Full text: Geschichte II (3)

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Mit drei weiteren Gemeinden hatte Sandershausen die Gefahr 
einer Eingliederung=Eingemeindung in die Stadt Kassel noch 
abwenden können. Diese Verhinderung war aber nicht gleich- 
beteutend mit dem Fortbestehen einer eigenständigen Gemein 
de Sandershausen. Jetzt gab es nämlich das auch nicht her 
beigesehnte "Gespenst" des Zusammenschlusses von Heiligen 
rode und Sandershausen zu einer neuen Gemeinde. 
In den drei Lesungen im Hessischen Landtag, am 3o. Mai, 
14. Juni und 09. Juli -1972 wurde die "Verwaltungs-(Gebiets-) 
Reform" angenommen. Das Gesetz zur Neugliederung der Land 
kreise Hofgeismar, Kassel und Wolfhagen wurde am 11. Juli 
1972 mit sieben weiteren Neugliederungsgesetzen ausgefer 
tigt, am 14. Juli verkündet und ist am ol. August 1972 in 
Kraft getreten. 
Zusammen mit der Bildung des neuen Landkreises Kassel wurde 
auch die Gemeindegebietsreform in diesem Landkreis abge 
schlossen. Die Gemeinden, die sich vorher noch nicht frei 
willig zusammengefunden hatten, wurden nun durch Gesetz zu 
sammen gelegt. Es waren: 
Heiligenrode und Sandershausen zur Gemeinde Niestetal 
Buchenhagen zur Stadt Baunatal 
Bergshausen, Dörnhagen und Dittershausen 
zur Gerneinde Fuldabrück 
Helsa, Eschenstruth, Helsa-Wickenrode und St. Ottilien 
zur Gemeinde Helsa 
Elgershausen und Hoof zur Gemeinde Schauenburg 
Ehrsten und Obermeißer zur Gemeinde Calden 
Rothwesten zur Gemeinde Fuldatal 
Zwergen zur Gemeinde Liebenau 
Heisebeck zur Gemeinde Oberweser und 
Helmarshausen zur Stadt Karlshafen 
Zwischen Sandershausen und Heiligenrode war es von beiden 
Seiten keinesfalls eine "Liebes Heirat", wurde aber als das 
kleinere Übel angesehen. Etwas aber, was ein Großteil der 
Bürger -besonders der gebürtigen Sandershäuser- störte, war, 
daß nun der Zusammenschluß der beiden Orte zur Gemeinde Nie 
stetal von den örtlichen Kommunalpolitikern als zum Vorteil 
und Nutzen aller Bürger in beiden Ortsteilen geschehen sein 
sollte. Und hier sind tatsächlich mehr als nur Zweifel ange 
bracht . 
Um das später einmal beurteilen oder in einer Chronik aufar 
beiten zu können, seien die folgenden Tatsachen festgehalten: 
Am Stichtag des Zusammenschlusses der Gemeinden Heiligenrode 
und Sandershausen zur Gemeinde Niestetal , 
am ol. August 1972 hatte Sandershausen : 
9.9oo Einwohner (Anfang des Jahres 1972) 
In der Gemeindeverwaltung waren 6 Bedienstete beschäftigt. 
Die Gesamt-Personalkosten betrugen ca. 19 % des Etats, 
davon die reinen Verwaltungskosten nur ca. 7*9 % • 
Die pro-Kopf-Verschuldung der Bürger betrug 130,— DM, davon 
können rd. 9o % als rentierliche Schulden angesehen werden.
	        

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