Full text: Geschichte II (3)

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Das Gut Ellenbach. 
Das etwas nordöstlich von Sandershausen und nördlich von Hei 
ligenrode etwa gleichweit entfernt liegende Gut Ellenbach, 
wurde in den verschiedenen Zeitabschnitten auch "Auf der El- 
lenbach", "Zur Ellenbach", "Hof Ellenbach" und "Rittergut 
Ellenbach" bezeichnet. 
Ab wann genau das Gut Ellenbach besteht, ist nicht nachweis 
bar. Aus dem Jahre 136o ist ein erster Hinweis im Hessischen 
Staatsarchiv Marburg "Meierei auf Ellenbach, Jahr 1560" vor 
handen. In den hiesigen Kirchenbüchern (Sandershausen und 
Heiligenrode) ist ein erster Nachweis auf das Gut Ellenbach, 
durch einen Eintrag, daß am 22. Juli ^633 ein Meier (Verwal 
ter) des Gutes "Hof Ellenbach" beerdigt wurde, gegeben. 
Es ist auch z.Zt. noch nicht einwandfrei nachweisbar, wer bis 
in die Zeit um l72o Eigentümer oder Besitzer des Gutes Ellen 
bach war. Waren es, wie bei dem "Gut Windhausen" und dem "Hof 
Sensenstein", die Landesfürsten, die für den Gutsbetrieb ei 
nen Verwalter einsetzten? Vieles spricht dafür. Bis etwa zu 
diesem Zeitpunkt sind jedenfalls keine Gutsbesitzer sondern 
nur Namen von Gutsverwaltern -die sich damals Meier nannten- 
bekannt und nachweisbar. Ab dem Jahre 1723 sind dann Namen 
der Gutsbesitzer nachweisbar. 
Die auf Gut Ellenbach lebenden Menschen, seien es nun für die 
den Gutsherren tätigen Schäfer, Hirten, Schmiede, Melker, Fah 
rer, Knechte oder Mägde und sonstige Helfer mit ihren Famili 
en , führten abseits der Dörfer Sandershausen und Heiligen 
rode ein eigenständiges Leben, in einer Art von Mini-Dorfge- 
meinschaft. 
Seelsorgerisch und auch im übrigen kirchlich betreut wurden 
die auf Gut Ellenbach lebenden Menschen, wie auch die von San 
dershausen, von dem amtierenden Pfarrer in Heiligenrode. Der 
hatte auch, Kraft seines Amtes, die Kirchenbücher zu führen. 
Erst sehr spät, in 1932, nachdem Sandershausen einen eigenen 
Pfarrer bekommen hatte, wurden auch die Menschen vom Gut El 
lenbach von diesem Pfarrer mitbetreut. 
Schulverwaltungsmäßig gehörte und gehört auch heute noch, das 
Gut Ellenbach zu Sandershausen. Mit Einführung der "Allgemei 
nen Schulpflicht" hatten daher, die auf dem Gut lebenden 
schulpflichtigen Kinder, am Unterricht in der Volksschule zu 
Sandershausen teilzunehmen, es sei denn, sie waren auf eine 
weiterführende Schule übergegangen. Das war wohl auch ein Grund 
dafür, daß nachweisbar über viele Jahre, der Gutsbesitzer Ca- 
ron, vom "Rittergut Ellenbach", im Schulvorstand der Volksschu 
le Sandershausen tätig war. 
Eine ausgebaute, befahrbare Straße von Sandershausen zum Gut 
Ellenbach war auch schon früh vorhanden und ist in einer Kar 
te von 1837 schon eingezeichnet. Diese Straße, als sogenannte 
"Milchstraße" bekannt, heißt heute "Ellenbachstraße". Der Ur 
sprung des Namens "Milchstraße" ist warscheinlich darin zu 
suchen, daß auf dieser Straße täglich die Fuhrwerke mit den 
vollen Milchkannen frischer Milch, vom Gut Ellenbach zu den 
Molkereien und anderen Verbrauchern, nach Kassel fuhren. Aber 
auch schon auf der Karte von der "Schlacht am Sandershäuser 
Berg" (1738) ist ein Weg ("Straße") von Sandershausen zum Gut 
Ellenbach eingezeichnet.
	        

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