Full text: 400 Jahre Landesbibliothek

Aus: Leonard von Matt: Das antike Sizi 
lien. Würzburg: Echter Verl, [um 1959]. 
S. 231 
und Wißenschaften, zu dem intereßantesten des Erdbodens 11 . Seit mehreren 
Jahren habe ich die 12 genaue Kenntniß dieser herrlichen, auch noch in jetzigem 
Zustande der Verödung entzückenden Insel zur ausschließenden Aufgabe meiner 
Studien gemacht, und die ganze Reihe der betreffenden Schriftsteller des 
Alterthums durchgelesen und zu der Absicht exzerpiert, um ein möglichst 
vollständiges Bild von dem Zustand des Landes von seiner Urzeit 13 bis zur 
Römerherrschaft zu erlangen, wobei ich das Hauptaugenmerk auf die geogra 
phisch-topographischen, geschichtlichen und politischen Verhältniße richtete. Von 
namhaftem Nutzen war mir hiebei die oberflächliche Kenntniß des Landes, 
welche/1^ mir mein kurzer Aufenthalt in derselben vor einigen Jahren verschafft 
hatte. Um jedoch von den mehrjährigen Studien eine Lrucht zu erziehen, um ein 
Werk liefern zu können, welches den Anforderungen unserer Zeit genügte, u. als 
ein Gewinn für die Wißenschaft betrachtet werden könne, ist es durchaus 
erforderlich, daß ich noch einmal, und zwar in größerer Muße, Sicilien bereise. In 
dieser Absicht, und in der zuversichtlichen Überzeugung, daß Kurf. M. d. I. eine 
gewiß nützliche 14 wißenschaftliche Untersuchung fördern werde, erlaube ich mir 
die Bitte 
K. M. d. I. wolle mir hochgeneigt für das nächste Jahr 11 den zu einer Reise in 16 
Sicilien erforderlichen Urlaub erwirken. 
( 17 Wenn ich mein unterthänigstes Gesuch schon jetzt an Kf. M. d. I. richte, so liegt 
der Grund darin, daß, wenn ich auch die allgemeinen Vorarbeiten bereits fast 
vollendet habe, doch noch manche specielle Vorbereitungen erforderlich sind, 
welche nur im Lalle einer hochgeneigten Gewährung meines Gesuches einen 
Zweck hätten, u. an welche ich weder Kosten noch Mühe wenden würde, wenn ich 
nicht die Aussicht habe, meinen Plan wirklich ausführen zu können. Außerdem 
müßte es mir mehr als erwünscht seyn, wenn ich zu einer Reise, die der 
Mühseeligkeiten und Entbehrungen so viele mit sich führen wird, einen paßenden 
Begleiter finden könnte; das hiezu Zeit erforderlich ist, bedarf keiner Ausfüh 
rung.) 
In einem Lande, welchem alle die Mittel des Portkomens fehlen, welche hei uns als 
eine NothWendigkeit betrachtet werden, wo mit Ausnahme weniger Strecken der 
Reisende lediglich auf das Saumthier oder seine eignen Lüße angewiesen ist, wo die 
brückenlosen, größtentheils nicht einmal mit Lähren versehenen Llüße bei 
plötzlichen Regengüßen oder Schneeschmelzen im Hochgebirge bisweilen gar 
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