Volltext: Rezensionen von Herman Grimm im Literarischen Zentralblatt (1864 - 1870)

© Hessisches Staatsarchiv Marburg, Best. 340 Grimm Nr. Z 30 
aus 
Literarisches Zentralblatt, Nr. 50 
1869, Dez.4, S. 1456-1457 
Dell’ animo di Michelangelo Buonarroti in relazione all r in 
gegno di lui, alla storia delle arti e de’ suoi Tempi. Discorso 
del Prof. G. Barzel lotti letto il di 11 Aprile 1869 nel R. 
Liceo Dante per la solennità commemorativa degli illustri Ita 
liani. Firenze, Barbera. (31 8. 8.) 
Der Titel enthàlt durchaus was das kleine Heft bringt. Der 
Verfasser kennt die betreffende italienische, franzdsische, englische 
und deutsche Literatur und giebt gewissenhaft an, welchen fremden 
Arbeiten er seine Kenntnisi des Lebens Michelangelo's verdankL 
Es kam ihm besonders darauf an, die politischen Tugenden des 
grosien Mannes dem heutigenJtalien vor Augen zu flihren. Was 
dariiber gesagt wird, zeugt von unbefangener Einsicht in die Lage 
der Dinge nnd von der Bescheidenheit den eignen Nationaleigen- 
schaften gegeniìber, welche auch in Frankreich jetzt immer mehr um 
sich zu greifen scheint. Bn. Om. 
Universa! Catalogne of Books on Art comprehending Painting, 
Sculpture, Architecture, Decoration, Coins, Antiquities etc. Lon 
don, published by Chapman & Hall, and the Office of “No 
tes and Queries”. 1869. Parti. A — Baena. P. IL B — C. P. III. 
D—Eytzinger. P. IV. F — Gyron. (764 S. Id. 4.) 
Ueber dem Titel (Umschlag) ist bemerkt: Proof sheets cir 
culated for the purpose of obtaining Additions and Corrections, 
zu deutsch: Probebogen. in Circulation gesetzt um ZusStze und 
Verbesserungen zu erhalten. Mit andern Morten: man hat das 
Material, soweit es zu beschaffen war, im Bewuhtsein aber, nur 
Unvollkommenes zu liefern, einstweilen drucken lassenpurs wie es 
vorlag, und publiciert dieseBogen, um auf Grundeinlaufender Zu. 
sàtze und Correcturen zur definitiven Redaction eines Lexicons 
schreitcn zu konnen, das nicht nur alle Bucher liber alte und 
neuere Kunst, sondern auch alle darliber handelndenJournalartikel 
oder Abschnitte von Blichern, mecche iibrigens andere Dinge bringen, 
enthalten soll. Wie wichtig diese, vom "science and Art Depart 
ment os the Committee of Council on Education" ausgehende 
Arbeit sei, werden diejenigen sofort einsehn, deren Studien sich 
der allgemeinen Kunstgeschichte zugewandt haben. Nichts stand 
einem gesunden Betriebe der einschlàgigen Arbeiten bisher mehr 
im Wege, als Unbekanntschaft mit dem vorhandenen Materiale. 
Es hatte sich, was moderne Kunstgeschichte anlangt, cine Art Ge- 
wohnheitsrecht gebildet: dasjenige, was man zufàllig nicht gelesen 
hatte, als nicht vorhanden libersehen zu dlirfen. Hierfiir lieferte 
die Beschaffenheit unserer Sffentlichen Bibliotheken, auf denen die 
moderne Kunstgeschichte dem Walten des Zufalles ganz und gar 
iiberlasie n zu bleiben pflegt, sogar legitime Begrundung. Die Be- 
quemlichkeit, mit der die so sich ergebende Methods zu arbeiten er- 
laubt, trat hinzu. Man gestattete sich, Blicher, welche unbequem 
waren, als nicht vorhanden zu àbergehn. Das Resultai ergiebt 
sich von selbst: es bildete sich ein auf Treue und Glauben oder, 
wie man will: Untreue und Unglauben basierterZustand, den als 
solchen zu erkennen nicht schwer war, und der dem wissenschaftlichen 
Betriebe der Kunstgeschichte den grositen Schaden zugefiigt hat. 
Kommt der englische Universalkatalog zu Stands, so wird er das 
groste Verdienst haben, dieser Wirthschaft ein Ende zu machen. 
Freilich debars es dafur eines gewissen Grades von Zuverlàssigkeit 
und der daraus entsliestenden Autoritàt, um volle Wirkung zu 
haben. Ob nun der vom englischen Unterrichtsministerium einge- 
schlagene Weg der richtige sei, erlauben wir uns definitiv nicht zu 
beurtheilen. Jedenfalls wàre es gut, menu man sich sur Frank 
reich, Jtalien, Deutschland rc. mit denjenigen in Berbindung setzte, 
deren Kenntnist in den betreffenden Fàchern einige Garantie bote. 
Denn was einstweilen gedruckt vorliegt, ist so unvollstàndig, basi 
der Zweifel aufsteigt, ob auf dem bloh mechanischen Wege, den 
man bisher eingeschlagen hat, und den man weiter zu verfolgen 
gewillt scheint, ltberhaupt etwas Brauchbares herzustellen mdglich 
sei. Bn. 0m.
	        

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