Full text: Zeitungsausschnitte über Grimmdenkmäler, -feiern, -sammlungen und -museen

Aufruf 
zur Gründung- eines Grimm-Museums 
in Hanau. 
Das Nationaldenkmal der Brüder Grimm ziert nunmehr, unsere Stadt. Den beiden Männern, 
deren Lebensarbeit dem gesammten deutschen Volke zu gute kommt, hat dieses einen Theil des 
Dankes abtragen wollen, indem es ihnen ein würdiges Standbild errichtete, und vor anderen 
Städten, die hierbei auch in Betracht kommen konnten, ist Hanau, ihre Vaterstadt, der Ehre 
gewürdigt worden, Besitzerin und Hüterin des Denkmals zu sein. 
Wenn damit Hanau als Mittelpunkt der Verehrung, die dem Brüderpaar entgegengebracht 
wird, auserkoren ist, so dürfen wir hieran noch eine andere Hoffnung knüpfen. 
Weit verstreut in Vieler Hände giebt es Erinnerungszeichen mannigfacher Art, die auf die 
Brüder, ihr Leben, ihre Persönlichkeit, ihre Arbeit und deren Erfolge Bezug haben: Briefe, Ab 
bildungen von ihnen oder ihren Angehörigen, Handschriften, Tagebücher, die zusammen mit allem, 
was die beiden selbst an Schriften veröffentlicht haben, an der Stätte, wo ihr Erzbild auf uns 
niederschaut, zu einer Sammlung vereinigt, erst ein vollständiges HrimM'..Denkmal" bilden 
würden; in einem (^rimm-JVCuseum dieses zu schaffen, ist unsere Absicht. 
An unsere Mitbürger, die zu dem Standbild so freudig und reichlich beigesteuert haben, 
wenden wir uns daher mit der Bitte: 
uns die JSesehaffung geeigneter Räumlichkeiten zu einem Qrimm-jVCuseum und die 
Erhaltung eines solchen durch Geldspenden zu ermöglichen. 
Die Verehrer des Brüderpaares im ganzen deutschen Volke aber bitten wir: 
alles, was an Erinnerungszeichen jeder Art, die auf die J3rüder J3ezug haben oder 
von ihnen herrühren, sieh in Privatbesitz befindet, dem zu bildenden Grimm-JVCuseum 
in psanau zur Verfügung zu stellen. 
Nichts würde dem Geiste und dem Wesen des Brüderpaares mehr entsprechen, als ein 
Unternehmen, das breiten Schichten des Volkes nützen und der wissenschaftlichen Forschung eine 
Fundgrube bieten würde. Schon hat Herr Geheimerath Professor Dr. Hermann Grimm, Wilhelm 
Grimm’s Sohn, eine Kapitalstiftung und eine Anzahl von Grimm-Erinnerungen in sichere Aussicht 
gestellt, ein Anerbieten, dem die erste Anregung zur Gründung eines Grimm-Museums zu danken ist. 
Wir hoffen unsere Mitbürger und alle die zahllosen Verehrer des Brüderpaares nicht ver 
geblich anzusprechen zur freundlichen Förderung eines Unternehmens, das unserer Vaterstadt zur 
Ehre gereichen, das unsern Mitbürgern und ebenso weiten Kreisen in unserem Vaterlande zu gute 
kommen wird. 
Hanau, den 12. November 1896. 
Stellvertretender Vorsteher des Gemeinde-Ausschusses Kaufmann Georg J3ode. 
Stadtrath Cäsar J3öhm. Landgerichtsrath Dr. JSrandt. Gymnasialdirektor Dr. J3raun. 
K. Direktor der höheren Töchterschule J3ungcrtsfab. 
Stadtrath und Handelskammer-Präsident Fritz Canthai. Sanitätsrath Dr. Eisenach. 
Oberbürgermeister Dr. G^besehus. Kaufmann Heinrich pseusohn. Professor Israel. 
Stadtrath Ferdinand Aoch. Gemeinde-Ausschuss-Vorsteher JVsickel. Kaufmann Heinrich Ott. 
Realschuldirektor Dr. Schmidt. Gymnasial-Oberlehrer a. D. Dr. Suehier. 
Akademielehrer Jhormählen. Stadtbaumeister phyriot. Professor Dr. Wackermann. 
Akademielehrer Dr. Winkler. 
Sendungen von Büchern, Handschriften und sonstigen Grimm-Erinnerungen sind zu richten an den 
Vorsitzenden des geschäftsführenden Ausschusses, Oberbürgermeister Dr. Gebeschus zu Hanau.
	        

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