Full text: Zeitungsausschnitte über Holbein

© Hessisches Staatsarchiv Marburg, Best. 340 Grimm Nr. Z 44 
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gen Jahrhundert, die einen Winckelmann zu den genialsten Seherblicken 
in den Geist des Alterthums befähigte, kommt uns heut ihrem Gegen 
stände nach, da wir die griechischen Originalwerke inzwischen kennen und 
die römischen Copien von ihnen unterscheiden gelernt haben, beinahe komisch 
vor. Aber die wissenschaftliche Disciplin in der Archäologie ist straff und 
streng genug, um zu verhindern daß man Winckelmann und Otto Jahn wegen 
des belvederischen Apollo gegen einander hetze, in der Absicht beide lächer 
lich zu machen und zum süßen Dusel der ruhig genießenden antiquari 
schen Liebhaberei zurückkehren zu dürfen. 
Soll denn jeder immer jede Erfahrung wieder für sich machen? Lernen 
wir an der älteren verwandten Wissenschaft daß die Erkenntniß des Besse- 
ren, indem sie den Blick schärft und kritisch sicher macht, auch über die 
Kunstempfindung vergangener Tage sich erheben kann; daß die Verzückung 
welche aus der Copie von dem durchgefühlten Original her den genuß- 
bereiten Beschauer anwehte, aufhören darf, und muß, sich an der Copie zu 
entflammen, sobald die Kenntniß des Originals selber jene nicht mehr bloß 
als Abbild, sondern als selbständige Arbeit zu betrachten auffordert. Der 
bei weitem größte Theil der Urtheilswandlungen betreffs des Dresdener 
Bildes erklärt sich aus dieser Erwägung, bezeichnet also Abschnitte auf 
dem Wege von der Kunstliebhaberei zur Kunstwiffenschaft. 
Ein anderer Theil freilich bleibt noch anders zu erklären, freilich auch 
aus einem Rest von Dilettantismus, aber einem anders gearteten: 
und hier kann ich meinem lieben Freund Alfred Woltmann ernste Vor 
würfe nicht ersparen. Es spukt in der Kunstgeschichtschreibung noch mehr 
als sonstwo der H e r o e n c u l t u s. Daß jemand bei veränderter äußerer 
Beglaubigung eines Gegenstandes nach einander wesentlich verschiedene 
Geschmacksurtheile über denselben äußert, thut zur Beurtheilung des histo 
rischen Thatbestandes nicht das allermindeste, discreditirt auch den For 
scher als solchen und seine objectiven Ergebniffe gar nicht. Wohl aber be 
gründet es einen Vorwurf gegen die kritische Freiheit und Sicherheit des 
Geschmacksurtheils welches sich von fremden Einflüffen bestimmen läßt. 
Gegen den Heroencultus wende man sich hier wie überall; das ist noch ein 
Pfahl im Fleische der modernen Kunstgeschichte, ein Stück Dilettantismus 
in der Wiffenschaft. 
Ein Bild ist grundsätzlich nicht deßwegen schön und gut weil es von 
Holbein ist: ebensowenig ist es nicht von Holbein weil es nicht schön und 
gut ist. Die Urheberschaft kann nur nach Beglaubigungen und Qualitäten 
festgestellt oder geläugnet werden. Hinterher ist die ästhetisch-kritische Be 
urtheilung gänzlich frei, und in allen diesen Beziehungen muß die richtige 
Kritik vom Zweifel ausgehen; nicht mit der Lust und der vorab ge 
faßten Meinung, dabei zu bleiben, sondern an dem Gegenstand selbst die 
Zweifel niederschlagen und damit die beste Gewähr geben zu lasten. Blei 
ben die Zweifel bestehen, so sind sie eben berechtigt, und mit dem Vertu 
schen ist nichts gewonnen. Wie solche Zweifel dann mit andern veralte 
ten, mit scheinbar oder wirklich feststehenden Wahrheiten zu vereinigen 
sind, das ist eine weitere Frage. Ob z. B. Unschönheiten und Ungeschick 
lichkeiten in einem notorisch Holbein'schen Bild irgendein nachweisbares 
Verhältniß zu seinem bekannten Kunstcharakter haben, oder so bedeutend 
sind daß. sie die Vorstellung von diesem selber zu modificiren zwingen, das 
bleibt dem Geschichtschreiber zu erörtern und zu entscheiden anheimgestellt. 
