Volltext: 400 Jahre Landesbibliothek

die Bibliothek in ihrer wechselvollen Geschichte mehrfach umgezogen war, die 
Planungen für einen weiteren Neubau in der Endphase. Dieses Mal handelt es 
sich um den Neubau des Bibliothekssystems der Gesamthochschule Kassel am 
„Holländischen Platz“. 
Mit den Baumaßnahmen wird 1982 begonnen werden. Nach Fertigstel 
lung des Neubaues dürfte ein Vergleich zwischen den Anfängen der Landesbi 
bliothek vor 400 Jahren und den Anforderungen an ein modernes Bibliothekssy 
stem interessante und vielleicht nachdenklich machende Aufschlüsse geben, nicht 
nur über die Entwicklung des Bibliothekswesens, sondern auch über die 
Entwicklung der Gesellschaft in der wissenschaftlich-technischen Welt. 
Bibliotheken haben bei der Entstehung dieser von Wissenschaft und 
Technik geprägten Welt eine gewichtige Rolle gespielt und haben sich gleichzeitig 
zusammen mit dieser Welt entwickelt und verändert. 
Auch im Bibliothekswesen dürften weitere große Veränderungen in 
Zukunft unvermeidbar sein. Doch trotz aller Neuerungen sollte sich an der 
grundsätzlichen Zielsetzung der alten Landesbibliothek nichts ändern. Diese ist 
im Jahre 1870 von den damaligen Bibliothekaren Bernhardi und Schubart wie 
folgt definiert worden: „Die Aufgabe der Landesbibliothek ist eine allgemeinere 
und umfassendere (als die einer Universitäts- und einer Stadtbibliothek). Sie soll 
in der Gesamtheit ihrer Werke gewissermaßen ein Spiegelbild der im Schrifttum 
niedergelegten Erzeugnisse des menschlichen Geistes darbieten“. 
Dieser Satz muß in einer freiheitlichen Gesellschaft auch dann noch 
gelten, wenn die Bibliotheken sich in Zukunft möglicherweise mehr mit 
elektronischen Medien als mit gedrucktem Schrifttum im heutigen Sinn befassen 
sollten. 
Die Gesamthochschule Kassel, als eine junge, in vielen Bereichen 
traditionslose Hochschule, sollte es als eine Chance und Verpflichtung ansehen, 
innerhalb ihres Bibliothekssystems die Geschichte der Landesbibliothek, die in 
vielerlei Hinsicht mit der Region verklammert ist, fortsetzen zu dürfen. 
/ 
Wiesbaden, im August 1980 
Hans Krollmann 
Der Hessische Kultusminister
	        

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