hat
die Musik neben Talentvollem, Bedeutendem zuviel
Triviales, Dilettantisches. Ich war froh, als
es aus war, im Übrigen war die Aus-
führung sehr gut. Vor einigen Tagen war
ich bei dem Fürsten Hohenzollern-Hechingen,
den Sie auch besucht haben. Er lud mich
nach Löwenberg in Schlesien, wo er jetzt wohnt,
ein und ich habe mich köstlich dort amüsiert.
Wenn es Ihnen Spaß macht, so lesen Sie beifolgen-
den Bericht darüber. Erfreuen Sie mich recht
bald mit einigen Zeilen von Ihrer Hand; was
haben Sie diesen Sommer vor?
Ihrer Frau Gemahlin, so wie sämtlichen Gliedern
Ihrer Famile meinen hochachtungsvollen Gruß,
ebenso Fr. u. Hr. v. Malsburg, Bott, Sobirey
etc. etc.
Wie immer, hochachtungsvoll

Ihr treuergebener Verehrer
A. Hesse.

Volltext von: Karl Traugott Goldbach, Spohr-Briefe www.spohr-briefe.de/briefe-einzelansicht?m=1855040331

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