Full text: Geschichte I (2)

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Die "Kaufunger Urkunde ist in Altlatein abgefasst und lautet 
in deutscher Übersetzung: 
Anno 1167 
Im Namen der heiligen und ungeteilten Dreieinigkeit, 
Wir wünschen, der Allgemeinheit sowohl für die Zukunft wie für 
die Gegenwart kundzutun, auf welche Weise Ekkehard, der Dienst 
mann des Heiligen und siegreichen Kreuzes in Kaufungen, aus ge 
meinsamem Beschluß mit seiner Frau Jutta, in gleichem Willen 
und in einträchtiger Absicht, in der Hoffnung auf ewige Beloh 
nung, seine Güter in Sandrateshusen und seinen Hof, den sie 
dort hatten, Gott und der Kirche in Kaufungen zum beständigen 
Besitz aus einer freien Vogtei übereignet hat, Folgende Beding 
ungen setzte er fest und bat, daß sie durch Brief und Siegel 
der Äbtissin Ludgard, in deren Gegenwart diese Schenkung getä 
tigt wurde, gesichert würde; Es sollten niemals jemandem der 
Hof selbst noch die Grundstücke verkauft werden, sondern immer 
frei bei der Kirche bleiben, und daher sollte die Erinnerung 
an sie ständig lebendig bleiben und ihre Geburtstage von dem 
Schwesternkonvent auf das innigste gefeiert werden. Außerdem 
wurde festgesetzt, daß dem Konvent zu Wohlfartszwecken jähr 
lich 6 Solidi aus den Einkünften vorgenannter Güter zu bezah 
len sind. Das Gesamt dieser Güter beträgt nämlich beinahe 
41/2 Hufe. Diese Güter hat vorerwähnter Ekkehard zum größeren 
Teil rechtmäßig aus Erbschaft erworben, einige aber hatte er 
von Egholf und Giselher gekauft. Getätigt ist dies worden im 
Jahr der Fleischwerdung des Herrn 1167 in der neunten Verhand 
lung, unter dem Papst Alexander und unter dem Kaiser Friedrich 
im 28, Jahr seiner Herrschaft, unter dem Vorsitz des Erzbisch 
hofs Konrad der Maguntinischen Kirche, unter dem Beistand des 
Rechtsgelehrten Werner, zu Zeiten der verehrungswürdigen Äbtis 
sin der Kaufunger Kirche Ludgardis und der Vorsteherin Weren- 
trudis, des Propstes Hazzeke und des Küsters Ehelt, wobei aus 
derselben Kirche die Stiftsherrn Presbyter Widolo und Presby 
ter Reimbold gegenwärtig waren und auch die Glaubenskämpfer 
Megenwardus, Heinricus, Norpertus, Ekkehardus und sein Bruder 
Orikus, Albero, Albertus, Elferus und andere mehr. Wenn aber 
irgendeiner sich unterstehen sollte, diesen unseren Vertrag zu 
zerbrechen, so möge er wissen, daß er dem Unwillen des all 
mächtigen Gottes und des Heiligen Kreuzes und aller Heiligen 
begegnen wird, und wenn er abgeurteilt wird, so soll er ver 
dammt werden, und seine Rede soll für ewig als Sünde erklärt 
werden. 
AMEN 
^|i|älungen_und_Siedlungsf ormeiu 
Die Besiedlung der Orte erfolgte in den verschiedensten Besied 
lungsarten, z.B. der "Weiler” oder das "Straßendorf" ein 
"Haufendorf" oder eine "Streusiedlung" , als eine andere Form 
wäre noch der "Rundling" zu nennen. 
Sandershausen ist ein "Haufendorf" , das heißt, die Höfe sind 
in unsymmetrischer Weise um einen zentralen Punkt, meistens 
die Kirche mit ihrem Turm, gruppiert.
	        

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