Es kann ja auch sehr wohl der Kunstgedanke eines Meisters sich in einer 
sehr befremdlichen Form dennoch als Grundlage nachweisen lasten, also ge 
schichtlich für die Kenntniß seines Geistes sehr interessant, an sich aber 
unerfreulich, selbst widerstrebend bleiben u. s. w. 
Kurz, die Kunstwiffenschaft als solche gewährt gleich jeder andern 
Wiffenschaft Genuß nur im Finden derWahrheit, nicht im begeister 
ten Anschauen des Gegenstandes. Voreingenommenheit jeder Art, die das 
Wahrheit suchende Auge und Urtheil verwirrt, liegt außerhalb des wissen 
schaftlichen Kreises. 
Sieht man sich aber mit solchen Grundsätzen die Beurtheilungen der bei 
den Madonnen-Bilder an, wie fieFechner in dankenswerther Vollständigkeit 
zum bequemen Ueberblick vereinigt hat, so erlebt man das Schauspiel daß 
die Binde des Dilettantismus bei den Vertretern des Darmstädter Bildes 
allmählich fällt, bis die streng wistenschaftliche Kritik des Thatbestandes 
endlich vollständig Platz greift, wobei auch über das Darmstädter Exem 
plar mit Ruhe und ohne Beschönigung geurtheilt wird. 
Dagegen zeigt sich bei den Vertretern des Dresdener Bildes eine kri 
tiklose Hast und Verblendung, die sich in gesuchten Rettungen des Clienten 
und in manchmal hart ans Alberne streifenden Verunglimpfungen des 
Gegners ergeht. 
So empfindlich die Lehre aus der Madonnen-Frage also auch für die 
Kunstwiffenschaft ist, die rein methodologische Untersuchung des Streites 
läßt unzweifelhaft erkennen auf welcher Seite das Streben nach wisten- 
schastlicher Begründung zu finden ist, und die Lösung des Streites gibt 
die Aussicht daß die Kunstwiffenschaft gefördert und geläutert aus dieser 
Prüfung und Selbstbesinnung hervorgehen wird. Vor allen Dingen nach 
innen und nach außen Krieg dem Dilettantismus! 
Bruno Meyer. 
Neueste Posten. 
T München, 14 Sept. Der päpstliche Nuntius dahier, Msgr.' 
Meglia, hat in den letzten Tagen eine Conferenz mit dem Staats 
minister Grafen v. Hegnenberg gehabt. — Mit der bevorstehenden Auf 
hebung des Handelsappellationsgerichts zu Nürnberg werden von Appel 
lationsgerichten einiger Regierungsbezirke besondere Senate für Handels 
sachen errichtet, so namentlich bei dem Appellationsgericht dahier. Diesen 
Senaten sollen alle Berufungen aus den Regierungsbezirken Ober- und 
Niederbayerns zugewiesen werden. Das Ministerium hat die betreffen 
den Handels- und Gewerbekammern bereits beauftragt, behufs der Er 
nennung der technischen Affestoren für jene Senate die entsprechenden Per 
sonalvorschläge alsbald in Vorlage zu bringen. 
* Berlin, 13 Sept. Die „Prov.-Corr." schreibt: „Nach Art. 71 
des Frankfurter Friedensvertrages soll die Räumung der noch von deutschen 
Truppen besetzten Forts von Paris, sowie der Departements Oise, Seine-- 
etQise, Seine-et-Marne und Seine bei Abzahlung einer dritten halben 
Milliarde auf die Kriegskosten stattfinden. Da die von der französischen Re 
gierung geleisteten Zahlungen dem Betrag von 1500 Millionen Fr. nahe 
kommen, so hat der Kaiser, obwohl das Abnahmegeschäft noch nicht voll 
ständig erledigt ist, dennoch den Beginn der Räumung angeordnet. Zu 
nächst werden daher die deutschen Truppen aus den noch besetzten Pariser 
Forts, wie aus den Departements Seine et Oise, Seine-et-Marne und 
Seine ausrücken. Das Departement Oise bleibt noch besetzt, bis die 
dritte halbe Milliarde regelrecht zur Ablieferung gelangt ist. Zur Rück 
kehr in die Heimath sind die 2. und die 22. Division bezeichnet, so dast 
auf französischem Boden fortan noch 6 Divisionen mit einer Effectiv- 
stärke von rund 80,000 Mann zurückbleiben werden. Dieses Zahlen- 
verhältniß entspricht auch den Bestimmungen des Vertrages welcher unter 
dem 11 März dieses Jahres zu Schloß Ferneres zwischen dem Ge 
neral v. Stosch und Herrn Jules Favre in Bezug auf die Er 
füllung der Friedenspräliminarien abgeschlosten worden ist. Es ist 
darin die Verabredung getroffen daß in dem Maße wie die Zahlung der 
Kriegskosten vorschreitet, auch die Zahl der Nationen, für welche Entschä 
digung zu leisten ist, sich verringern soll, und zwar in der Weise daß vier 
zehn Tage nach Ablieferung der ersten Hälfte der zweiten Milliarde nur für 
80,000 Nationen Lebensrnittel und für 30,000 Nationen Fourrage Ent 
schädigung zu leisten ist. Die Ausführung aller dieser Anordnungen ist 
selbstverständlich an die Voraussetzung geknüpft daß die Abwickelung des 
ganzen Zahlungsgeschäfts regelrecht von Statten geht." 
