© Hessisches Staatsarchiv Marburg, Best. 340 Grimm Nr. Z 31
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ba8 noch SBorbaitbene Fowft. 2>ott rcrfdttebenen
•Sitten ift tuie rerfuhert »orten, es »erbe bieS er»
reicht »erteti fön nett, »etin fcaS »luälaitb im ge
hörigen 'JNaße feine Stimme erbebe. »Kan fagt utir,
ber in Stabe» beirfdteube 3»ieipatt ber Äöttiglicbett,
päpftlicbeu «nb ftäbtüdie» ©ewalt tterbinberc, baß
eie grage ber SScrättberuiig 3?om» itt roller Offen-
beit poh ben Stalimeru felini io bièfutirt »erbe»
feinte, wie fic »eilte. Sftatt bat mir getauft, midi
autgerorbert, nidit nàAftufoffen, unb mir perfithert,
baß etti Uafdiwimg erfolge» »erbe.
Sn ciefem Sinne bitte irt) ben Sßeveitt, ba8
'Seinige baut beiuttragen, baß bei einer ©i&fufjlon
bet ©inge ba8 Siiddige brrrorgehoben »erbe, unb
ntit bafitr $u feigen, caß bie ^Bewegung im gluffe
bleibe.
©er £ittblfcf auf Slum, »ie e§ beute geiftiger
9tuQität entaegetigcrührt »erben fett, bat ct»a§
SrnitrigeS; bic Sfügciheiitbeit be8 Üiefübleä aber, baß
bie geiamuite getutete Wenjcbtieit tagegen proteftiren
muffe, et»a8 tStbebenbrä-. 3* habe riete ibemerfe
in $ànben, »ie ridrtig überall empfuttben »erbe,
»aö ber Verhüt ber geifsigen Sföfube 9t out 8, ba8
3lufböreu feiner Scubu»g, bie Stcpräfentantiu ber
bödmen geiùigen Sntereffen 311 fein, bebente. ©ie
3nfcbriTt StireS rBeveittb war fitterlidr eine ber
freunbltdiften 2lenßernngen tiefer Vlrt. Waffen Sie
mieti Sbnén im ÜU'fdittine meines battfenbeti Söriefeö
ein paar fmtttMicbcre SBÜber entrollen, bie idi eben»
falls au8 3ta!int mit fortnabm unb bie Stuten
teigen, »ie leidit e8 ge»efen »óre, »te leimt c§ jum
Sheil beute nodi fein »irb, bic ttnigcftaltung 9tom$
anberS eintreteti ut luffe«.
Sdì babc auf meiner fUürfreife in Perugia mib tu
gfoveu.uMlt gemadft. 2U8 leb, Por Sabre», Perugia umt
erften 9Jtale befuebte, lag c8, roti reifallettben geftttngö*
mauern eingeengt, wie ei» biftoriidieß Wcmimeiit ba,
baS langsam rena Ile» wirb. Su.urmdK’u waren au»
bere 3 e *teu eingetreten. 5Hit beut fftttftierifdien
Safte, ber be» Sta li euer» eigen ift, bat mau $e»
ruflia in eine offene, anfbliihenbe, in groß augelegten
fanfte» Stvaßeiipgcn rings itt ta8 Sanb mlanfenbc
Stabt umgewanbclt. ©ais Silbe ift gcfdiont »nb
»ieber bergefteßt, ba8 'Jteue bet» ä>orbanbenett gc»
fdunacfroll augepaßt worben. Sn biefett mittleren
fgiorinualftóbteii lernt man bte tbntigen, genüg»
fame» nnb freiiucftdren Seltener am betten feinten.
