Full text: Geschichte II (3)

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Von 1929 bis 1945 Wilhelms, Kurt 
1929 bis -1959 Besitzer von "Rittergut Ellenbach" 
In z.Zt. bekannt, vorhandenen und ausgewerteten Unterlagen, 
ist kein Hinweis zu finden, wie sich nach 1560 das Leben 
auf Gut Ellenbach gestaltete und in welchem Zustand das Gut 
war. Auch ist nicht bekannt, ob durch Kriegshandlungen in 
der Zeit des "Dreißigjährigen Krieges" (16^8 - '1648) Gebäu 
de oder Ländereien verwüstet wurden, oder ob Plünderungen 
stattgefunden haben. 
Im Jahre 175o soll es eine Bestandsaufnahme des Gutes Ellen 
bach gegeben haben. Diese Bestandsaufnahme bedarf weiterer 
Nachforschungen und Unterlagensichtung, 
In der Zeit des "Siebenjährigen Krieges" (1756 - 1763), bei 
der "Schlacht am Sandershäuser Berg" (Juli 1758), sind wohl 
Plündereien und Schäden an den Ländereien in größerem Umfang 
zu verzeichnen gewesen. So wird jedenfalls in einem Brief 
des damaligen Gutsbesitzers, Capitain Berg, an den Staats 
minister, Freiherr von Dörnberg, berichtet. Es ist nicht be 
kannt, ob danach, bei den Kampfhandlungen bei Lutterberg, im 
Oktober 1758, das Gut Ellenbach noch einmal Schäden zu er 
tragen hatte. 
Im Verlauf der Zeit, nach diesem Krieg, sind besondere Ereig 
nisse nicht überliefert, und auch sonst ist wenig bekannt. 
Was bekannt, aber noch aufgearbeitet werden muß, ist: 
1. ) Ein Johannes Wolf zu Sandershausen und Herr von Schlot 
heim haben ihre Gedanken bezw. den Zustand über Gut El 
lenbach in den Jahren *1808/09 niedergeschrieben. 
2. ) Ein Gastwirt Ferner zu Kassel hat ein gerichtliches Ver 
fahren gegen einen Oeconom Witzenhausen, Mitpächter des 
"Hofes Ellenbach", wegen Fälschung und Unterschlagung 
(Coruption) in den Jahren 1817 - 1821 beantragt. 
Etwa ab der Jahrhundertwende vom 19.- zum 2o.-Jahrhundert, 
und dem Fort schreiten der Industrialisierung, veränderte 
sich allmählich auch das Leben auf Gut Ellenbach. In kleinem 
Anfang wurden Arbeiten durch Maschinen erleichtert und er 
sparten Zeit. Alle wichtigen Arbeiten (Landbestellung, die 
Vieh- und Milchwirtschaft, der Hufbeschlag und einige andere 
kleine handwerkliche Arbeiten) wurden zwar immer noch von 
der Gemeinschaft der auf dem Gut lebenden Menschen ausge 
führt, aber immer weniger Familien wollten als landwirtschaft 
liche Hilfskräfte noch ständig in der Gutsgemeinschaft leben. 
Durch landwirtschaftliche Umstellungen und Ertragssteige 
rungen der Acker- und Getreideflächen wurden daher zu den 
Saat- und Erntezeiten aber auch mehr und mehr Hilfskräfte, 
in Tagelohnarbeit, benötigt. Diese Helferinnen und Helfer 
kamen hauptsächlich aus Sandershausen und weniger aus Hei 
ligenrode, Uschlag oder Kassel. 
Über den Besitzer des Gutes Ellenbach, von Canon, wird be 
richtet, daß er ein unerbittlicher "Weiberfeind" gewesen sei 
und als ein solcher warscheinlich auch nie verheiratet war. 
Der Fahrer (Kutscher) seiner persönlichen Kutsche soll, nach 
Erzählungen, einmal in dieser Kutsche eine Dame -ob Mädchen 
oder Frau ist nicht bekannt- mitgenommen haben. Nachdem dies 
Herrn von Caron bekannt geworden sei, habe er wutentbrannt 
angeordnet, daß die Kutsche zu vernichten sei. Sie soll dann 
tatsächlich von auf dem Gut Beschäftigten mit Äxten und an 
deren Werkzeugen total unbrauchbar, zu Brennholz und Schrott
	        

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