Wiesbaden, 12 Sept. Die nähern Bedingungen unter welchen 
unsere Cur- und Theater-Angelegenheiten definitiv geregelt werden sollen, 
sind die folgenden: die Gemeirrde übernimmt die fiscalischen Cur-Etabliffe- 
ments(Cursaal, Colonnaden und Anlagen) zum Preise von 100,000 Thlrn. 
unter dem Vorbehalt daß dieselben nach wie vor nur den Curinter- 
esten dienen dürfen. Die seit 1 Jan. 1867 rückständigen, alljährlich von. 
der Spielbank zur Verschönerung der Stadt zu zahlenden 30,000 Gulden 
werden der Gemeinde überwiesen und zum Curfonds geschlagen; der letztere 
selbst, im Betrage von 1 Mill. Thlr., wird zwischen Wiesbaden und EmS 
in der Weise getheilt daß ersteres zwei Drittel, letzteres ein Drittel erhält. 
Die Verwaltung desselben führt der Gemeinderath nach einem besondern 
Statut. Von den 57,000 fl. welche die Spielbank jährlich für das Thea 
ter zahlte, werden 17,000 Thlr. jährlich auf den Kron-Fideicommißfonb 
übernommen, während die Stadt den Rest aufzubringen hat. Das Insti 
tut wird ein „königliches" bleiben. — Der Generalbauplan der Stadt ist 
gleichfalls von der Regierung genehmigt worden, und wird nun das Ter 
rain an der Wilhelmsstraße zwischen der englischen Kirche und dem. 
„Victoria-Hotel" mit Landhäusern bebaut werden. (Frkf. I.) 
* Paris, 13 Sept. Die „Franz. Corr." schreibt: „Wie wir ver 
nehmen, ist es gestern Abends in der Nähe des Bahnhofs von Pantin zu, 
einem Conflict zwischen einer französischen Schildwache und einem deutschen» 
Vorposten gekommen, in Folge deffen der deutsche Soldat von dem franzöt- 
sischen durch einen Schutz getödtet wurde. So wird wenigstens heut in 
den nördlichen Vorstädten von Paris erzählt." — Der preußische General, 
v. Blumenthal ist auf der Durchreise nach England in Paris eingetrosten, 
und im „Hotel de Bristol" abgestiegen. — Pastedouet, einer der na-mhaf- 
testen Persönlichkeiten der Pariser Commune, ist gestern früh bei seiner 
Tante, einer Wäscherin in der Rue Constantine, entdeckt und verhaftet 
worden. — Georges Sand, dessen .^Journal d un Voyageur r,endant la 
guerre“ jetzt in allen Händen ist, verläßt die „Revue de deux Mondes," 
und ist ausschließlich für den „Temps" engagirt, welcher ihr 60 Cent, für 
die Zeile zahlt, und das Rechr einräumt nach Belieben über die Spalten 
seines Feuilletons zu verfügen. 
BerschiederreS. 
