Full text: Zeitungsausschnitte über Werke von Herman Grimm: Leben Raphael's

W etit n, 
Dienstag, 24. September. 
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für das Dcut^ ^tch und gaa> Ocfterreich ^ 
^MovgevAusgabe 
1872. —- 25. Jahrgang. 
Bestellungen nehmen die Postanstaleen des 
«5». und 2lu§Ianfce8 ein, titSöcrün die Expedition 
gBSggSl^ggggl^gggwwgwggggMBBMWMBg^^^^^BaBaMBr Französische Straße 51. 
mtt de» in cinec «w Wnd.M-Sgade. und wn°sterftere mit dm ersten Morgen-Eistnbahnzügen -der Posten, letztere 
«mmm-WpiM durch das^Drutschr^Reich OtpKJ“ Ä “ m?§£”! 2 SK? B-Mungm an, und belrSg, btt 
ff^ÄÄKMte - ®8Ä.ri.“ r*" , ‘ w - - “ 
FnedrickM^^s?^lstr.-^ckc, ber Hrn. Kaufmann und Fabrikant F Christo vb- 30r ber Hrn. Kaufmann Hermann I. Schulz; 
SÄ U^ber Hrn Tabaks-Fabrikant H. Fink; * M ^ 3 f ? e ? c ? bem Stettiner Bchnhosi bei Hrn. Kaufmann Ernst KirbiS - 
Anyaltstr. 10, her Hrn. Tabaks- und Ciaarren-Trbrtkant ^ er Herligegerststr. 1, ber Hrn. Kaufmann Louis Sck'rlr- «rnir Klivrs, 
fißjMpRi • M^jdtasriS&r »«• --. 
f |s.SÄ f ‘»gÄÄ- nh 
Alexandnnenstr, 53, Sebastianftr.-Ecke, bei 5m Änn fii™ H.V.na RoUemnarkt 4, bei Herrn C, Dümchen: ' 
Ke-ZL Ä 3erusaIemerstr.-Ecke, bei Hr« KanLnn O teümann^ ’ 17, bei grau A, Kümnitz; ' 
fflinilctofh 9 on' r,H a' und Tabaks-Fabrikant Reinhard Barth' ÄSWr. J& bei HM, TabaKfabrikauten Herm. Schröter; 
N'/ei Fra» Wittwe Walter; ^>ariy. Mer der Lolouade an der KöuigSbrückc bei Hrn. Liudow; 
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Snftrtiontn s,«. ‘ "M«° »--» ** * 
*“ «-«-» Bettung, »«»s, ÄÄS^ÄÄ^ÄKSSS'* *"***** “ " 
Spedition der Aational-Zeitunq, Französische Straße 51. 
DEwland - ...S «»alt. MinisL'!nn?k.?L"?L,,,sE"b Hrn »- Gaffer hätte 
krists; gmit * nädiftpo Ä s» -SfÄ öubc &cr bairischen Minister 
rnng des IesMtenaeieüP^V'^ ^ Landtage; zur Ansfüh 
' ^ngesetzes. Straßbura: vom w-mps^ni-isri^ti 
Budget. 
ÄSÄteÄ&J*.? talS ,7m X*M?Ä «**.#•j Ä«T6ar™4 
T«r?e7"änSK«nk;,uins»e?°"' «• *"‘»t»nicn. KM'ÜM' angchöreuden «eziem«ar»N»^"Äes!n". dur».:aufen H,. 
ZMä'nen, Ans Bukarest. 
. St--h«l«.^7brU' ö«tgj 
t.erika? Aus Newyork u»d^ Colorado: Luahle>e"in^ Gasser wahrscheinlich säst der ganze Apparat des höhere» in Aussicht stellt und^damit eine allstitigc Befriedigung aber 
Canada; Kabel zwischen Brastlün und Portugal. 
Amtliche Nachrichten. 
Berliner Nachrichten. 
Provinzial.Zeitung. 
Deutschland. 
Verwaltungspersonals versagt hätte/ Kurz, der Verlauf und ! Interessenten herbeiführen wird. 
