Full text: Zeitungsausschnitte über Grimmdenkmäler, -feiern, -sammlungen und -museen

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Hessisches Staatsarchiv Marburg, Best. 340 Grimm Nr. Z 48 
aus 
:Beilage zur Hanauer Zeitung, Nr. 155, 
18B9, Jul.ff] 
pr Hana 5uti. Die verehrliche Redaktion der 
Hanauer Zeitung bitte ich ergebenst das heutige Referat über 
die Sitzung des Großen Grimm-Comitee's vom 4. Juli durch 
gefälligen Abdruck dieses Briefes mit den darin enthaltenen 
Berichtigungen und Ergänzungen richtig zu stellen. 
Die von einigen Mitgliedern der Majorität vertretene 
Ansicht, daß nach Ziffer 5 des Preisausschreibens mit dem 
Urheber des an erster Stelle prämiirten Entwurfes unter 
allen Umständen über die Ausführung verhandelt werden 
müsse, ist vorn technischen Ausschüsse nicht nur deßhalb 
bestritten worden, „weil das Wörtchen wird und nicht muß 
dastehe," sondern hauptsächlich aus folgendein Grunde. Ver- 
nnnftgemäß, so sagten wir, könne die fragliche Bestimmung, 
selbst wenn man ihr den Charakter einer obligatorischen 
Vorschrift beizulegen habe, nur dahin verstanden werden, 
daß dann mit dein ersten Preisträger in Verhandlungen 
getreten werden müsse, wenn das Comitee sein Modell tut 
Ganzen für brauchbar finde und dasselbe, wenn auch mit 
noch festzustellenden Abänderungen, ausgeführt wissen wolle, 
nicht aber wenn das Gegentheil vorliege. Run habe aber 
das Comitee eben erst mit großer Majorität (30 gegen 14 
Stimmen) beschlossen, daß der mit dem ersten Preise ge 
krönte Entwurf des Prof. Wiese nicht zur Ausführung zu 
bringen sei. Von einer Verpflichtung, mit Herrn Wiese 
hierüber zu verhandeln, könne daher logisch nicht die Rede 
sein ,: denn die Prämiirung gelte nur dem Werke und nicht 
der Person des Urhebers, und wenn das prämiirte Werk 
nach Comiteebeschluß wegfalle, so sei es nach den Regeln der 
Logik ganz undenkbar von einer obligatorischen Verbindlichkeit 
zu sprechen, über dies Werk und seine Ausführung mit dem 
Künstler zu verhandeln. 
Ferner bitte ich Sie, Ihren Bericht durch die bei 
n a in e n t l i ch e n Abstimmungen übliche Mittheilung der 
Namen zu ergänzen. Die 22 Herren, welche f ü r den 
Heraeus'schen Antrag gestimmt haben, waren: Buchhändler 
Alberti, Fabrikant Böhm, Fabrikant Calaminus, Kaufmann 
Fritz, Fabrikant Fues, Fabrikant Hartung, Lehrer Hebebrand, 
Apotheker Heraeus, Redakteur Heydt, Rentner Koch, Möbel 
schreiner Körner, Privatier Limbert, Stadtsekretär Neumann, 
Bankier Neumüller, Kaufmann Nickel, Kaufmann Ott, Kauf 
mann Paul, Buchhändler Pracht, Lehrer Ruth, Kaufmann 
Schröter, Fabrikant Steinheuer und Faktor Weißbrod. Die 
21 Herren, welche gege n den Antrag votirt haben, waren: 
Realschuldirektor Becker, Dr. Bury, Kaufmann Deines,
	        

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