Bukarest war in der Nacht vom 5 zum 6 d. M. zur Abwechslung wie 
der einmal der Schauplatz einer Judenhetze. Den Anlaß dazu gab folgen 
der Vorfall: „Einem griechischen Victualienhändler war eine Junge entlaufen, 
den man während einiger Tage vergebens suchte. Nun fügte es der Zu 
fall — einige behaupten, es sei kein Zufall gewesen — daß Freunde des Vic- 
lualienhändlers den Jungen am Nachmittag des 5 in der Nähe der alten Syna 
goge trafen und erkannten. Im Nu hatten sie das Gerücht verbreitet, es hätten 
die Juden den Jungen im Keller der Synagoge eingesperrt gehalten, mit der 
Absicht ihm das Blut abzuzapfen, und nur durch einen außergewöhnlichen Zu 
fall sei cs dem Opfer geglückt aus dem Keller zu entkommen. Diese Fabel 
genügte um binnen wenigen Minuten einige hundert Müßiggänger und Rabu 
listen dort zu versammeln, welche ohncweiters die anwesenden Israeliten zu 
maltraitiren begannen und Miene machten die Synagoge zu stürmen. Glück 
licherweise traf die Polizei noch zur rechten Zeit ein um ein Gemetzel zu ver 
hüten. Die lügenhafte Erdichtung war bald constatirt, denn ein anderer griechi 
scher Victualienhändler, dem der Keller der Synagoge verpachtet ist, bewies daß 
er an den vorhergehenden Tagen wie am Tag des 5 selbst den Keller behufs 
Verkaufs von Waaren die er dort aufgespeichert hat besucht habe, ohne des 
Jungen ansichtig zu werden. Nebstdem constatirte er die Unmöglichkeit einer 
Flucht. Die Judenhetze aber dauerte trotzdem fort, und hatte bis zum 7 Abends, 
an welchem der Bericht der „N.Fr. Pr.," dem wir obiges entnehmen, abgesandt 
wurde, noch kein definitives Ende gefunden. 
Industrie, Handel und Verkehr. 
Augsburg, 14 Sept. Bayer. Staatspapiere: 5proc. halbj. Oblig. —, 
4proc. Obig. 93 y 2 P., 4proc. halbj. Obl. 931/2 P., 4%*>roc! OM. 99% P., 
4%proc. halbj. Obl. 99% P., 3%proc.Obl. 87% ©., 5proc. Aul. 1870 100%P., 
4proc. Erundr.-Ablvs.-Obl. 93% G., 4proc. Präm.-L. ä 100 Thlr. 113 P. — 
Industrielle Papiere: Bayer. Ostbahn 134% P., 2. Eln. 118'/r P. mit 40 Proc. 
Einz. 117% G., Bankactien 913 P., 4proe. Bankvbl. 99% G., 4proe. Pfand 
briefe 9478 G., Augsburger Bank 108 P., Augsb. 7fl.-L. 6% P., Augsb. 
Kammgarn-Spinn. 107 G., Mech. Spinn.- n. Web. Augsburg 200 G., Banmw.- 
Spinn. Stadtbach Augsburg 216 G., Baumw.-Fcin-Spinn. Augsburg 28 G., 
Haunstetter Weberei 150 P., Bamnw.-Spinn.- u. Weberei Kempten 65 G., 
Baumw.-Spinn- u. Weberei Bamberg 85 G., Mech. Bamnw.-Spinncrei Bayreuth 
95 G., Baumw.-Spinnerei Kolbermoor 67 G., Gas-Jndustric-Actien Augsburg 
98 G., Gasbel.-GescVschaft Augsburg 188 G., GaSbel.-Gesellschaft München 150 G., 
Maschinenfabrik Augsburg 88 G., Seilerwaarenfabrik Füßen 135 G. 
(Veredelungs-Verkehr.) Anläßlich der Eingabe der inländischen Webereien 
bezüglich der Anwendbarkeit des Appreturverfahrens auf Elsaß und Lothringen, 
entschied der österreichische Finanzminister: Elsaß und Lothringen gehören nicht zum 
Zollverein; die österreichische Regierung behalte sich selbst nach erfolgter Einbe 
ziehung dieser Landestheile in den Zollverein vor einen speciellen Beschluß zu fassen 
ob eine solche Begünstigung ans Elsaß und Lothringen auszudehnen sei. (Pr.) 
(Eisenbahnlinie Villach-Franzensfeste.) Auf der ganzen Strecke 
schreiten die Bauten sehr rasch vorwärts, indem die Schienenlegung theils vollendet, 
theils im besten Zug ist, so daß die Strecke Villach-Lienz mit 1 Oct, jene von 
Lienz-FranzeuSfeste am 1 Nov. d. I. für den Güterverkehr fahrbar sein dürfte, 
während die Eröffnung für den Personenverkehr erst im Frühjahr 1872 für die 
ganze Strecke erfolgen soll. 
