Full text: 400 Jahre Landesbibliothek

54 
nm 
gen ab 1969 im Zusammenhang mit der Gründung der Gesamthochschule Kassel 
führten zu einer Besserung der Situation im Erwerbungsbereich. Besonders 
schwierig gestaltete sich mit Beginn des 8. Jahrzehnts die Personalsituation. Eine 
- allerdings folgenlose - Untersuchung durch das Organisationsamt der Stadt 
Kassel 1971 wies nach, daß zur Bewältigung der laufenden Bibliotheksarbeit der 
Personalstand um insgesamt sieben Stellen angehoben werden müsse. 
Zusammengefaßt und gleichartig organisiert wurden die Verwaltung, die 
Erwerbungsabteilung, die Katalogabteilung und die Benutzungsabteilung. Die 
Sonderabteilungen der Landesbibliothek Kassel blieben erhalten. 
Kernstück der Vereinigung mußte die Zusammenlegung der Kataloge 
sein. Für die Ordnung des alphabetischen Kataloges wurde eine neue Instruktion 
nach dem modernen Prinzip der „mechanischen Wortfolge“ entworfen. Grund 
katalog wurde der Katalog der Landesbibliothek. Durch Vergleich des alphabeti 
schen Kapsel-Kataloges der Murhardschen Bibliothek der Stadt Kassel mit diesem 
alphabetischen Katalog wurden zunächst die Dubletten festgestellt und entbehrli 
che Mehrfachexemplare ausgeschieden. Durch ihren Verkauf wurden die hierfür 
tätigen Mitarbeiter im Werkvertrag bezahlt. Mit dem Erlös wurden ebenso 
Verfilmung und Umkopierung des alphabetischen Kataloges der Murhardschen 
Bibliothek auf das internationale Bibliotheksformat finanziert. Durch Mitarbei 
ter, meist im Werkvertrag, wurden die so erhaltenen Katalogkarten anschließend 
in den alphabetischen Grundkatalog eingelegt. Die Umstellung war 1965 im 
wesentlichen beendet. Die Notwendigkeit, nach Erweiterung des Bibliotheken 
systems Anfang 1976 den alphabetischen Katalog an 10 Standorten zur Verfügung 
zu haben, führte zu einem Abbruch und zum Führen eines Anschlußkataloges, 
des sogenannten Neuen Alphabetischen Kataloges. Mit Beginn der EDV- 
Katalogisierung für Bücher mit Erscheinungsjahr 1980 besteht später die Mög 
lichkeit, beide Zettelkataloge wieder zu vereinigen und durch Mikroficheverfil 
mung als ein Alphabet der Benutzung an allen heutigen Standorten zur Verfügung 
zu stellen. 
Die Realkataloge beider Bibliotheken wurden abgebrochen. Für die 
Erwerbungen ab 1958 wurde ein neuer Sachkatalog der gesamten Bestände nach 
dem „modernen System der Staatsbibliothek Bremen“ 11 , begonnen. Für die 
Erwerbungen ab 1969 wurde eine Sacherschließung nach der Methode Eppelshei- 
mer eingeführt 12 . 
Der Schlagwortkatalog wurde zunächst fortgeführt, wobei das Göttinger 
Regelwerk mit Verwendung des engen Schlagwortes jetzt zur Arbeitsrichtlinie 
erhoben wurde. Seit 1976 ist der standortfreie Sachkatalog ein Schlagwortkatalog 
nach dem ähnlichen Regelwerk der neugegründeten Universitätsbibliotheken 
Bayerns. Es ist geplant, nach und nach den alten Schlagwortkatalog bis 1969 
einzubringen. Der Sachkatalog nach der Methode Eppelsheimer wurde mit Ende 
1975 abgebrochen, da die Einführung von einheitlichen Aufstellungssystematiken 
für Freihandbestände in der Mehrzahl der Bibliotheken des Bibliothekensystems 
gleichzeitig mit der Erstellung der Standortkataloge einen groben systematischen 
Katalog anbietet. 
Die vereinigten Lesesäle beider Bibliotheken wurden 1959 eröffnet, die 
Öffnungszeiten der Lesesäle und der Ausleihe auf 9 bis 13 Uhr und 15 bis 18.45 
Uhr festgesetzt. Aus Mangel an Personal mußte die Ausleihzeit 1974 stark 
reduziert werden auf die Zeit 10 bis 13 Uhr und montags wie freitags von 16 bis 
18.45 Uhr, dienstags bis donnerstags 15 bis 16 Uhr. Durch die Umwandlung der 
günstiger gelegenen Magazine mit den vielgefragten neueren Bucherwerbungen in 
Freihandmagazine mit Benutzerdirektzugriff war es ab 1977 möglich, die 
Mehrzahl der benötigten Literatur von 10 bis 18 Uhr durchgehend auszuleihen. 
Die vielgefragten Zeitschriften sind seit dieser Umstellung sofort einsehbar, 
können jedoch wegen der großen Nachfrage im Normalfall nicht ausgeliehen 
werden. 
Bei dem Auf und Ab in der Zuweisung der Erwerbungsmittel ab 1957, bei
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.