Full text: Zeitungsausschnitte über sonstige Veröffentlichungen

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Photographisches Archiv. 
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lieh, weil sie im Augenblick des Eintauchens in die Säure 
sofort von einer verdichteten Wasserstoffatmosphäre um 
geben werden, die unter normalen Verhältnissen ein wei 
teres Angreifen der Säure unmöglich macht. In Salpeter 
säure wird der sich am Zink bildende Wasserstoff sofort bei 
seiner Entstehung von der Säure oxydirt und kann sich 
nicht als schützende Hülle um das Metall verdichten; 
-andererseits wird beim unreinen Zink der Wasserstoff nicht 
am Zink frei, sondern an den verunreinigenden Bei 
mengungen, die electronegativer als das Zink sind, und 
•ersteres bleibt daher den Angriffen der Säure ausgesetzt. 
Ein Mittel, die das reine Zink schützende Wasserstoff 
hülle zu entfernen, besteht im Kochen. Untersuchte man 
die Löslichkeit des reinen Zinks in verdünnter Schwefel 
säure zwischen den Temperaturen 0° und 100°, so beobach 
tete man eine mit dem Steigen der Temperatur langsam 
steigende Auflösung von 2,1 mg bei 0° bis auf 9,8 mg bei 
98°, während bei 100° die Lösung sofort auf 122,1 anstieg; 
war das Kochen durch Druck verhindert, dann wurde nur 
etwa der 16. Theil der Zinkmenge gelöst, welche bei 
gleicher Temperatur (100°) in der kochenden Säure in Lösung 
ging. Vom unreinen Zink wurde bei 100° ungefähr die 
selbe Zinkmenge gelöst in kochender wie in nichtkochender 
Säure. 
Die hier angeführten Versuche gewinnen noch eine 
erhöhte Bedeutung dadurch, dass sie nicht nur für Zink in 
verdünnter Schwefelsäure, sondern auch für Cadmium, 
Kobalt, Nickel, Eisen und Aluminium Gültigkeit haben. 
Photographische Chronik. 
Plaudereien 
über die neuesten Vorgänge auf photographischem Gebiete. 
Allerlei Congresse. 
Die Monate Juli und August sind die bevorzugten Mo 
nate für „Congresse“ aller Art. Ich spreche hier natürlich 
nicht von jenen altmodischen eigentlichen Congressen, als 
welche in vergangenen Zeiten die Kirchen Versammlungen 
oder die Zusammenkünfte von Bevollmächtigten, bezw. 
Häuptern unabhängiger Staaten bezeichnet wurden, sondern 
von unseren modernen und beliebten Congressen, wie sie 
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gegenwärtig und schon seit einer ganzen Reihe von Jahren 
von jeder Berufsgenossenschaft, sowie von Gelehrten und 
Dilettanten aller Disciplinen gewöhnlich einmal im Jahre 
veranstaltet werden. Man könnte derartige Versammlungen 
ebenso gut „Zusammenkünfte“, „Tage“ oder „Verbände“ 
nennen, aber „Congresse“ klingt besser; im übrigen thut 
der Name nichts zur Sache, der Zweck ist in allen Fällen 
der gleiche: Discussionen und Resolutionen, bisweilen 
verbunden mit Vorträgen und Ausstellungen, stets aber 
mit Festessen und Toasten. 
Auch im Interesse der photographischen Kunstwissen 
schaft sind in den letzten beiden Monaten in verschiedenen 
Ländern Congresse abgehalten worden. Regelmässige 
Wanderversammlungen, d. h. Zusammenkünfte, deren Ort 
jedesmal ein anderer, vorher bestimmter ist, wurden bisher 
ausser in Deutschland nur noch in Nordamerika und in 
England von Photographen abgehalten; während dieselben 
aber in den beiden zuerst genannten Ländern von einem 
einzelnen Vereine veranstaltet werden, mithin vorwiegend 
Mitglieder dieses einen Vereins bei der Zusammenkunft an 
wesend sind, ergeht in England die Einladung zur jähr 
lichen „Convention“ an alle in Grossbritannien ansässige 
Photographen und Amateure, mögen sie Mitglieder eines 
Vereines sein oder nicht. Es ergibt sich hieraus, dass die 
•englischen WanderVersammlungen in den Einzelheiten ein 
anderes Gepräge tragen müssen, als die deutschen und 
amerikanischen, denn derjenige Gegenstand, welcher bei 
letzteren die Hauptveranlassung zur Discussion und zur 
Resolution bildet, nämlich das Vereinsinteresse, fällt hier 
weg und der Zweck der Versammlung dreht sich lediglich 
um Vorträge, gemeinsame Ausflüge, überhaupt gegenseitige 
Annäherung und Belehrung. Durch eine freie Vereinigung 
von Liebhaberphotographen in’s Leben gerufen, werden 
diese Jahres - Conventionen auch vorzugsweise von Ama 
teuren besucht und gefördert, wie denn bekanntermaassen 
in England überhaupt das Amateur wesen die schönsten 
Blüthen treibt und die Fortschritte der photographischen 
Kunst und Industrie in hohem Grade beeinflusst. 
Die diesjährige Wanderversammlung der englischen 
Photographen hat Mitte Juli in dem berühmten und reizend 
.gelegenen Badeort Bath stattgefunden, zum ersten Male 
unter Vorsitz eines Fachphotographen, des Herrn W. Bedford. 
Obwohl dieselbe durch das Wetter nicht begünstigt war, 
hat die Zusammenkunft, während welcher, wie gewöhnlich, 
Vorträge mit Excursionen und mit Projectionsvorführungen 
.abwechselten, dennoch einen hübschen Verlauf genommen. 
Man hatte auch wieder eine Ausstellung photographischer 
.Neuheiten veranstaltet, die vielerlei Interessantes bot. Das
	        

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