Full text: Zeitungsausschnitt über Ludwig Völkel

Sendung französischer Gelehrten nach Morea und v°n den ge 
nauen Ausmessungen, die sich seit langer Zelt die f a f ^ 
Negierung über den klassischen Boden verschafft habe. P 
doch diese uns bevorstehenden Entdeckungen noch erlebt UN . ' 
folgen können; wie sehr würden sie ihn in der Haupts - 
nes Lebens, wozu die von ihm gedruckt erschienenen l>. ^ 
bloße Nebenstudien waren, gefördert haben. Diese wa _ 
Nichts anderes als ein in größter Ausdehnnng entwors»n >» 
zeichniß aller antiken Bildwerke, die auf uns gekommen , , 
mit der Geschichte jedes einzelnen, nach seinem Ursprung, > 
Auffindung, Ergänzung und Aufbewahrung Erwägt ,.e- 
die große Menge von Statuen, so erstaunt man über . - 
rigkeit einer solchen Unternehmung. Abtheilungen dle>cr. .. 
ligen, nützlichen Arbeit müssen fast vollendet llegen. Ae ) 
wichcnen Jahre hat er Bokhs und Osanns ^nirripuoinii I 
für seine» Zweck durck)gangen, und ich sah aus Ieinem _ 
tisch alphabetische Register aller darin enthaltenen JM ' 
men. Bon den Marmorinschristen des hiesigen Mussunw 
er genaue Abzeichnungen nach Berlin gesandt, die von 
dem jüngsten Heft des ersten Bandes benutzt worden stn . 
Sein häusliches Leben zu schildern geziemt Mir nicht; ich ran» 
blos sagen, daß in dreizehnjährigem nähern und täglich - 
gang mit ihm auf der Bibliothek ich ihn stets fteuudlich nd 
mittheilend gefunden habe und Zeuge gewesen bin der angstua en 
Treue und Gewissenhaftigkeit in Erfüllung seines Berufs. Seme 
rüstige Gesundheit, seine ungeschwächte Geisteskraft schiene , - 
gleich er an der Grenze des höheren Alters angelangt wa, > 
eine ganze Reihe thätiger, glücklicher Jahre anzukündigen. ) 
vorigen Herbst wurde er hart betroffen von dem Tr de s 
Gattin, während er eben eine erholende Rhei.nreisc Lin g 3 
hatte. Eine dreiwöchentliche Krankheit, die Anfangs wen g 
sorgniß einflößte, aber durch Rückfall schnell gefährlich » ^ 
hat ihn jetzt hinwcgaerafft. Sein Ende war «heraus sa T . 
ruhig und wird anf alle die um sein Todesbett standen, ge 
wandte, Aerzte und Diener, unvertilglichen Eindruck P al I' 
sen. Zuweilen mag die Gewalt deö Lebens 'einen Charakter ver 
bergen oder zurückhalten, der, wenn die letzte Stunde nayr, 
seiner ganzen Wahrheit und Fassung hervortritt. Bolkels Ichp 
Beispiel zeigt, daß er den rechten Muth des Sterbens geha/ 
und christliche Gelassenheit mit jenem heiteren Sinn gepaart )i , 
den das Studium der Alrcn gibt. Aus dem Bericht von Augen- 
und Ohrenzeugen sey es vergönnt, hier nur einige erhebendeZ g 
anzuführen. Nachdem er mit ganz vollem freiem Bewustseyn oas 
Haus bestellt und über seinen literarischen Nachlaß verordnet y - 
te, beauftragte er seinen Schwiegersohn, dem Kursuriren 
Nachricht seines Todes mit Versicherung seiner Ergebenheit ° 
zum letzten Augenblick zu hinterbringen, und gedachte aller a - 
wesenden Freunde, denen er Lebewohl sagen ließ, mir "wve u 
Achtung. Ihr Asclepiaden, hatte er kurz vorher die Aerzte ang - 
redet, solltet mich eigentlich besser behandeln, da ich als Erklär 
der Asclepiadeninschrift (aus dem Kasseler Marmor) eurer Zuns^ 
bin; ihr werdet mir doch nicht Helsen, der ich eure Jnscprist ge 
heilt habe! Trauernder Töchter zu schonen, sagte er dem einer 
der Aerzte, einige Stunden vor dem Tod, leise : nun werden 
wohl the pangs of deatli kommen! worauf dieser: I 
they sball not. come, es sey gemeine Rede, so lange der Athen» 
gehe, sey noch Hoffnung; er: spero dum spiro. Als er irgend 
wo (körperliche anstieß: moriduttdo ornnin sunt lt.cita! Einige 
Minuten vor dem Tod sagte er für sich: Sehr still und ruhig. 
In seinem Antlitz keine Spur eines Krampfes, was nach der 
Aerzte Zeugniß allein durch die Herrschaft des Gemüths bewirkt 
wurde. Er entschlief, nachdem ec erst eine bequeme ^eitenlage 
gesucht, dann sich rücklings gelegt hatte, ohne Röcheln sogar, 
die Züge des Gesichts unverändert, um halb neun Uhr Abende 
den 31. Januar 1820» 
I a c. G r t m m
	        

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