Volltext: Brief von Adolf Friedrich Hesse an Louis Spohr

Wunsch. — Der Winter ist hier unter
unendlichem Musiziren vorübergegangen.
Die stehenden Kapellen à 40 Mann haben
zusammen 90 Sinfonie-Konzerte gegeben,
das ist doch genug. Dreißig davon habe
ich bei der Kapelle dirigirt, auch in einem
Benefizkonzerte Blecha’s das schöne c moll-
Konzert von Beethoven (aus der Mozartschen
Epoche) gespielt, das mir sehr gelang, und
mit der Kapelle sehr schön zusammenging.
Von Ihnen gaben wir die Weihe der
Töne, die 3te Sinfonie und die Ouverture
zu Faust und Jessonda. Unsere Theater-
kapelle hat durch fortwährendes Zusammen-
spiel bei den Opern und Konzerten
eine Vollendung erreicht, die wirklich
auffallend ist. Große Epoche hat hier
ein Wundermädchen, Wilhelmine
Neruda, eine imposante Erscheinung,
17 Jahre alt, gemacht. Sie ist Künstlerin
auf der Violine, und gab im Theater
12 Konzerte mit immer steigendem
Beifalle. Ihr schöner glatter Ton, die

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