Full text: Geschichte I (2)

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Das 
Zollhaus 
oder auch 
Zoll- 
Forsthaus 
Die 
Hof- oder 
Waldseite 
in 1982 
auch in 1964- 
Zwischen den Grenzdörfern Sandershausen auf de» Gebiet des 
Kurfürstentum Hessen (früher Landgrafenschaft Hessen) und 
Spiekershausen bezw. Landwehrhagen auf dem Gebiet des König 
reich Hannover (früher Herzogtu« Braunschweig) blühte einst 
der "Schmuggel". Mit eine« Sack Salz auf de« Rücken, mit 
Branntwein beladen oder «it eine« anderen "Schmuggelgut" im 
Rucksack haben sich die "Schmuggler M -es waren ja meist ar 
me Teufel- einen einträglichen Nebenverdienst verschafft, 
wenn sie sich bei Nacht im Wald oberhalb der Fulda, an den 
Grenzposten vorbei, durch den Quelengraben (Querengraben) 
schlichen, u« i» benachbarten Königreich Hannover die Schmug 
gelware abzusetzen. Mitgebracht wurde »eist billiger Rotwein, 
und während des berühmten Kaffeekrieges die damals schon be 
gehrten Kaffeebohnen, von denen Landgraf Friedrich II. be 
hauptete, ihr übermäßiger Genuß würde sein Volk verweichli 
chen. Allerdings ging es diesen illegalen Grenzgängern schwer 
an den Kragen, wenn sie erwischt wurden. 
Nachde» der Umfang des Schmuggelns immer mehr zunahm, wurde 
verstärkt versucht, den Schmugglern das Handwerk zu legen. 
Gemäß eine» Erlass der Kasseler Polizeidirektion wurde in 
Sandershausen, in der Gemeinderatssitzung am 18. Februar 1863 
beschlossen, daß eine« "Anzeiger" -das heißt eine« Bürger, 
auf dessen Anzeige hin, ein Schmuggler überführt werden konn 
te- eine Prämie von einem Taler aus der Gemeindekasse vorge 
schossen werden soll. 
Zur Erinnerung an die verschlungenen Wege der Schmuggler 
durch die Waldung der Lieth und durch den Quelengraben (Que 
rengraben) am Sandershäuser Berg auf das Gebiet des König-
	        

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