(Eisenbahnconferenz in Belgrad.) Man schreibt der „Wiener Preffe" 
aus Belgrad vom 9 Sept.: „Die Conferenzen, von denen ich Ihnen bereits meldete, 
haben hier zwischen Oesterreich-Ungarn und Serbien begonnen. Einerseits ist der 
hiesige Generalconsnl v. Kallay der Vollmachtsträger, andererseits die HH. Mija- 
tovits, Sectionkchcf im Finanzministerium, und derJngenieur-Hauptmann ProtitS. 
Die Herren haben schon zwei Sitzungen gehalten. Die Unterhandlungcn und 
Berathungen drehen sich um den Anschlußpunkt zwischen der Pest-Kikindaer und 
Belgrad-Alexinatzer Bahn, und zwar hier in Belgrad. Ueber die Donau wird eine 
sehr kostspielige Brücke geschlagen werden. Ich höre, Ungarn macht sich anheischig 
die Linie Kikinda-Belgrad spätestens bis November 1872 ferikg zu machen. Die 
Staatsbahngesellschaft wird die Concession für diese Strecke bekommen. Mau 
hofft daß alle Details zwischen Ungarn und Serbien in noch zwei bis drei Sitzun 
gen in Ordnung gebracht werden würden. Beiderseits ist eine Zuvorkommenheit 
au den Tag gelegt worden die das beste Resultat hoffen läßt." 
Telegraphische CnrS - und Handelsberichte. 
* Berlin, 14 Sept. Schlußeurse: Bayer. Sproe. Aul. v. 1870 100$ 
bayer. 4%proc. Aul. 99% 4proc. Präm.-Aul. 114% bad. Präm.-Aul. 111%, 
4%proc preuß. Aul. 99%, KölmMiudeuer L. 96% 1882er Amerikauer 95%, 
öftere. Silbrrr. 58, Papierreute 49%. österr. L. v. 1860 85, v. 1864 76 %, 
Treditactieu 161% Lombard«: 104% österr.-stanz. Staatsb. 209%, Prior. 288, 
Galizier 105% Gchatzauweisuugen —, Türken 43%. frauz Aul. —, preuß. 
Ceutral-Boden-Credit 120%, Rumänier 39%, ital. 5proc Rente 58V8- Wechsel: 
Angsburg 56.20, Frankfurt 56.22, London 6.17%. Paris 7?°/„, Wien 62%. 
Tendenz: günstig. 
t Berlin, 14 Sept. Schlußeurse. Treditactieu 161% StaatSbahuactteo 
208%, Lombarden 104% Galizier 105% 1882er Amerikauer 957/8 BuudeS-Anleihe 
101, Rumänier 39%, South-Miffsuri 73, Rockford 42, Peniusular 66%, 
Oberschl. Eisenbahn-Actieu Lit A. 203%. Central Pacific 86%. Darmst. Bank 
155%, Südd. Bodeucredit 115%. Tendenz: fester. 
$ Berlin, 14 Sept Producteumarkt. Roggen per Sept.-Oct. 52%. per 
Oct-Nov. 52%, Nov.-Dec. 52% April-Mai 52%. Weizen Sept-Oct. 80%, 
per April-Mai 78% - Rüböl Sept.-Oct. 28%2 Per April-Mai 27 % — Spiritus 
loco eff. 19 Thlr. 23 Sgr., Sept.-Oct. 18 Thlr. 7 Sgr., per Nov.-Dec. 17 Thlr. 
9 Sgr., April-Mai 17 Thlr. 26 Sgr. Tendenz: ermattend. 
* Frankfurt a. M., 14 Sept. Sröffnuugscurse: Oesterr. Treditactieu 
283%, Staatsbahu 364%. 1860er L. —, 1882er Amerikaner 95%, Lombarden 
1831/z, Spanier 32%. Tendenz: fest. 
* Frankfurt a. M«, 14 Sept. SHuZcurfe: Bayer. 5proe. Aul. v. 1870 
100% bayer. 4%proe. Aul. 99 4proc. bayer. Pram^-Aul. 113% 4%proe. 
bayer. Ostbahu 1337/8 ueue Em. 118%. mit 15 Proc. Emzahl. 117%, 4proe. 
Alfeuzbahu 111% 4proe. bad. Prämien-Anleihe 111, 1882er Amerikauer 95%, 
Köln-Miud. L. 96% österr. Silberreute 577/g, Papierreute 49. 1860er L 85, 
1864«: L. 133, Baukactiru 745, Treditactieu 283, Lombarden 183% österr. 
stäup Staatöbahn 364% Elisabeth-B. 227%, Franz-Joseph B. 83, Rudolfs« 
dahu 75%. Ungar. Ostbahu 72%. Lproc. Spanier 32%, Napoleons 9.15. 
neue Staatsbahn —. Wechsel Loudrn 116, Paris 81 Wien 97%. Tendenz: fest. 
