Full text: 400 Jahre Landesbibliothek

als flache Steinwälle, einfache und doppelte. Lange grub und entdeckte um die 
Jahrhundertwende selbst in der südlichen, der Rhöngruppe und in der nördli 
chen, der Kasseler Gruppe; er grub, vermaß, zeichnete, oft allein, oft zusammen 
mit Eduard Finder (1836-1890), Felix von Gilsa (1840-1916), Joseph Vonderau 
(1863-1951), Gustav Eisentraut (1844-1926) u. a. Seine Tätigkeit beschreibt er 
so: Was die topographische Aufnahme dieser stets auf hohen Bergen gelegenen, oft 
in Dickungen versteckten und außerordentlich schwer zugänglichen Wehrbauten 
anlangt, so erfolgt dieselbe vermittelst eines Fennelschen Tachymeter-Theodolits, 
welcher gestattet, Entfernungen bis 200 Meter auf etwa Vi Meter genau direkt an 
der Distanzlatte abzulesen. Die so gewonnenen Daten werden zuhaus an der 
Hand der Jordanschen Tafel reduziert und sodann die einzelnen Punkte der Karte 
durch Koordinaten (nach Anweisung IX für amtliche Vermessungen) berechnet. 
(Hessenland 18, 1904, 175-6.) Von den zahlreichen Ringwallanlagen der Rhön sei 
nur die Milseburg genannt, die gewaltigste in Hessen, an deren Erforschung 
Lange wesentlich beteiligt war; aufgezählt von der nördlichen, der Kasseler 
Gruppe seien der Hirzstein, der Bilstein bei Besse, die Altenburg bei Nieden 
stein, der Hohlstein bei Dörnberg, wo Lange grub. Langes Zeichnungen sind 
äußerst exakt und werden heute noch verwendet. Man kann sich ihnen getrost bei 
Wanderungen anvertrauen und sicher sein, auf vor- und frühgeschichtliche 
Denkmäler zu stoßen. 
Natürlich bewegt ihn wie alle Landeshistoriker auch die Frage, wo 
Mattium, der heilige chattische Vorort lag, den Germanicus 15 n. Chr. zerstört 
hatte, ob bei Metze, bei Maden. Er ist aber vorsichtig genug, nicht Tacitus und 
Topographie, Sprachgeschichte, Überlieferung unter allen Umständen auf einen 
Nenner bringen zu wollen. Er berichtet zwar von den etymologischen Kraft 
akten, das Wort zu deuten, betrachtet das Ergebnis aber mit dem leichten Lächeln 
dessen, der heilfroh ist, in diesem Falle kein Sprachwissenschaftler zu sein. Ein 
ähnliches Ärgernis ist ja, nebenbei bemerkt, die lautliche Entwicklung 
„Chatten—» Hessen.“
	        

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