Ausgang der Krise hat ein glänzendes Zeugniß dafür abge-i — In Bezug aus den nächsten Landtag wird es nach 
legt/ daß Baiern ein integrikender und unablösbarer Be- offiziösen Mittheilungen in Regierungskreisen als zweck- 
standtheil des neuen Reiches unwiderruflich geworden ist und mäßig anerkannt, daß mit der Wiederaufnahme der bekannt 
es in Niemandes Macht mehr steht, hieran irgend mit Erfolg j lich nur vertagten bisherigen Session zugleich die Eröffnung 
zu rütteln. !der neuen Sitzungsperiode erfolge. Die Schließung der 
ES ist zu hoffen,, hast,dieses BewnMin aller Lrtm;wSÄÄS 
W ist zu yopen, oay me,es Dewupl;cili auci ^-rion. - > eine Unterbrechuna bewirken, welche für den 
..._ empfunden werden und ferne Fruchte tragen wrrd rn dem ser-; uue eine d ünmträalickkeiten 
H .* Berlin. 23. September. Di- Miuistcrkrijis iu neren polilffchen Verhalten. und zwar sowohl überall ■ feJ 1 “ wärs' Rchon'allein 'die rcchlzeitiac Feststellung 
Barern hat nun also wirklich, wie schließlich Alles rn der Rerche, rn welchem nrrgends der Wunsch und der ^rlle be-, nächstiäbriaen Budaets würde dadurch in bedenklicher 
Welt, ihr Ende gesunden. Wir haben bereits gelesen, dah skht Baiern dre vcrsgffnngsmah>g -ugcstch-rt- Autonom« iu. «*»« Ä 8 ^ Staatshaushalts-Etat stehen 
bei der in München henschenden Weisheit und deutschen Ge- schmalem, ->s »-mkntltch in Baim, stM W« stimmen voll- ^»se m ^ tete ^ich«,, Varia- 
iniiereviettö mitcriaiien es yeure oura)aus, oen Welyrnu«)- muy, um oer uvu oui^n, ^uiciu . - 
keffel zu schwingen, einmal weil wir nicht einsehen, weshalb dem Gespött der Welt Preis gegeben haben, möglichst zuf Aus München werden der „Allg. Ztg." folgende aus 
die Weisheit und die deutsche Gesinnung nicht schon sieben begegnen. Dieser Pflic^m»ck)zukommen. ist Aufgabe eines.^ Jesuiten bezügliche Mittheilungen gemacht: „Wre man 
Wochen früher in München heimisch sein konnten, wodurch Jeden, der es mit dem Bande gut meint, vom Thron brs htz^. werden die Jesuiten von Neujahr an rhre gegen 5000 
......... AoTesj^on HiÄro ,„>> ftüffi» unVi mir bnffpn blikr rrn ¥pütpr Ktellp baä ent» Abonnenten zäblenden „Stimmen aus Maria-Laach an einem 
auf holländischem Gcbret, hart an der deutschen Grenze,,ge 
legenen Orte erscheinen lassen. Sämmtlrche deutsche Novizen 
. ^ r--.r.,.rt c-€tu werden gegenwärtig im Ordenshause zu 
.ollern versammelt, um Ende Dezember 
^ o ) Irland gebracht zu werden, wosclvst'dre 
inen sich noch lange Zeit 'verzö-! dortigen Jesuiten derrnalen im Begriffe sind, ein Noviziat für 
nächsten Reichstags-Session zur! Angehörige Deutschlands zu errrchten. Der bekannte Regens^ 
sw * n * * * ? p u . TmvAor erlist p «öffler ist ruverlalüaen Mittheilungen zu- 
diese ganze Ministerkomödie erspart geblieben wäre, zur Hütte, und wir hoffen, daß an keiner Stelle das end 
andererseits weil wir durchaus nicht finden können, daß sprechende Pflichtgefühl fehlen wird." 
die im Uebermaß bewiesene Delikateste und die dargebrachten > r 
Huldigungen uns auch nur das Mindeste bisher genutzt und! # 
eine bessere „Stirnmuna" erzeugt haben. Glücklicherweise geschrieben 
sind aber die Mrhältniste der Art, daß es auf die Stim- sehr wichtig. 
mungen und Verstimmungen in Barern für unser Heil nicht nren wurde, daß ihr Erscheinen 
mehr viel ankommt. gern würde, schon in der 
Wollte man sich einer pessimistischen Ansicht hingeben, Debatte, resp.'zur Annahme gelangen: das Ban^gesetz burger Jesuit ?. Löffler ist zuverlässigen Mittheilungen zu- 
8äJ Für die hervorragende Stellung, die Raphael nicht allein Menschen, als von Shakespeare: weniger alv von Michel 
in der Kunst — diese beruht doch zum großen Theil aus der Angelo, Ariosto oder Taffo. 
Werthschätzung der Nachwelt — sondern auch im Leben, in! Zunächst aber wahrte Raphaels Leben nicht lange; siebenund 
^er unmitie" " n '. < «..I. «... ....^t.r. ^ *11- in «• Ästt+rtvsiö« • tn vlfnm horhipmp t>r 
telbaren Wirklichkeit 
f Ei« neues Werk über Raphael. 
