Full text: Geschichte I (2)

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hergestellt, sondern eine kupferne mit einem "Drachen mit 
Kreuz" geschaffen und auf der Kirchturmspitze montiert. Das 
Motiv soll den "Kampf des Christentum mit dem Drachen" in 
dem das Gute das Böse überwindet darstellen. Über diese Wet 
terfahne sind auch Angaben in der "Schulchronik von Sanders 
hausen" (auf Seite 65) vorhanden. 
Diese Kirche überstand den ersten großen Fliegerangriff auf 
Sandershausen am o3. Oktober ^945 ohne Schaden. Auch nach 
dem Fliegerangriff am 22. September 1944 stand wie ein 
Wunder die Kirche noch unbeschädigt umgeben von zerstörten 
Gebäuden. Nach der Entwarnung gegen 25 Uhr, wurde aus Sicher 
heitsgründen die Kirche nach Brandbomben abgesucht. Es wur 
den aber solche nicht gefunden, und auch keine Brandherde 
festgestellt. Gegen 5 Uhr morgens (23. September 194-4) fing 
aber die Kirche plötzlich an zu brennen. Der Turm und der 
Dachstuhl des Kirchenschiffes standen gleichzeitig in Flam 
men. Alle Löschversuche blieben erfolglos, und so war an 
diesem Morgen auch das Schicksal der Kirche besiegelt. Die 
mysteriöse Entstehung des Brandes wurde allgemein als Brand 
stiftung aus kirchenfeindlichen Gründen gedeutet. 
Nach Beendigung des Krieges wurde sich relativ früh für den 
Aufbau der Kirche eingesetzt, wobei Kirchenvorstand und Ge 
meindeverwaltung gleichermaßen aktiv waren. Schon im Jahr 
1949 wurde mit dem Aufbau des Glockenturmes begonnen, der 
um 5,5o m Mauerwerk aufgestockt und mit einem etwas nied 
rigem Zeltdach versehen wurde. Durch den höheren Turm konn 
ten größere Schallfenster eingebaut werden, was zur Folge 
hatte, daß der Glockenklang im Dorf besser zu hören war und 
nicht im Turminneren hängen blieb. 
Am 16. August 1949 läuteten nun zum ersten mal die aus den 
Trümmern geborgenen, unbeschädigten Glocken wieder über San 
dershausen und der Niesteebene. An dem darauffolgenden Sonn 
tag war die feierliche Glockenweihe. Der Turm als erster 
Bauabschnitt des Kirchen-Wiederaufbaues war vollendet. 
Etwa zwei Jahre später -in den Jahren 1951/52- wurde das 
Kirchenschiff, als zweiter Bauabschnitt, wiederaufgebaut, 
und konnte im August 1952 in einem feierlichen Gottesdienst 
eingeweiht werden. 
Der Kirchen-Wiederaufbau wurde unter der Bauleitung des im 
Kirchenbau erfahrenen Architekten Karl E. H. Schmiedt 
durchgeführt. 
In dem Zeitraum von der Kirchenzerstörung im Jahr 1944 bis 
zur Einweihung der wiederaufgebauten Kirche im Jahr 1952 
wurden die Gottesdienste, Taufen und kirchlichen Trauungen 
in der "Kleinen Schule" durchgeführt. 
Im Jahr 1957 wurde im Chor des Kirchenschiffes ein in 
Glasmalerei und Bleiverglasung hergestelltes Fenster mit 
der Darstellung der "Heiligen Dreieinigkeit" eingebaut, 
das den Raum mit einem schmückenden Wert bereicherte. Die 
Darstellung der "Heiligen Dreieinigkeit" war vor der Kir 
chenzerstörung als Malerei unter der Decke des Kirchen 
schiffes zu sehen. 
In den Jahren 1958/59 wurde als dritter Bauabschnitt an 
der Nordseite des Kirchenschiffes ein Gemeinde- u. Jugend-
	        

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