£»er faben wir redit, wie nabe beutfefee unb italie-
nifdie 9tatur in 'Jftaucbem fleh begegnen: in J>er^
gäbigfeit, bie (Srfrbettnittgctt tief unb ernft ut erfaffett.
i&or einem ber gablreiien Shore, boti betten allen
jefct banutbepftaufte ©ege itt8 greie bitta brubrett,
bat ein ©àrttter fid) in feinem Warten ein fleitte8
£>att§ gebant. Ulttf ber Sìorberwaitb raub icb *»ci, febott
rou ©eitern lesbare Snftbriften. ©ie eine; i tiori
sono il sorriso deila natura, unb bie attbere: antat«
pii fiori nei quali si sviluppano i pensieri benigni
del Creatore. (So etwa lautete e8, idi citire ait8
bem ©ebäcbtniß ttnb foni ni e f«r ben ©or tla ut nicht
anf.i Skltb eiitfarije 9tflturanfd»aiiuiig unb wctdi
unfdutlbige Siri, fle auSaubrncfcn. Perugia ift ftoh
auf feine ncncfie ©titwidhutg. @8 bat auch eine
neue Silbeifcalerie eingeriditet ttnb beftfet in 5?ro»
feffere 3lbviuio Steffi einen »ftrbigcn 'Demeter feiner
fiiuttletiicbett bergangenbeit.
Sollte man nun aber fagett, e§ fei leidjt, eine
fleiuere Stabt fo um$ugeftalteii, fp halte ich biefem
Urtheil gloretu entgegeu.
^j>ler ift mit eritaunlic&em Erfolge eine 3l«8bcb»
mtttg ber Stabt bevbeigefttbrt »or^, bie glprtnü
in böberem «Plafec nodi aI8 trüber al8 bte icbòufte
rielleitbt unter aflen Stätten bafteben läfrt. ©ie
umliegcnben Roheit fowoM al8 ba8 fladje £anb ber
3lrttoebene ftitb in großartiger Sföcife ard)Ueftouifrt|
unb gärtnerifeb mit ber Stabt mbunben unb bie
unten Straßenüftge breit unb wobltbncnb gezogen
»orbett, in benett glorenj ficb auf baé ©rei» unb
iUmatbe »irb terarößern fönnen, ohne an feinen
fReijtett eiu^ubüßen. ©er ©efantmtanblicf bieie8
neuen glorenj, auf ba6 matt rom ißta^ale fidici*
angelo berabjlcbt, ift be»nnberiutg8»itvbtg. 3u0lcid|
bat mau bte alte Stabt in geidurfter unb febouettber
'Betfe roti übevntäßigeit ^äuiermaffen befreit, fo baß
freie iftlaße im Sunevn müglicb »urben. 9ii(bt8 ift
^erfrört worben, ba§ ber ©rbaltung »ertli war. ©er
Stil ber '.Neubauten paßt fld) ungeüert beut ber ror*
banbetten Käufer unb Calòtte att. s lHan fragt, warum
ben ^anben, bie ba8 gu fdiaffen »nßten, nirtit and»
ber .^auptnabt StalieuS (unb, »ie idi gu bebaupten
fortfabre, bie ^>auptftabt ber ©clt) aitrertraut wor
ben fei, um fte in einer ibreö 5lamen8 »ürbiaen
«Seife ut reraroßern, innen unb außen mit Uidtt
unb Stift ju beließen unb in ihrer Schönheit noch
311 erhöben.
Sinnier aber ift noch 3«t bagu, unb ba8 gu
»ieberbolen, bürfen wir nicht aufbörcn. Sd> bitte
ben herein, in biefem Siutte mit feiner, Wie er fagt, 1
fthtoadien grauenftimtne bod) in bie ©ißfufjiou 1
etnjutreten nnb ba;u beijutragen, baß bie berrlicbfte
aöer Stabte in ihrer jeßigen »etnrolien Umgeftaltung
ettblid) boch ttedt bie gorm erlange, bie auch uufereö
3«ttalter8 »ürbia ift.
Sch unter jeitbue al8 be8 ®ereiu8 ber Zünftler innen
unb Äunftfreuittinneu
Pcrehrungßroner
.hetniati ©rimra.
Serfin, ben 13. 5Nat 1886.