Franz. Rente volle 85, leere 89- , 
* Frankfurt a. M., 14 Sept. Nachbörse. Crebitaetieu 282% Staatsbahn 
366, 1864er L. 85% 1882er Amerikaner 95% Lombardes 183%. Silberreute 
—. Galizier 246% Fest. Officiell schloffen: bayer. Ostbahn 131, 118%, 
117%, bayer. 5proc. 106 4%proc. 93%. 
* Wien, 14 Sept. Gchlußcmfr: Silberreute 68.90, Papierrenie 58.80' 
1660er Loose 98.30. 1864er L. 134.50. Bankactien 762 Treditactieu 288.40, 
Lombarden 187. Staatsbahu 373 Auglo-Bustriau 248.50, Frauco-Aostnau 
119.20. Uniousbank 258, Galizier 250, Franr-Joseph 205. Prioritäten 
89, Rudolf 161.50, Prioritäten 89.50, Elisabeth 230.25, Napoleons 9 45 % 
Wechsel: Augsburg 1 0,50. Frankfurt 100.80, London 117.80, Paris 45.80. 
Tendenz: schwankend. 
% London, 14 Sept Börse. Zproe. TousolS 937/ 8 , 5proc. Türken 45%, 
1882er Amerikauer 93%, Italiener 59% Lombarden 16.30, 3proc. Spanier 34%, 
neue span. Anl. 3% Pr., Aul. Morgan 100%, 3proc. stanz. Rente 56%, neue. 
stanz. Rente 7% Fr. Pr., neue Amerikaner % Dir conto. 
% Liverpool, 14 Sept. Baumwollbencht. Tagesumsatz 15,000 Ballen. 
Tagesimport 5(00 B. Tendenz fest 
§ Vkew-Pork, 14 Sept. Per Kabel. Gold, SchlußcurS 1137/5, Wechsel 
per London 108%« 1882er BondS 115% 1885er Bonds 115%, 1904er Bouds 
111%, Illinois 137. Erie-Aetien 32%, Baumwolle 21, Mehl 6.60, Petroleum 
24, Petroleum in Philadelphia 23%. 
4557 
HVXitielst Erlasses Sr. kaiserl. königl. Hoheit des Kronprinzen vom 7 d. M. sind wir von der Allerhöchsten Bestätigung des Verwaltungs-Ausschusses der 
MV Kaiser Wilhelms-Stiftung für Deutsche Invaliden, unter dem Vorsitze des Hrn. Generals der Infanterie v. Holleben, unterrichtet worden. 
Es hört deßhalb mit dem heutigen Tage unsere einstweilige Verwaltung der uns zugekommenen Stiftungsmittrl auf. Alle bisher an uns gerichteten Anträge in 
Angelegenheiten der Invaliden des letzten Krieges und der Wittwen und Waisen Gefallener sind fortan äu den Verwaltungs-Ausschuß (hier Linden- Straße 4) 
zu richten. — Berlin, den 8 September 1871 
Da» Central-Comit« drr Dcutschcn Vminc !nr Pflege im Felde vernmiideter und erkrimkler Krieger. 
R. ». Sydow. pw») 
Augsburger Bank. 
Die im §» 14 unserer Statuten für das Jahr 1671 vorgeschriebene 
außerordentliche General-Versammlung 
ftubet Dienstag den 26 September, Vormittags 16 Uhr, 
im hiefigen Börsengebäude statt. 
Gegenstände der Tagesordnung sind: 
1) Wahl des AufsiLtsrathes auf die nächsten drei Jahre, 
2) Beschlußfassung über die Bestimmungen des § 22 der Statuten. 
Die Legitimation erfolgt durch Eintrittskarten, welche gegen Vorzeigung der Jnterimsscheine bis spätestens 22 September, Abends 8 Uhr, bei dev 
Augsburger Bank oder in München bei der Bayerischen VereinSbank eingeholt werden können. 
Augsburg, den 14 September 1871. 
Der Aussichlsralh der Augsburger Ban'!;. 
Johann v. Stetten, Vorsitzender. Alvert Grzbe^ger, stellve^cr. Vorsitzender. (9391)
	        

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