Full text: Zeitungsausschnitte über Grimmdenkmäler, -feiern, -sammlungen und -museen

aus 
: Casseler Tageblatt und AnzeigerNr.357 
1896, Dez. 25, S. 2 
* Cassel, 241 DeiiemM. Es geht uns Folgen 
des zur Veröffentlichung zu: In einer Zuschrift an: 
das „Tageblatt" zur Frage des Grimm-MnseumS 
war vor einiger Zeit u. A. gesagt worden: 
«Es gelte ohnehin, in Cassel lein altes Unrecht gegen feie 
Brüder wieder gut zu machen, insofern nämlich zu der 
Zeit, als die Frage an die maßgebenden Behörden hiesiger 
Stadt herantrat, ob sie das Denkmal für dieselben in 
Caffel errichtet zu sehen,wünschten, diese Behörden beni 
Vorschlag so wenig sympathisch gegenübertraten, daß in* 
zwischen Hanau den Vorsprung zu gewinnen vermochte. 
Die derzeitigen Leiter unseres Cammunalwesens würden 
einer solchen Indolenz gewiß sich nicht schuldig machen". 
Erst aus dem letzten Satze war zu ersehen, welche 
„Behörden hiesiger Stadt" Schreiber des betreffenden 
Artikels im Auge hatte. Ich bin von Anfang 1876 
ns Mitte v. I. Mitglied des Stadtraths gewesen, 
onnte mich nach dem Lesen der erwähnten Zu 
schrift aber auch nicht einer Thatsache entsinnen, 
velche nur entfernt den der früheren Stadtverwal- 
ung gemachten Vorwurf zu rechtfertigen im Stailde 
jewesen wäre. Nach nleiner Erinnerung war die 
Frage der Errichtung des Grimm-Denkmals in Cassel 
niemals Gegenstand der Besprechung im Stadt 
rath gewesen und niemals die Frage „an die 
! maßgebenden Behörden hiesiger Stadt herangetreten, 
ob sie das Denkmal in Cassel errichtet zu sehen 
! wünschten". Mit meiner Erinnerung stimmte die 
jenige anderer College» ans der betreffenden Zeit 
überein. Hätten wir etwa in dieser Erinnerung uns 
geirrt, so müßten die Akten der Stadtverwaltung 
Berichtigung geben, diese aber enthalten 
auch nicht die Spur von der Sache. 
Damit stimmt überein, was ich der gütigen Mit 
theilung des Herrn Geheimrath Professor Dr. 
Hermann Grimm verdanke: es sei ihm nicht bekannt, 
daß es in Cassel in Betreff der Errichtung eines 
Grimm-Denkmals zu Anträgen, Debatten und Ent 
schlüssen innerhalb eines städtischen Collegiums ge 
kommen sei. Diejenigen, welche ihm damals Mit 
theilung gemacht, seien nicht mehr am Leben; dafür, 
daß die Sache aussichtslos für Cassel war, sei als 
Hauptgrund der nothwendige Umbau der Martins 
kirche, der alle pecuniären Mittel in Anspruch nehme, 
geltend gemacht worden. Hiernach steht es fest, daß 
der von dem Schreiber des fraglichen Artikels gegen die 
früheren Leiter der Stadtverwaltung erhobene ver 
letzende Vorwurf jeder thatsächlichen Grund 
lage entbehrt. Die jetzigen Leiter unseres 
Comm.unalwesens werden schwerlich Dank wissen für 
ein Lob, das auf leichtfertig in die Oeffentlichkeit 
geschickten unwahren Behauptungen aufgebaut ist. 
£>. Klöffler.
	        

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