Full text: Zeitungsausschnitte über Werke von Jacob und Wilhelm Grimm

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Das für die Analyse benutzte Xanthin war auf 4 verschie 
dene Weisen, nämlich durch Zersetzung des Chlorxanthins mit 
Ammoniac, des schwefelsauren Xanthins mit Ammoniac, des 
Kalixanthins mit Kohlensäure und durch Erhitzen des Xanthin 
hydrats erhalten worden. Es enthält dasselbe 
als Mittel sämmtlicher Versuche. 
Kohlenstoff 39,58 
Wasserstoff 3,42 
Stickstoff 46,49 
Sauerstoff 10,51 
Berechnet nach der 
Formel C 6 H 5 N 5 O. 
39,56. 
3,29. 
46,62. 
10,53. 
Bei der früheren Untersuchung, welche Liebig und Wüh 
ler mit Xanthin aus einem Harnstein angestellt haben, erhiel- 
tcn 5i0 j 
Kohlenstoff 39,57. 
Wasserstoff 2,60. 
Stickstoff 36,95. 
Sauerstoff 20,88. 
Da ein wesentlicher Unterschied nur in dem Gehalt des 
Stickstoffs ist, so wäre es möglich, dass bei der früheren weni 
ger zuverlässigen Methode der Bestimmung desselben ein Irrthum 
obgewaltet hätte. 
Die untersuchten Verbindungen sind folgende. 
Neutrales Chlorwasserstoffxanthin XC1H, wird er 
halten, wenn Xanthin Chlorwasserstoffgas bis zur Sättigung ab- 
sorbirt. Schon unter 100°C verliert es die Hälfte des Chlor 
wasserstoffs, und durch einen Luftstrom sogar schon bei gewöhn 
licher Temperatur. 
Basisches Chlorwassersto ffxan thin X z C1H entsteht 
aus der folgenden Verbindung durch Erhitzen bis 100°C oder 
durch Verwittern an der Luft, verliert in höherer Temperatur 
die Chlorwasserstoffsäure vollständig. 
Basisches Chlorwasserstoffxanthin mit Wasser 
3X 2 U1H-f-7H krystallisirt aus der Auflösung von Xanthin in 
Chlorwasserstoffsäure. Verliert schon unter 100° das Wasser, 
und bei 200° Chlorwasserstoff. 
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Basisch schwefelsaures Xanthin mit Wasser 
X 2 SH + 2H wird erhalten durch Auflösen von Xanthin in 
concentrirter Schwefelsäure und Verdünnung mit heissem Was 
ser, woraus es bei dem Erkalten in Nadeln anschielst. Durch 
Wasser werden diese zersetzt, und müssen defshalb mit Alcohol 
abgewaschen werden. Bis 120°C erhitzt, verlieren sie 2 Atome 
Wasser, das dritte ist aber selbst durch eine Temperatur von 
200°C nicht zu entfernen. 
Xanthinhydrat X 3 H 2 wird erhalten durch Übergiessen 
des schwefelsauren Xanthins mit vielem Wasser; es hat das An 
sehn und auch die Eigenschaften des Xanthins, von dem es sich 
nur durch den Wassergehalt unterscheidet. Bei 100° lässt es 
sich trocknen und behält bei einer noch um einige Grade höhe 
ren Temperatur das Wasser, aber stärker erhitzt verliert es das 
selbe. 
Basisch salpetersaures Xanthin X 3 N 2 H 6 wird er 
halten durch Auflösen von Xanthin in kochender Salpetersäure, 
woraus es bei dem Erkalten krystallisirt. Verwittert an der Luft 
und verliert in erhöhter Temperatur die Säure. 
Basisch weinsteinsaures Xanthin X 3 T 2 H, + krystalli 
sirt aus einer verdünnten sehr sauren Auslösung. Bis 120°C er 
hitzt verliert es Nichts an Gewicht. 
Basisch phosphorsaures Xanthin X 3 i* 2 H 2 krystalli 
sirt schwieriger, und fällt gewöhnlich in kleinen Körnern nie 
der. Bei 100° lässt es sich trocknen, aber bei 120°C verliert es 
sein Wasser. 
Basisch oxalsaures Xanthin X 3 G 2 H 2 wird erhalten 
durch Zersetzung des chlorwasserstoffsauren Xanthins mit oxal- 
saurem Ammoniac. Krystallisirt schwierig, und verträgt 120°C 
ohne Gewichtsverlust. 
Natronxanthin mit Wasser NaXH 6 . Setzt man zu 
einer concentrirten und erwärmten Auslösung von Natronhydrat 
so lange Xanthin, als es noch ausgenommen wird, und verdünnt 
mit vielem Alcohol, so krystallisirt ein verworrenes Blätterwerk 
von wasserhaltigem Natronxanthin, das an der Luft verwittert 
und begierig Kohlensäure anzieht. Mit Wasser übergössen schei 
det es Xanthin aus, während ein Theil aufgelöst wird.
	        

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