Full text: Zeitungsausschnitte über sonstige Veröffentlichungen

© Hessisches Staatsarchiv Marburg, Best. 340 Grimm Nr. Z 49 
260 Photographisches Archiv. [Nr. 677.J 
um, so verschwinden Farbe und Geruch des letzteren und 
es setzen sich bald scheinbar schwarze, metallisch glänzende 
Crystallnädelchen ab. Ueberlässt man die alcoholische 
Lösung dieser Verbindung in einer flachen Schale der frei 
willigen Verdampfung, so entstehen prachtvolle gold 
glänzende Nadeln von mehr als 1cm Länge; in der Durch 
sicht erscheinen sie braunroth. Die Verbindung des Hydro 
chinon mit Jod verhält sich ganz ähnlich. In Wasser sind 
beide Verbindungen kaum löslich. Eine starke Eikonogen- 
Lösung mit ein wenig Jodtinctur versetzt, gibt bald einen 
Niederschlag von weissen Crystallnädelchen, die selbst in 
kochendem Wasser und Alcohol schwer löslich sind und 
sich, wie oben gesagt, an die Luft gebracht, bald zersetzen. 
Die Verbindung des Eikonogen mit Brom löst sich leichter 
in Wasser und zersetzt sich ebenfalls bald. Das Brom- 
Hydrochinon lässt sich grösstenteils unzersetzt sublimiren, 
in kleinen, dem sublimirten Jod ähnlichen Crystallen. 
Bei der Theorie der Entwicklung von Bromsilberschichten 
wurde bisher die Neigung des Hydrochinon- und Eikonogen, 
Brom zu absorbiren, nicht berücksichtigt und diese Rolle 
nur dem Alkali zugewiesen. Es war nun interessant, 
die Wirkung von reinem Hydrochinon und Eikonogen 
und deren Brom-Verbindungen auf belichtetes Bromsilber 
kennen zu lernen. Ich stellte die Versuche, der Einfach 
heit wegen, in Reagensgläsern an, in welchen in Streifen 
geschnittene, belichtete Bromsilberplatten getaucht wurden; 
unter gleichen Verhältnissen prüfte ich auch Pyrogallol und 
Hydroxylamin. Die Bromsilberschicht dunkelte sich am 
schnellsten in Eikonogenlösung und Pyrogallollösung, fast 
ebenso schnell wirkte Hydrochinon. Salzsaures Hydroxy 
lamin war ohne Wirkung, löste aber die Bromsilberschicht 
vom Glase. Brom-Hydrochinon und Brom-Eikonogen färbten 
die belichtete Bromsilberschicht nicht im geringsten, ebenso 
Pyrogallol mit Brom versetzt; Hydroxylamin mit Brom 
versetzt färbte die Schicht sehr schwach unter starker Ent 
wicklung von Ammoniak, welches wahrscheinlich die Ur 
sache davon gewesen ist. 
Beim Versetzen einer starken Pyrogallollösung mit 
Bromwasser färbt sich die Mischung zuerst dunkelgelb und 
der Geruch vergeht, zuletzt verschwindet auch die Farbe 
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Photographisches Archiv. 
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fast ganz; eine crystallisirbare Verbindung habe ich bis jetzt 
noch nicht beobachtet. 
Zu obigen Versuchen benutzte ich reines Hydro 
chinon, aber auch das sogenannte Permanent-Hydrochinon 
von Dr. Byk verhielt sich ebenso, reducirte auch essigsaures 
Kupferoxyd erst beim Kochen; wäre Sulfit darin, so würde 
die Redaction sofort und in der Kälte erfolgt sein. 
Das Eikonogen war das nach Dr. Andresen bereitete, 
im pulverigen Zustande erhältliche. 
Der schwarze Niederschlag, welchen Pyrogallollösung 
in Kupferacetat erzeugt, verhält sich eigenthümlich; auf 
Platinblech erhitzt, verglimmt er unter Funkensprühen, ohne 
einen merklichen Rückstand zu hinterlassen. In Salzsäure 
löst er sich zu einer klaren, braunen Flüssigkeit, in welcher 
Ammoniak eine dem ursprünglichen Körper ganz gleiche 
Fällung erzeugt, die überstehende Flüssigkeit ist aber noch 
braun gefärbt. Natriumcarbonat wirkt ganz ähnlich wie 
Ammoniak. In der salzsauren Lösung kann auch durch 
blankes Eisen kein Kupfer nachgewiesen werden; kocht 
man die Lösung mit einigen Tropfen Salpetersäure, so bleibt 
sie hellgelb und Ammoniak im Ueberschuss erzeugt keine 
blaue Färbung.*) Nach dem Verdampfen der salzsauren 
Lösung hinterbleibt eine amorphe braune Masse. Der 
schwarze Körper kann daher hauptsächlich nur aus einem 
Zersetzungs-(üxydations-)product des Pyrogallols bestehen. 
Transportable Zündvorrichtung für Blitzpulver. 
Von B. H. Schaefer. 
In einer aus Porzellan gefertigten kleinen Schale oder 
Rinne wird das mit chlorsaurem Kali gemischte Magnesium 
pulver so eingelegt, dass auf der einen Seite der Rinne ein 
rechtwinklig umgebogenes Stückchen Papier (Löschpapier mit 
Kalisalpeter getränkt und getrocknet) eingelegt wird, so 
zwar, dass das Pulver hart an der Papierkante, nach oben 
aufgethürmt, auflagert. Diese Porzellan rinne wird auf einen 
Metallstreifen aufgelegt; dieselbe trägt vertieft eine kleine 
*) Es muss nachträglich bemerkt werden, dass sich nach Verlauf 
von drei Tagen eine schwache Blaufärbung der Lösung’ einstellte, so 
dass also der Niederschlag - doch etwas Kupfer enthält.
	        

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