Full text: 400 Jahre Landesbibliothek

Einleitung von Philipp Loschs „Soldaten 
handel”. Kassel: Bärenreiter 1933, S. 5 
Aus: Edward J. Lowell: Die Hessen und die 
anderen deutschen Hülfstruppen im Kriege 
Gross-Britanniens gegen Amerika 
1776-1783. Hrsg, von O. C. von Verschuer. 
Braunschweig 1901, nach S. 74 
v^>0 giBf gettüße fyißorifcfyc 23orßcüungcn, bie unausrottbar |lnb. 0icfyf ber 
bcuffcfye löurcfyfcfynittspfyilißcr eine alte Dfciine, fo weiß er, baß „Dlaiibrittcr" 
barin gekauft fyaben, bie ifyte unglütflidjen Opfer im „23urgpcrlicß" um» 
fommen ließen» {Jolferfammßm o^ne „eifeme 3ungfrau" fmb faum gu benfen, 
unb alle Reffen ßnb drnfel ber „nac£ 2Imerifa Perfauffen fianbesfinber." 
255enn man in Äaffel einem auswärtigen 3freunb 23efannfen bie 
0cfjensipürbigfcifen ber Heimat geigen ntödßc, bann fpielcn ßß> bie !Dtnge 
faß regelmäßig naefy folgenbem 0c§cma ab. 
9Kan ge^f über ben ^riebridjsplal unb fogf; 2)as iß ber ßanbgcaf <5rriebndj. 
„2lfya", fagt ber ^frembc, ber einen alten Jöacberfcr 1 ßubierf fyaf, »oller 
3ntcreße, „bas ifl alfo ber Äurfürß, ber feine Xlnferfanen noefy 2Imcrifa Per» 
fauft fyat“ 2)cr Äaßclancr ärgert ßct> ein bißchen, fcfylpeigf aber, bis bet 
grembe auf 2ß3Ü^eImsI>ö^e, Por ben Äasfaben unb bem ^erfules eftpa, 
fagt: „2f£a, bas iß alfo alles aus bem 23Iuffcfjtt>ciß ber Pcrfauffcn fianbes» 
finber errietet.“ 2)ann fann ber Äaßelaner nißß me^r*an ß$ Ralfen unb 
plafß raus: „2)as iß nic^f ipatyr!" unb erhält bie ^Import: „^Tta, fyaf benn 
3fyr Äurfürß feine 0olbafen nifyt nad^ 2Imerifa gefdfyicfr?" 2)ann muß ber 
ipeße befc^ämf bas gugeben unb iß mit einem „9T£a, alfo!" gum 0cfyipeigen 
gebraut. 
Söhne auf Bauernhöfen, die sonst nie eine Chance gehabt hätten, zu etwas Geld 
zu kommen; die in Amerika kämpfenden Soldaten schickten regelmäßig Geld in 
die Heimat. Von den 16-17000 Kriegsteilnehmern sind 357 Mann gefallen, fast 
zehnmal soviel an Krankheiten gestorben, 8 029 in Gefangenschaft in Amerika 
geraten, 2949 vermißt bzw. desertiert; von den Gefangenen sind viele nach ihrer 
Entlassung in Amerika geblieben. Herbst 1783 bis Frühsommer 1784 kehrten die 
Regimenter nach Kassel zurück. 
Ein besonderes Kapitel, mit dem sich auch Losch befaßte, ist die Schlacht 
bei Trenton zu Weihnachten des Jahres 1776. 
General Washington überraschte eine hessische Brigade unter dem 
Obersten Rail und rieb sie fast völlig auf. 1 046 Hessen gerieten in amerikanische 
Gefangenschaft, nur 292 gelang die Flucht. Zum Kriegsschauplatz in New Jersey: 
Kommandierender General war der Engländer Grant. Für das Winterquartier 
hatte er seine Truppen so aufgeteilt, daß der größte Teil, namentlich englische 
Truppen, in Princeton lagen, wo sich auch Grant im Hauptquartier selbst 
aufhielt. (In New Brunswig standen die Garden. Zwei Außenposten waren von 
den beiden hessischen Brigaden von Donop und Rail besetzt. Die Donopsche 
Brigade und ein englisches Regiment kampierten in Burlington und Borbenton 
am Delaware.) Die Brigade Rail mit ihren drei hessischen Regimentern Rail, von 
Loßberg und von Knyphausen nebst einigen kleineren Einheiten hatten ihr 
Winterquartier in dem kleinen Städtchen Trenton am Delaware. Rail hatte, durch 
frühere militärische Erfolge über die Rebellen verleitet, Wach- und Aufklärungs 
dienste sträflich vernachlässigt. Doch lassen wir einen Beteiligten sprechen, der 
allerdings weniger auf das militärische Geschehen als auf die Person des Obersten 
Rail eingeht. Es sind Tagebuchaufzeichnungen des Füsilier-Seconde-Lieutenants 
des Regiments von Loßberg, Johann Jacob Piel (f 19. 11. 1806 ?). Das Tagebuch 
wird unter der Signatur 4° Ms. Hass. 188 in unserer Bibliothek aufbewahrt:* 
Das Regiment wird gefangen. Den 26. [12. 1776]. Die RaWsche Brigade hatte seit 
dem 14 l d. M. das Städtchen Trenton am Delaware besetzt. Die Feinde standen 
jenseits diesem Fluß und weil sie Schiffe hatten, wir aber nicht, so konnten sie aller 
Orten herüberkommen und uns beunruhigen. Gestern Abend in der Dämmerung 
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