Pas Leben Raphael's von Urbino. Italienischer 
/ Text von Vasari. Uebersetzung und Kommentar 
von Herman Grimm. Erster Theil. (Berlin, F. über ihn bis auf uns gekommen, 
Dümmler's Verlagsbuchhandlung.) Lebensbeschreibung des' Meisters 
Bald nach dem Erscheinen dieses interestanten, gelehrten dem 5 
und geistvollen Buches ist an dieser Stelle ent kurzer Bericht ment, 
darüber, über den Inhalt und die Absicht des Verfassers ge- verband —. v -- iT - ---- , .-v . . • ... 
geben worden: wenn wir heute noch einmal daraus zurück- über Raphael erhalten hatten, kleme Zuge und Anekdoten Raphaels Entwickelung Nicht. Alles scheint bei ihm glatt 
kommen, so geschieht es hauptsächlich der vortrefflichen Ein- mit den Werken des Meisters, die er kannte, und formte, dar- und harmonisch sich gebildet und entfaltet zu haben: so seine 
leituna wegen; denn sie regt allgemeine Fragen der Kunst aus ein Ganzes „Vasari's ganze Arbeit", urtheilt Grimm, Werke, so sein Dasein. War darum von den Schicksalen und 
un. die in einem Augenblick,' wo die Kunst-Ausstellung in sämmtliche Künstlerbiographien des Autors zusammenfaffend, Abenteuern des Mannes wenig zu erzählen, so gehörte seine 
den Sälen der Akademie das Interesse fesselt und die Äseil- „ist mit dem Gedanken unternommen, daß, wie man heute Persönlichkeit offenbar zu denen, deren LiebenSwurdigreit, 
nähme für die Malerei mächtig erweckt, eine größere Aus- sagen würde, für die Kunst etwas geschehen, auf die Künstler vollendete Menschlichkeit, deren Zauber sim bester cmpsindeu, 
mecksamkeit als zu anderen Zeiten finden werden. Itni sogenannten guten Sinne gewirkt werden muffe. Auf die genießen und bewundern, aber nur , schwer in Motten den 
Der eigentliche Inhalt des Gnmm'schen Buches entzieht herrliche alte Zeit sollte hingewiesen werden... Vasari's Bio- ferner Stehenden schildern lieh. ^>leUeichc gar nicht. Um 
sich in der Form in der er ausgesprochen v ‘~ m *‘— - ^— s L ** «;« s»ö*?wft.T pmom t-rnhpv^ neatteten Kbarakter 
chnng in eurer politischen Zeitung. Es 1 
bleiben muß. Grimm sollte. In Raphael wird das Ideal des Erreichbaren bärge- Alles, was er geschrieben, kaum cm Schattenbild 
en und philologischen stellt. Deshalb sind die Saiten hier höher gespannt als bei besten gewährten, was der lebendige Diderot rn ihrem Kreist, 
mit Hülfe der Hand- den andern, selbst Michel Angelo nicht ausgenommen." Sieht in der Unterhaltung gewesen. Bel Raphael kam sicherlich, 
Zeichnungen R 
den Entwi 
Grundlage 
Reihe von Seiten"ist d?n Sonetten Raphaels gewidmet, die als unmittelbare Zeugnisse über Raphael. Seinen Tod am der lebendigste geblieben. ... . . ^ . 
in ihren verschiedenen Fastungen vorgelegt werden. Der 6. April 1520 haben Verschiedene berichtet: so der Venetmner „Dlöputa smd gleMam wie die ersten Siege des n gend- 
Lescr hat also eine Fülle von Scholien vor sich die ohne den Michie! und Pandolfo Pico de la Mirandola. Freilich sind lrchen Alexander., Sie haben für die Nachwelt sein Bild de- 
Text, den sie berichtigen oder bekämpfen, kaum zu verstehen im Lauf der Jahrhunderte zahlreiche Dokumente, Briefe und stunmt. Was wir darum von Raphael haben,, ist mehr eme 
find. Zusammengefaßt sollen die Ergebnisse dieser Unter- Dichtungen des Meisters, Rechnungen, Aufträge, die uns ^bschrchte selnerWerke und ferner Kunst, alv eme Biographie 
fnchungen im zweiten Baude des Werkes werden, an besten Kunde von seinen Arbeiten gewähren, an das Licht getreten: des Menschen Man scheide emmal streng auv Vasarr, ans 
Schluß Grimm ein Leben Raphacl's aus eigener Feder zu im Großen und Ganzen aber ist fein Leben mit einem Pasiavant Alles heraus, was Schilderung oder Knttt der 
geben verspricht. Schleier bedeckt. Wir wisten etwas mehr von ihm, dem Malereien ist, wie wenig bleibt dann von — Raphael.
	        

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