Volltext: Geschichte I (2)

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Kirchenschiff nach Westen hin verlängert und endete mit 
einem Glockenturm, der mit einer pyramidenförmigen Barock 
haube gekrönt wurde. 
Die fertiggestellte Kirche wurde mit einer Mauer umgeben, 
von der an der nördlichen Seite des Kirchhofes heute noch 
ein kleines Stück vorhanden ist. Diese Mauer hat aber nie 
zur Verteitigung gedient, denn Sandershausen war zu klein 
und viel zu arm, um sich eine feste Wehrkirche hätte bauen 
können. Innerhalb dieser Mauer, um die Kirche herum, war 
der Todenhof (Friedhof) angelegt. 
Im Jahre 1872 sollte 'der Todenhof, weil erforderlich, er 
weitert werden. Für die Erweiterung sollte die angrenzende 
Baumschule herangezogen werden und damit verbunden auch Tei 
le der Kirchhofraauer abgetragen werden. Hierüber wurde in 
der Gemeinderats-/Gemeindeausschußsitzung am 14. Januar 1872 
beraten und ein zustimmender Beschluß gefaßt. Die abgetra 
genen Steine der Mauer sollten beim Bau der "Kleinen Schule" 
Verwendung finden. Dies geschah aber nicht, die Steine wur 
den verkauft (Beschluß einer Sitzung am 11. Februar 1872). 
Aber schon sehr bald stellte sich heraus, daß diese Erwei 
terung des Todenhofes nicht ausreichend war. Es wurde daher 
im März 1875 bei der königlichen Regierung ein Antrag auf 
Erweiterung des Todenhofes gestellt. In der Gemeinderats-/ 
Gemeindeausschußsitzung am 27» Juni "1875 wird beschlossen: 
"Für einen neuen Todenhof (Friedhof) ein Grundstück von 
Heinrich Mergardt anzukaufen und für den Ankauf l.ooo Ta 
ler zu erborgen."Dieses Grundstück ist, von weiterem anlie 
gendem Grundstückserwerb abgesehen, auch heute noch der Fried 
hof in Sandershausen. 
Die erste Beerdigung auf dem neuen Friedhof war der Johannes 
Umbach , Kattundrucker, geh. am 11. Ol. 1823 in Sandershausen, 
am 29. ol• 1876 ertrunken und am 06, o2. 1876 beerdigt. Wer 
die letzte Beerdigung auf dem Todenhof an der Kirche war, 
kann nicht angegeben werden. Daß es Lehrer Aschenbrand gewe 
sen sein soll, stimmt nicht. Der ist in Bettenhausen verstor 
ben und auch dort beerdigt. 
Im 19* Jahrhundert, als die Einwohnerzahl weiter anwuchs, 
wurde an der Nordseite des Kirchenschiffes eine Empore ein 
gebaut und mit der an der Ostseite befindlichen Orgel-Empo 
re verbunden, was eine architektonisch denkbar schlechte Lö 
sung war. 
Die Kirche hatte auch eine Turmuhr, was ein altes Gemeinde- 
rats-/Gemeindeausschuß-Sitzungsprotokoll aus dem Jahr 1865 
beweist: "Uhrmacher Wicke aus Kassel soll die Turmuhr re 
parieren und für eine jährliche Vergütung von 7 1/2 Taler 
instand halten? Ob diese Turmuhr aber ein oder mehrere Zif 
ferblätter außen am Turm hatte, ist damit nicht nachgewiesen. 
Vieles spricht dagegen. 
Im Jahr 1927 , nachdem die uralte Wetterfahne auf der Kirch 
turmspitze durchgerostet war und durch den Wind herunterge 
weht wurde, wurde auf Veranlassung von Hauptlehrer und Kir 
chenvorstandsmitglied Wilhelm Stein die Schaffung einer 
neuen Wetterfahne in Auftrag gegeben. Mit der Schaffung die 
ser Wetterfahne wurde der in Sandershausen, Eckenbachstraße io 
wohnende Zeichenlehrer und Bildhauer Wilhelm Haarberg be 
auftragt. Es wurde nicht eine einfache Wetterfahne aus Kupfer
	        

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