Full text: Geschichte II (3)

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geboren, verlebte aber seine Kindheit und Jugend in Hohenborn. 
Stationen des Lebensweges von Ludwig Süß waren: 
In 1784 Gutsverwalter in Laar 
In 1787 Gutsverwalter in Oberurff 
In 1795 Mühlenkonduktor (Mühlenverwalter) in Sandershausen 
In 1797 Mühlenkonduktor (Mühlenverwalter) in Hohenborn 
In 1828 , dem Jahr, in dem sein Sohn Johannes in Sandershausen 
heiratet., ist er noch Mühlenkonduktor in Hohenborn. 
Um 1800 wird von einer "Herrschaftlichen Mühle" in Sandershau 
sen berichtet, die ein Müller namens Christoph Witzei mit sei 
ner Ehefrau Dorothea, zwei Söhnen und zwei Töchtern in Pacht 
hatte. Der Müller Witzei mußte von dieser Mühle jährlich drei 
hundert Thaler Pacht zahlen, soll aber dennoch durch Fleiß und 
Ehrlichkeit ein gutes Leben haben führen können. 
Christoph Witzei verstarb am o2. Juni 1807 in Sandershausen, 
im Alter von 5^ Jahren. 
Ob diese "Herrschaftliche Mühle" in Baulichkeiten und Teilen 
der baulichen Substanz dieselbe ist, die 1271 erwähnt wurde, 
ist nicht nachweisbar, und daher auch nicht sicher zu beant 
worten. Es kann aber kaum angenommen werden. Der Dreißigjähri 
ge Krieg (1618 - 1648) und der Siebenjährige Krieg (1756 bis 
1763) hatten auch in Sandershausen große Spuren hinterlassen. 
In vielen Jahrzehnten bis zur Kriegszerstörung des histori 
schen Sandershausen, war es nicht möglich, Gebäude oder Gebäu 
deteile nachzuweisen, die auch schon vor dem Dreißigjährigen 
Krieg vorhanden waren. Der Chronist nimmt an, daß die Mühle, 
wie sie baulich bekannt ist, um ^700 gebaut wurde. Zugegeben, 
diese Annahme ist nicht zu beweisen, aber auch nicht zu wider 
legen . 
Wer unmittelbar nach dem Müller Witzei die Mühle in Pacht hat 
te, konnte nicht ermittelt werden. 
Am ol. April 1819 wird die Mühle in Sandershausen, vom Kurfür 
sten von Hessen-Cassel, einem Konrad Koch, als Erbleih-Mühle 
übertragen. 
Konrad Koch war ein, warscheinlich in Dissen geborener Ökonom 
und Müller. Das Geburtsjahr wird mit 1776 angegeben. 
Im. Jahre l82o nimmt Konrad Koch bei dem reformierten Waisen 
haus in Cassel eine Hypothek von 2.000 Thaler zum Ankauf von 
Samen zum Ölschlagen auf. Im Jahre l85o erhält er vom refor 
mierten Waisenhaus nochmals I.000 Thaler zum Ankauf von Samen. 
Am 15- März 1828 bestellt Johannes Süß beim Kurfürstlichen 
Landgericht sein Eheaufgebot. 
Am ol. April 1828 ist in Sandershausen die Trauung von Johan 
nes Süß mit Albertine Elisabeth Koch, Tochter von Johann Wil 
helm Konrad Koch. 
Johannes Süß heiratet also in die Mühle ein, in der er 1797 
geboren wurde. 
Von 1828 bis 1845 scheinen Konrad Koch und der Schwiegersohn, 
Johannes Süß, die Mühle und auch die Landwirtschaft gemeinsam 
verwaltet zu haben. Sparsamkeit und auch Geschäftstüchtigkeit 
wurde beiden nachgesagt. In dieser Zeit erwarben sie noch 5o 
bis 60 Morgen Land, davon waren ca. Io Morgen Rodeland, die 
"Rottländer". Einiges von diesem erworbenen Land muß wohl bil 
lig zu haben gewesen sein. Der "Pelzkappenacker" -der Wert von 
einer Pelzkappe für einen Acker- soll von den Nachfahren noch 
oft erwähnt worden sein.
	        

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