Full text: Brief von Adolf Friedrich Hesse an Louis Spohr

Stubenthür entgegen kommen. Ihr Befinden hat bis jetzt
gewechselt, doch nun bin ich sehr bekümmert; ihr Leib
wird sehr hoch, die Beine sind angefchwollen und ihr
Zustand ist ein sehr preßhafter, dabei ist die
Schwäche außerordentlich; sie kann nach der Meinung
des Artztes nur noch hingehalten werden.
Auf der Rückreise hatte ich eine barbarische Hitze
auszustehn, und habe ich die ersten drei Wochen
meines Hierseins fortwährend mit geschwollenem
Gesicht, Blutschwären, Hals- und Augenentzündung
zu kämpfen gehabt; es mußte irgend ein Gift
in mich gefahren sein. — Meine Kirche wird
jetzt restaurirt und soll zu ihrem 400jährigen
Jubiläum im Glanz sein; man wendet große
Summen daran; einige Chöre sind weggerissen
worden, sodaß sie freier und geräumiger
sein wird. Ich muß fortwährend mit
einer verhängten Orgel spielen, damit kein
Staub hineindringt. War nicht unser wohlbeleibter
Propst Krause bei Ihnen? er wollte Sie einen
Augenblick besuchen. Heut wird in unserem
Theater der Freischütz mit neuer, brillanter
Wolfschlucht-Dekoration gegeben, Flugwerke, Maschinerien
alles neu; trotzdem kann ich mich damit nie befreunden. —

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