Full text: Zeitungsausschnitte über Elisabeth von Heyking

© Hessisches Staatsarchiv Marburg, Best. 340 Grimm Nr. Z 20 
Vollendete?"?!? »nd vor ihm ist's doch was 
faxn? ; mitw ' kirrte sein Kamerad. Uni) ein Vierter sagte! „Ich 
er brmcht halt droben auch SMaten? 
wi^d-e tl tt" lie auf ihre Woije ähnliche Gedanken aus 
m^der 'a^b?^oönrama selbst sich in diesen Tacten immer 
hSSlf nciMdtfd hatte, lverm das Gesetz des 
erfS!; S Erfüllung chr für sich selbst leicht, weil natürlich 
Äi5e»dN?s^ ^ ols ein unlösbares Rätsel anstarrte, da dieser 
Da- Mitleid mit d^em grausam Dahin- 
schmoll und s? do^ es zum würgenden Ersticken an- 
Lu lanaem^? LU sinnlos schien es. daß von dm dreien, die sie 
Zwei v^rn^ ^chen Leben vorzubereiten getrachtet, mm schon 
*> ie Keime, die sie ihnen emzupfionzen 
Grobe« ?.°-rEichte getragen hatten - denn was jene 
ein Pu ^ en Dasein auch geleistet, wollte ihr doch mir 
und ho?^?j M fd>? ' oen Größeres, zu dem sie befähigt gewesen 
sicb immJ ,le ” 1 ? 1 mmmer vollbringen wurden. Aber dann hatte ste 
vorzuhalten gesucht, daß solch Schicksal, das Bliit.-n 
cigeMl! k^nsam, unverständliche 5)ärte blinden Zufalls 
-3usamsn?nh^^ liebält, der noch nicht vermag, es in größern 
Zudenken. Aber die Kräfte ,md Eigenschaften, 
d'vfes pm*,? /vaTÜL J 04 * 11 erworben, wurden eben nicht nur fite 
km Mps ^? E iden<Ä>en geiamnrelt. sondern um hernach, wo sie 
Tor fTbor lein mochten, angesetzt zu werden. Das 
andrp iTl? Nmverwendmrg. durch das är eine früh. der 
erst schreiten nwßte. hieß Tod. Und es mock^e wahr 
gebraucht ^ ^^graue sagte: vielleicht wurden droben Soldaten 
wmiaenum diesen zweiten Enkel, was sie vor 
aber lrbin . vm seinen Bruder, vor vterundoierzig Jahren 
dem frifrfL SLJ*" «Men ältesten Sohn gelitten hatte, und in 
sich wie ^ck)te kdes frühere aufs treue. Sie entsattn 
und rofe Ä« ®{£ ‘r , i,rci K»°b°n jüh gestorben waren. 
SBitoenfifwift l or r ün nur rhnen noch gegolten hatte. 
Enkeln Kinderverlust hatte sie mutig ertragen, um den 
einen cü' m0S ^ verloren. Ihr eignes Leben mit diesem 
fick nicht ober auch als zwecklos gelten, wenn sie 
Sairn'nkti^^ Überzeugung durchzuringen vermochte, daß die 
oCr ®S r ilil e j k / n t öw Enkel Herzen gelegt, doch noch In 
eine Ernte tragen würden. 
woran firf» in € Trauer, in das Tasten nach einem Halt, 
traoen it px* er . auszurichten, um des Lebens Bürde weiter 
nächst etmiXJ?' fsl ?.? 10 daß der jüngste Enkel dem- 
habe « ^dächte, da er einen längern Urlaub erhalten 
wollte £r »u e f£ n ^°^' en ihn ihm ungebeten angeboten. Man 
!ekt ^ Frau wohlttin, die einst Mann und Sohn, und 
um bbllfllrJ*™ Doterlande geopfert hatte. In dem Schmerz 
Berbl'-es^-? vxrr aber der Gedanke an diesen einen ihr 
gegenwättcht/r bt rl r U etwas zurückgetreten. Jetzt erst ver- 
SS, be, dem Jubel, den die Nachricht seiner 
cfleriiWt* l 1,^ r erregte, welchen P'atz dieser 
mt ‘ ii; f , öerade wahretld der letzten Wockien in der Welt er- 
i» ' — Enter der an Siegen reichsten Flieger war ec 
^geworden, .und unter dort 5xtden der Lüfte stand fein Name an 
einer der ersten Stellen, gehörte zu denen, die memair mehr ver» 
gessen werden konnten. Etwas wie Dafernsfreude, dies doch noch 
^Luvgrzvgknr. segl zurullcrwnrler wuroe. ^.NlNg Ullv U" 
wollte ihn am Bahnhof abholen, Großmama sollte nur ja gleich 
bekanntgeben, sobald sie wußte, waitn er eintreffen würde. 
und dann erfuhr sie. wann er eintreffen würde — erfuhr aber 
auch wie. Nicht als einen noch tmter der Sonne Wandelnden. 
Mr Sonne Fliegenden durfte sie ihn erwarten. Und die ihn am 
^vhnhgf abholen wollten, würden, statt ihn jubelnd zu bogrüße-^ 
hlntvr seinem Sange schreiten. — Tliuch er „grollen im Felde, 
wie es auf so manchen Gedenktafeln der Schloßkirche hieß. 
Am Tage, da er den Urlaub mitteten wollte, war ferne Staffel 
(testen € | n nahcades feindliches Geschwader aufgestiegen. Er selbst 
>o>lte gax nicht mehr dabei sein. aber im letzten Augenblick hatte 
er doch noch iden Platz eines plötzlich erkrankten Kameraden ein 
genommen. Droben, während des Kampfes, war sein Motor 
ichadhaft geworden, und hinter unsern Linien war ec tödl'ch 
Abgestürzt — ein Unbesiegter. So lasen es Millionen in ^ 
Zeitungen, dte ihn nicht gekannt und doch geliebt hatten. öo 
Erfuhr es auch Großmama. Aber die Trauer aller war so groß, 
daß man beinah vergaß, an die dieser einen zu denken. Er gehörte 
ja auch allen, weil er für sie alle gestorben war. 
Draußen im Felde war eine große Trauerfeier für ihn gehalten 
worden. Entfernte Vettern, die nun des alten Schlaffes künftig« 
Erben fein würden, war»« dazu hinausgefahren. Sie würden 
ihn mich heimbringen. Don den dreien, die ausgezogen waren, 
sollte er allein zurückkehren, er allein in der Gruft unter der weiß- 
goldenen Kirche ruhen. — Ve beiden Brüder lagen ja in Feindes 
land. lagen auf Meeresgrund.
	        

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