Full text: 400 Jahre Landesbibliothek

nicht zu berechnenden Aufenthalt verursachen, wo die Schwierigkeit des Nacht 
quartiers namentlich im Binnenlande (nur auf dieses mögte ich ein besonderes 
Augenmerk richten, um nach Möglichkeit die geographische Verbreitung der 
räthselhaften, wahrscheinlich ureinwohnenden Iroglodytenvolkes zu erforschen, 
deßen Hölenstädte wie 18 Hieroglyphen einer längst untergegangenen Zeit geartet 
sind) eine oft zeitraubende Rücksicht in Anspruch nunt 19 , in einem solchen Lande 
läßt sich bei Verfolgung eines bestirnten Zweckes die erforderliche Zeit mit 
Genauigkeit nicht angeben; doch hoffe ich nach einem ungefähren Ueberschlage, 
in drei Monaten das Land mit gehöriger Gründlichkeit bereisen zu können 20 . 
Was nun die erforderliche Zeit betrifft 21 , welche zur Erreichung meines Zweckes 
erforderlich seyn dürfte, so erlaube ich mir, Kf. m. M. d. I. folgende Gesichts 
punkte aufzustellen: 
(Für einen fruchtbaren Aufenthalt in Sicilien dürften nicht weniger als 3 Monate 
erforderlich seyn;) 22 
Bei der großen Entfernung u. bei den auf 73 einer schnellen 24 Reise durchaus nicht 
berechneten Transportmitteln in Italien, bei der zeitraubenden Einrichtung des 
Paßwesens in diesem Lande, und - ich darf auch wohl hinzusetzen - bei der Reihe 
intereßanter Städte, durch welche der Weg führt, ist es kaum möglich, Palermo 
oder Meßina in weniger als 4 Wochen zu erreichen; aber soviel für den Rückweg 
würde als mindestes Erforderniß 5 Monate geben. Da mich indeß eigne Erfahrung 
gelehrt hat, daß Zeitgewin 23 nur durch Aufwendung bedeutender Geldmittel zu 
erreichen 26 ist, ich aber sehr Ursache habe, mein 27 durch fortgesetzte Entbehrun 
gen mühsam erspartes Reisekapital sorgfältig zusamen zu halten, 28 da ich ferner 
den Wunsch nur schwer unterdrücken kann, wenn Zeit u. Mittel es mir nur 
einigermaßen erlauben, auf dem Hin= oder Rückwege einige der großgriechi 
schen Städte, namentlich Lokri, Kroton, Sybaris u. Metapont zu besuchen, so 
würde ich es für eine besondere Gnade schätzen 29 , wenn mir ein gewißer 
Spielraum gestattet würde, wobei ich auf das heiligste verspreche, die Güte 
K’n. M/s auf keine Art zu mißbrauchen, u. überhaupt nach Kräften dahin zu 
wirken, daß ich das vorgesteckte Ziel in möglichst kurzer Zeit erreiche./2 r Die 
Direction der Lb., welche von meinen Vorarbeiten Einsicht genomen hat, u. mein 
Unternehmen, als ein für die Wißenschaft erspriesliches zu fördern gütigst 
versprochen hat, wird Sorge tragen, daß der laufende Dienst auf der Landesbiblio 
thek durch meine Abwesenheit keine Störung erleidet. 
5 
~T 
27 
~Y 
43. 
42. 
Dr. Sch., 
Sekr. an Kf. LB. 
Kf. Direct, der Landesbibliothek! 
Indem ich beiliegendes Gesuch an K. M. d. I. zur kräftigen Verwendung anemp 
fehle, erlaube ich mir dieser Bitte einige Bemerkungen zuzufügen, welche sich auf 
den Dienst der Landesbibliothek beziehen. 
Vorerst versteht es sich von selbst, daß für den Fall einer 
gnädigen Gewährung meines Gesuches, vor dem Antritt der 
Reise, die ich etwa in der Mitte März begmen mögte, alle noch 
vorräthigen Bücher in die Kataloge eingetragen werden. Die 
während meiner Abwesenheit angeschafften könnten ungebun 
den oder nach Bedürfniß gebunden, bis zu meiner Rückkunft 
liegen bleiben, indem ich nicht wünsche, daß ein Werk durch 
jemanden andern als durch mich eingetragen werde, wovon 
natürlich eilige Fälle eine leichte Ausnahme machen. Ich würde 
alsdann diesen Haupttheil meines Amtes 31 unbeschadet des 
Dienstes nachholen können. Damit ferner für den laufenden 
Dienst keine Störung entstehe und die Last des Ausgebens u.
	        

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